Ein Motto für den Alltag

März 2021

Ich bin ein großer Fan von Beppo Straßenkehrer. Ihr kennt ihn noch nicht? Dann empfehle ich euch dringend, einmal MOMO von Michael Ende  zu lesen. Ein Buch dessen Weisheiten mich immer wieder überrascht haben, weil sie ihren Weg zu mir durch verschiedene Stationen meines Lebens gefunden haben. Das letzte Mal habe ich mich aufgrund der verkürzten Schulzeit "G8" damit auseinander gesetzt, da ging es z.B. um die Logik der Grauen Herren. Letztlich kam ich auf Beppo Straßenkehrer zurück, der  eine ganz schlichte Philosophie  hat, die ihm hilft die lange Straße zu fegen, angesichts derer man schier verzagen möchte. So geht es mir seit einigen Wochen und ich merke, wie ich mich bemühe, seine Philosophie anzuwenden. Ein Versuch ist z.B, mein Fastenplan (s.u.)  Ich bin ein Fan von Beppo Straßenkehrer, ich möchte lernen, genügsam und  bescheiden auf meinen Weg zu achten und nicht vor allzu großen Strapazen mental zu kapitulieren. Wer  weiß schon, wann wir die Krise ausgekehrt haben werden...

Auf diesem Weg ist mir nun ein alter Kalender in die Hände gefallen, den Freunde aus der Künstlergemeinschaft "Das Rad" gestaltet haben.  Die Seite von Irmi hat sich mir eingebrannt: sie  hat einen Aphorismus von Theodore Roosevelt, dem 26.US-Präsident (1901-1909)  übergroß  in einen goldenen Rahmen gesetzt. Die Wirkung hat sich  nun bei mir entfaltet:

"Tu was du kannst-  mit dem was du hast- dort wo du bist"    .

 

Starke  Gedanken.  Ich finde die achtsame  Definition dessen was man kann bemerkenswert: sie ist zum einen eingehegt durch die  tatsächlichen Möglichkeiten ("was du hast")- das kann ja zu Zeiten deutlich weniger sein, als man gern hätte- und die  Fokussierung auf das Umfeld ("dort wo du bist") - also sozusagen vor der eigenen Tür beginnen, statt gleich die Welt ins Visir zu nehmen.   Dieses Motto macht Mut, weil es  auch in Krisenzeiten funktionieren kann: auch im Lockdown kann ich  mit dem wenigen Möglichkeiten  tun "was ich kann", ich muss den Fokus anders setzen.

Das kann das Musizieren im Livestream sein, das andere erreicht, das Telefonat im HomeOffice, das mal den eingeschränkten Unterrichtsmodus durchbricht,  der handgeschriebene Brief der Verbundenheit  aufnimmt, die  Recording-Session , die die ausfallenden Proben kompensiert und ein Denkmal dieser Monate erstellt, ...  

Mein Nachrichten-Fasten hilft mir dabei mehr auf Kleinigkeiten zu achten, weniger die abstrakte große Krise anzustarren.  Gedanken von Roosevelt  und Beppo Straßenkehrer helfen mit dabei im Alltag.

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Kommentare: 3
  • #1

    UteTrentmann (Freitag, 05 März 2021 09:15)

    Danke für deine wertvollen Gedanken

  • #2

    Markus (Samstag, 06 März 2021 00:29)

    Hab ganz herzlichen Dank, Ute! Alles Gute für Dich!

  • #3

    Willi (Samstag, 06 März 2021 07:03)

    Du hast Wichtiges und Gültiges in Worte gefasst. Danke, dass du dir die Mühe gemacht hast.