Blogs schreiben ist sehr einfach: man muss nur das Unwesentliche weglassen (nach Mark Twain)


Radrunde Allgäu- ETAPPE 7/Finale

Unterjoch bis Füssen- via Ö

Etappe 7 -Zurück nach Füssen durch die Alpen
Etappe 7 -Zurück nach Füssen durch die Alpen
Runde komplett!!
Runde komplett!!

17.25 Uhr treffe ich am Auto ein, das brav auf dem P1 in Füssen seit Montag auf mich gewartet hat. Jetzt heiß wie ein Ofen, am Montag kalt und nass...

Wahnsinn: es ist geschafft. Ich setze mich in den Kofferaum und realisiere den Moment, dann Dokunentation....Foto, Video, ....

Danach absatteln, Taschen ins Auto, Fahrrad einpacken und 30 Minuten danach checke i h im Hotel "Zum Hechten" ein  Jetzt: Duschen, sacken lassen und den Tag und die Woche bei einem guten Essen ausklingen lassen. Wer mir bei komoot folgt hat ja jeden Tag die Tourwerte sehen können, ich sortiere die Zahlen in Ruhe daheim . ..es lohnt sich also nochmal hier vorbei zu schauen: es folgt die Statistik und die Nachbetrachtung. Danke schonmal für das Interesse. Lasst gern einen Kommentar da...

Ein letzter Stopp am Hopfensee
Ein letzter Stopp am Hopfensee

16.25h - Das Ziel vor Augen strecke ich mich nochmal genüsslich am Hopfensee ins Gras und lasse mir einen Frozen Joghurt schmecken. Jetzt sindxes noch etwa 6 km bis zum Parkplatz P1 in Füssen . Zu schön hier, ich bleib noch.....der ganze See ein Bilderbuch ,  im Rücken natürlich extremst Touristisch: aber das Alpenpanorama und die Badewiesen machen es "weit" genug...

Auf der Burg Eisenberg
Auf der Burg Eisenberg

Ich habs dann doch getan: an der Weggabelung nichtveinfach geradeaus, sondern links ab auf fen berüchtigten Burgberg. Ein sehr steiler Anstieg, zunächst Asphalt bis zuf Alpe, danach der Wanderpfad bis hoch in die Ruine, wo ich über eine Stunde einfach sitze, schlendere und den sensationellen Ort mit seiner atemberaubenden  Aussicht genieße. Die Qualen des Aufstiegs haben sich gelohnt. Zunächst ist es ja mal auch historisch sehr interessant hier: bereits in Sonthofen war ich ja schon in einem der Zentren des deutschen Bsuernkriegs, hier bin ich nun auf einer der Burgen, die sie erstürmt haben. Auch sonst -lese ich - hat diese Burg spannende Zeiten erlebt. Auch ihre Schwesterburg einen Steinwurf von hier steht sehr beeindruckend auf dem unteren Gipfel. 

Von hier kann ich die beiden letzten Statilnen meiner Radrunde sehen: den Hopfensee und Füssen. Dahinter sind auch Hohenschwangau und Neuschwanstein zu erkennen, die auf meiner Route aber keine Rolle spielen.

Pfronten - ein Konglomerat aus 13 Gemeinden, die sehr für ihre Allgäu-Traditionspflege bekannt sind. Die Radrunde dreht hier einen großen Bogen und verbindet dsdurch eine kleine Dorfroute, die entspannend ist. Besonders stimmungsvoll ein Mühlenmuseum und eine erstaunlich prächtige Dorfkapelle.In den Blick kommt hier auch schon der Burgberg der Eisenburg....soll ich den mit seinen  1100m noch erklimmen ? Ich hab noch 2 Dörfer Zeit für die Entscheidung.....

Höchster Punkt 1200 m
Höchster Punkt 1200 m

Vom Haldensee aus nehme ich einen sehr verträumten kurvigen Wiesenweg nach Grän und von dort weiter hoch zum Pass (Neu-Gräb). Dabei erreiche ich die 1200 m, den höchsten Punkt der Allgau Radrunde und muss nun Abschied vom Alpental nehmen  Der Abschied wird allein dadurch versüßt, dass ich im Anschluss 270 Höhenmeter in die Tiefe "segele" auf dem Weg nach Pfronten. Ein weiteres Highlight....zunächst mit heruntergezogenem Visir auf der Straße, später dann auf einem Radweg parallel zum Bergbach und durch den Wald über kleine Brücken bis hinab zu den nächsten Siedlungen. SAUGEIL ! ;-) Ich habe es - wie vieles andere auch- mit meiner Bord-Actioncam gefilmt: Erinnerungen....

Bei der Abfahrt lagen plötzlich Küche auf der  Straße und machten Rast, danach gings wieder zurück nach Deutschland. Einfach nett das alles!!

Nach dieser Abfahrt fahre ich im Dirf namens "Dorf" an den kreisrunden Dorfsee und schaue mir den verbleibenden Streckenverlauf an. Mittags wirds nun dich schon an die 29 °C, Schatten....


Im Tannheimer Tal
Im Tannheimer Tal

11.45 Uhr- Man möchte ständig anhalten und schauen: so erhaben sind die felsigen Berge, so schön ist das kräftige Grün der Wiesen, so klar das Wasser in den Bächen....und genau hindurch führt der Radweg: ich schlendere mehr als zu fahren, nehme mur Zeit und in Tannheim angekommen raste ich bei "Felixe Minas Haus"- traditionelles uraltes Bauernhaus. Hier auf dem östereichischem Trail der Allgäu-Radrunde wechseln die bekannten Wegzeichen mit improvisierten ab (bei Schattwald auf den Boden gemalt) . Da es aber ja nur eine Richtung gibt muss man nue lang überlegen. Bei Zöblen fahre ich an einem Fahrradschlauch-Automaten vorbei, der auf den ersten Blick wie ein Kondom-Automat wirkt. Daneben das Radrunde Emblem....

Ich orientiere mich an den markanten Gipeln: zuerst der Sorgschrofen, danach der Einstein und Richtung Haldensee dann der Aggenstein migcseinem Doppelbuckel. Ich unterquere nach Tannheim die Bergbahnen und beobachte wie im Sommer die Skipisten und Lifttrassen aussehen.

Alles rollt hier prächtig, fast bergab komne ich an den Haldensee, ein idyllidcher Bergsee sm Aggenstein. Schuhe aus und über das Kiesbett ins Wasser: ich genieße es als Radfahrer an den Automassem vorbei bis ans Wasser zu rollen. Bis die von den Parkplätzen zu Fuß hier angekommen sind bin ich fast schon wieder auf dem Sprung.

Hier lasse ich es mir aber noch etwas gut gehen....   


Alpen
Alpen

9.00 Uhr- Ich habe hervorragend geschlafen. Dank meines Gastgebers habe ich gestern noch eine Reservierung in der "Zinkenstube" bekommen, nach dem Tag auf dem Sattel ohne Mittagessen hab  ich mir ein Cordon Bleu und als Dessert Apfelküchle gegönnt, danach kleiner Spaziergang mit Alpenblick: herrlich. Unterjoch liegt auf 1035m und von hier aus starte ich nun ins Tannheimer Tal, wieder rüber nach Österreich.( Den Grenzverlauf bei Jungholz hab ich nicht ganz verstanden).

Ich hab mich schon fast daran gewöhnt, dass mir die Sonne lacht und ich bei 17°C starte. Geniales Radelwetter. Schnell eincremen (hab deutlich Radlerbräune: halbes Bein....)und dann Fährte aufnehmen....

Letzte Etappe
Letzte Etappe
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Radrunde Allgäu- Etappe 6

Vom Illerursprung aufwärts am Grünten

Samstag
Samstag

18.30 h -  Ankunft in 

Unterjoch in meiner Pension.  Ich habe heute etwas mehr Zeit am Abend, gehe noch etwas essen und genieße dann einen ruhigen Ausklang des Tages....

Bei 20 % über die Alpe
Bei 20 % über die Alpe

Nach Jungholz gehts dann aufceinem wunderschönen aber anstrengendem Trail durch den Wald auf/ab bis hinauf zur "Sorg-Alpe 1"- für Mountain Biker eher locker, für mich -zumal am Ende des Tages- eine Herausforderung: plötzlich nach riner idyllischen Lichtung tauchtcein Schild auf mit 20%Steigung und gefühlt 1 m dahinter gehts such schon hoch. Ich schalte so schnell es geht, auch mental , aber an dem Anstieg muss ich dann zum ersten Mal auf der Tour....schieben.....

Nur 10m - danach ist die Erde wieder gerade und ich erreiche die Alpe mit einem urigen Wirt, Streicheltiergehege, Wasserbottigen und einem grandiosem Talblick . Ich gönne mir erstmal eine Holunderschorle und beobachte die Babyziegen und Küken, die hier so rumlaufen. Von hier aus nur noch einige km nach Unterjoch....

Rast
Rast
Rund um den Grünten
Rund um den Grünten

Ab Sonthofen ändert sich der entspannte Flussweg zum bekannt hügeligen Allgäu-Trail,: Orientierung gibt dabei der Grünten, der mich bereits am Alpsee begrüßte. Nun radele ich an seiner Nordseite entlang durch grüne Felder und in weitem Bogen gelange ich dabei auf 1000 m Höhe. Ein Päuschen unterm Apfelbaum ....Dabei durch etliche winzige Dörfer und vorbei an fleißigen Landwirten auf den Feldern. 

Nach dem Dorf "Acker" in dem ich herrlich klares Wasser aus dem Brunnen schöpfe, begegne ich einem Pärchen, das mit unfassbar viel Gepäck auf stabilen Spezialrädern durch diexLandschaft schleicht. Zwei Ort weiter in "Oy" (wirklich!) kommen wir bei einem Eis am Dorfbrunnen ins Gespräch: das Ehepaar ist vorgeradelt und nimmt morgen seine Kinder in Empfang, die dann mitradeln (Tandem und Anbau-Kinderrad). Zeltplätze werden angesteuert und ein gemächlicher Urlaub mit eigenem Spielzeug. Ich staune über soviel Familypower und einen 100%   eigenen Urlaub: Respekt! 

Ich radele weiter, nicht ohne auch in Oy frisches Trinkwasser am Brunnen gezapft zu haben. Wassernot hat man hier eigentlich nie! Ein wasserreiches Land : paradiesisch.

Ich lomme an zwei großen Seen vorbei: um den gestauten Rottachsee mache ich einen Bogen, aber nach drm Knick vei Nessewang gelange ich zum Grüntensee, der sehr beliebt ist und als Badesee  auch schon wieder ziemlich angestürmt. Herrlich diese großen Voralpenseen.

In Wertach angekommen beginnt die letzte Etappe. Glücklicherweise hab ich heute bereits in Sonthofen nach dem Obstkauf telefonisch eine Pension in Unterjoch gefunden: mein Wunschziel für die Etappenauteilung. Bei Booking gibts da nichts zu buchen, und da Tagesgäste derzeit eher unbeliebter Mehraufwand für Pensionen sind war das heute ein echter Glücksfall. 

Einige Höhenmeter sind es aber noch, und dann verlasse ich plötzlich deutsches Staatsgebiet bei Junholz. Schöner Effekt auf dieser Etappe. Durch die Höhe und den Auslandseffekt steuert man wirklich dem Höhepunkt entgegen, der dann morgen folgt. 


Entlang der Iller
Entlang der Iller

Der erste Teil der heutigen Etappe (nach einem Bummel on Oberstdorf) führt entlang der Iller nach Sonthofen, entspricht daher dem Iller-Radweg, über den ich auch mal  nachgedacht hatte. Sehr entspanntvgenießt man schönste Alpeneindrücke immer in Sichtweite des Flussrs, der noch frisch und hellblau über das steinige Flußbett dahin tost. Ich sinne meinen Gedanken  nach, das ist hier sehr entspannend.

An Fischen vorbei und manchen Brückenwechsel könnte man ständigvan scjönen Zugängen zum Wasser hinunter und sich erfrischen. Eine einladende Ober-Iller! Ich bin aber noch frisch und neugierig und radele munter flussabwärts. Viele schöne Eindrücke nehme ich von diesem Abschnitt mit.

Iller-Ursprung
Iller-Ursprung

Keine Quelle, dafür drei Quellflüsse, die sich hier vereinen! Toller Ort! Runter ans Wasser, staunen, genießen. Einfach schön, dass hier keine Buden stehen, nur zwei Skulpturen und die Natur. Ich erinnere mich, wie ich am Dienstag bei Illerbeuren bereits Bekanntschaft mit der Iller im Unterallgäu machte, am Sonntag in Ulm,  ihren Mündungsort war ...Jetzt kenne ich auch ihren Ursprung....


An der Trettach - Blick auf Alpen und Schanzen
An der Trettach - Blick auf Alpen und Schanzen
Training in Oberstdorf- bin da
Training in Oberstdorf- bin da
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Freitag 07.08.- ETAPPE 5

Nach Oberstdorf

Etappe 5 -Von Scheidegg nach Oberstdorf
Etappe 5 -Von Scheidegg nach Oberstdorf
Oberstdorf
Oberstdorf
Exkursion Oberstdorf
Exkursion Oberstdorf

Nachdem ich bei genußvollem Ausblick den Anstieg vor Ofterschwang genommen habe setze ich meine Tourvariante in die Tat um: an der Sturmannshöhle oberhalb von Obermaiselstein vorbei und durchs Tal hinab nach Tiefenbach. Ich staune WIE tief ich hinunter fahre, immer an der Breitach entlang bis nach Oberstdorf. Sensationell wie ich ohne weiteren Anstieg mein Hotel erreiche: Jubel! Punkt 20 Uhr checke ich ein und freue mich auf Erfrischung. Hier in Oberstdorf werden Erinnerungen wach, die sich nun verknüpfen lassen. Morgen plane ich einen Stadtbummel. 

Immenstadt- Zeit für eine Kaffeepause, die ich am Kapuzinerplatz in Immenstadt einlege. Hübsches Städtchen mit quirrligen Plätzen, wo sich die Straßenmusiker auf den Füßen stehen. Ich höre während meines Aufenthaltes (Apfelstrudel noch....) 4 Gruppen, darunter eine Folklore Tanzgruppe und Alphornbläser. Wow! Und geschmeckt hats auch. Die Klosterkirchevist übrigens das letzte Überbleibsel der Kapuziner, die seit dem 30jährigen Krieg bis 1980 (!) hier wirkten. Das Kloster wurde verkauft und umgewandelt. So etwas zu hören, das Ende so langer Traditionen in unserer Zeit, ist manchmal traurig. Die Denkmalgruppe vor def St Josephskirche ist daher eine schöne Geste: ein Frater reicht armen Stadtkindern Brot. "Dem wohltätigen Wirken" der Kapuziner gewidmet.

Nun gehts wieder aus der Stadt und dem Trubel hinaus. Ein Aufstieg steht bevor....

Alpsee
Alpsee

Das breite Tal, das sich nach Oberstaufen anschließt öffnet tolle Ausblicke. Am Rand auf verkehrsberuhiger Straße , manchmal auch Weg, immer parallel zur Bahnlinie, verläuft der Radweg nun sehr gemütlich. Selbstverständlich nimmt die  Fahrraddichte hier um gefühlt 5000 % zu. Davon etwa 4900 % E-Bikes. Nach dem ruhigen Trail im Westallgäu kommt mir das schon fast zu voll vor. Man radelt entspannt auf den Alpsee zu und hier reißen die Talwände auf für Alpensicht weiter oben. Am Alpsee halte ich um im Strandbad Hauser baden zu gehen. Mit dem Ausblick und auf dem weichen Sandboden einfach Sahne. Die Erfrischung tut gut. 

Was mich etwas genervt hat auf den letzten km: immer ist die Bahn "vor der Nase". Das endet nun zum Glück. Liegewiese ist recht voll- Mundschutz istcam engen Zufang obligatorisch, danach...Ich setze mich mit den ganzen Packsachen ganz in die Ecke , dann ab ins Nass: herrlich!!

Entspannungspause Labyrinth
Entspannungspause Labyrinth

Vor der Ev.Kirche am Kurpark istceon Labyrinth in den Kiesboden fest eingearbeitet. Ich steige ab und "durchwandere" es - beruhigend und eine schöne Idee! Die Gemeinde scheint sehr engagiert zu sein, mal nichts barockes oder benediktinisches wie oft im Allgäu, aber auch wirklich schön! An solchen Orten hat man dann übrigens sogar hier seine Ruhe ;-)

Oberstaufen -Mittagspause
Oberstaufen -Mittagspause

12.45 h - Der Abschnitt von Stiefenhofen bis Oberstaufen war wirklich premium: absolut idyllisch, ruhig und keine extremen Steigungen. Ich höre noch die Dorfglocken hinter mir 12 Uhr schlagen wie ich an Stiefenhofen vorbei radele und die Höhe feiere....

Saftige Wiesen und Hügel dazu jetzt die Alpen noch dichter: das Auenland-Bild kommt immer wieder.... 

Oberstaufen scheint mir nun so etwas wie der Einstieg in die Hochtourismus-Zone des Allgäus. Wenn ichs nicht besser wüsste könnte man meinen, dass es deshalb "Oberallgäu" heißt...(Aber noch ist es Kreis Lindau/Bodensee). Ich weiß das, rechne damit und beobachte das rege Treiben. Nach den letzten Etappen kommt es mir vor allem laut vor. Dennoch: das Städtchen ist zauberhaft und ich mache hier Mittagspause am Kirchplatz und bestelle mal ganz zünftig ein Schnitzel....

Weiler i. Allgäu
Weiler i. Allgäu

Über Böserscheidegg gings echt "bös" abwärts, eine Luft so am frischen Vormittag. 24° C undxstrahlend blauer Himmel:   Längst ist die regenreiche 1. etappe vergessen, Schuhe und Klamotten getrocknet.  Ich erfreue mich des allerbesten Radfahrer Wetters, Ganz im Gegenteil zur restlichen Republik, wo eine Hitzewelle übers Land geht. Hier in Weiler ahne ich, dass mircdas aber für den folgenden Aufstieg bis Stiefenhofen nicht helfen wird....

Ich schlendere kurz über den Marktplatz und schwinge mich auf den Sattel.... 

Traumhaftes Wetter auch am 5.Tag
Traumhaftes Wetter auch am 5.Tag
Tiefster Abstieg/Aufstieg gemeistert
Tiefster Abstieg/Aufstieg gemeistert

10.00 Uhr- ich habe etwas länger geschlafen, die sehr gute Dusche nochmals  Genutzt und habe dann in aller Ruhe das köstliche Frühstück genossen: Feinplanung Teil 2. Jetzt kanns losgehen. Ich spüre übrigens seit gestern abend meine Oberschenkelmuskulatur: nach 4 Tagesetappen völlig okay und halb so wild. Ich trinke gut, übertreibe es nicht beim Tempo und muffle meine Protein-Snacks. Fühle mich fit und freue mich auf den heutigen Tag! Es geht nach Oberstdorf, aus dem Winterurlaub bekannt. -Ist übrigens offiziell nicht Teil def Allgäu-Radrunde: ich nehm die ca.16 extra km gern mit. 

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Donnerstag 06.08.: ETAPPE 4

Wangen bis Scheidegg

Etappe 4
Etappe 4
Station in Scheidegg
Station in Scheidegg

Ich kam dann gg. 20 Uhr kn Scheidegg am Hotel auf dem Rathausplatz an und wurde als letzter Gast des Tages äußerst freundlich vom Hotelbesitzer begrüßt und eingecheckt . Fahrrad kam in den Keller, dann das Abendritual: ein Anruf bei meinen Lieben daheim, dann eine Dusche und Abendessen. Im Gasthof "Zum Hirsch" vekomme ich ekn köstliches Abendmahl und einen guten WeißBurgunder. Ebenfalls Ritual: die Etapprn-Feinplanung beim/nach dem Essen. 

Ich erkenne mindestens einen weiteren guten Grund heute nicht weiter gefahren zu sein: die krasse Talfahrt in Böserscheidegg (sic!) mit sofortiger Wiederauffahrt ,(Stiefenhofen, uff) ...das darf gern morgen kommen....

Für heute waren es 73,4 km von Wangen hierher. 770 Hm.  Beim Etappenprofil muss ich schmunzeln: der Ausschlag aufgrund rasanten Aufstiegs zur Sennerei ...immerhin: der Käse echt lecker!

18.05 h - Die restliche Etappe von Isny aus stand heute ganz unter dem Zeichen guter Gespräche mit Timo, Evan machte einen guten Teil der Fahrt ein Nickerchen im Anhänger, den Timo mit beeindruckender Power zog ohne dass wir irgendwie geschlichen wären. Krass war dann aber doch dass wir bei Maierhofen eine falsche Abzweigung nahmen und eine oberfiese Steigung hoch gekämpft sind um oben am Waldrandxin einef Sennerei Stop zu machen, Käse zu kaufen und dann leicht angeknirscht eine rasante Abfahrt hinlegten. Gehört auch mal dazu: die Beschilderung war bisher nahezu perfekt, sodass man fast das (mit)Denken aufgibt. Heute gab es dann aber doch 2-3 Lücken, die uns verunsicherten.

Vorbei am beeindruckenden Argentobel (Schlucht), den ich irgendwann einmal wandernd besichtigen muss! Das denke ich übrigens oft: wie schön auch das Wandern hier sein muss....Timo und Evan stiegen in Oberhäuser dann in den Zug, da die Zeit schon ordentlich fortgeschritten war. Wir verabschiedeten uns herzlich und evtl. komme ich nach Abschluss meiner Woche nochmal kurz in Kempten vorbei.....

 Ich habe bisher immer ohne Probleme am selben Tag noch ein Hotel gefunden für die Nacht. Booking com machts möglich... Mit den ergebnissen bin ich übrigens auch sehr zufrieden denn alle  Bisherigen unterkünfte waren sehr gut für  Radfahrer geeignet. Da ich auch mal gewohnt bin anspruchslos zu übernachten brauche ich keine gehobene Kategorie und war in der Regel eher erstaunt wie gut das Frühstück und die Matratzen waren. Buchung mittags, abends Check in. Cool. Und alle Hotels haben ein ernsthaftes Hygiene-Konzept, an das ich mich gern halte und dankbar bin, dass so ein Wanderurlaub überhaupt wieder möglich ist.

Heute habe ich lange keine Bleibe online finden können und habe daher das Ziel nach vorn verlagert: in Scheidegg, der südwestlichen Ecke der Radrunde,  habe ich dann noch ein Zimmer buchen können. Es tut gut ein Tages-Ziel zu haben. Jetzt wo Timo und Evan im Zug nach Hause sitzen mache ich much auf den Weg nach Lindenberg und Scheidegg...

Isny
Isny

12.30 h - Isny ist ein ebenso attraktives historisch ummauertes Städtchen wie Wangen. Ich treffe gegen 12.30 Uhr am Stadttor ein und fahre die Stadtmauer ab. 3 große Türme stehen noch, oft wunderbar vom Wasser umflossen und von stattlichen Gebäuden gesäumt. Im Innern der Stadt beeindruckt die direkt am Stadttor liegenden zwei Kirchen neben der alten Abtei, die im 17.Jh. zum Schloss umgewandelt wurde. Überhaupt war 1631 hier eine Zäsur für viele Gebäude durch einen großen Stadtbrand. 

Bei besten Sonnenschein durchquere ich das Schloss und bleibe vor einer alten Kapelle , dem "Ölberg" stehen: künstlerisch umgestaltet ist hier eine Denkmal für die Opfef von Krieg und Gewalt entstanden, das mich fesselt und mich verweilen lässt.

Wangen
Wangen

Donnerstag, 9.00 Uhr 

Ich mache mich auf und fahre erstmal in die Altstadt von Wangen: kann mich kaum satt sehen in den mittelalterlichen Mauern, den Bürger- und Zunfthäusetn, Türmen, Kirchen, Plätzen. Was fürcein herrlich geschlossenes und hervorragend saniertes Stadtbild!! An der Stadtmauer entlang fließt die Argen, die mich heute noch begleiten wird. Hier könnte ich den ganzen Tag verbringen, auch gastronomisch, oder wegen der Museen. Nach 1,5 Std.reiße ich mich aber los und starte Richtung Isny, wo ich mich mit Timo treffe, der mich gemeinsam mit dem kleinen Evan einen Abschnitt begleiten wird. Ich freue mich über Gesellschaft!


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Mittwoch 05.08.- ETAPPE 3

Into The West

Westallgäu
Westallgäu
96 km -Seen, Moore, Bauernhöfe, Schlösser
96 km -Seen, Moore, Bauernhöfe, Schlösser

Am Ende des Tages habe ich heute 96 km geradelt und bin in Wangen nach einer wunderbar "saftig grünen" Westetappe eingetroffen. Unzählige traumhafte Seen und Riedwiesen: man möchte ständig ranfahren und alle Viere von sich strecken so viel schöne Natur!! Ausgewogen bei der Route auch das Verhältnis zwischen Wald und Feld. Auf und Ab gehören ja dazu, es waren erneut 760 Höhenmeter.

Moore,Seen, Ried
Moore,Seen, Ried

Die Moor- Dauerausstellung in Bad Wurzach war sehr lehrreich und war auch deshalb jede Minute wert, da ich danach 24 km durch diese Landschaftstypen gefahren bin. Also: Erdgeschichte, insbesondere Eiszeiten und Gletscher, aber auch die Funktion der Moore beim Klimaschutz (up to date im Museum!) werden multimedial in etwa 60 min.erfahrbar und Wurzacher Becken konkretisiert. Nachhaltig wird auch deutlich gemacht was Zeit für ein Moor im Vergleich zum Mensch für eine Bedeutung hat.

Naturlehrstunde absolviert, jetzt kann ich Natur genießen fahren...

Unterzell
Unterzell

9.10 Uhr - Ich starte bei Sonne und noch recht frischer Luft, der Weg nach Bad Wurzach ist nur 19 km lang und sehr charmant, auf einer Anhöhe dann Alpenfernsicht: grandios! Noch so fern hier im äußersten Nordwesten der Allgäurunde, und doch bereits fest im Blick. Ich genieße die hügelige Wegführung durch herzige Dörfer, Milchkuhbetriebe, Pferdeweiden und bin relativ allein unterwegs, erst vor Wurzach dann die ersten Radlergruppen. 

In Bad Wurzach nehme ich mir Zeit für das Schloss mit seinem  berühmten Treppenhaus und die Dauerausstellung "Moor Extrem", hier einem der bedeutendsten eiszeitlichen Riedlandschaften Deutschlands.

Es wird hügeliger
Es wird hügeliger
Westallgäu
Westallgäu

Mittwoch, 8.00 Uhr

Im alten Gasthof zur Linde an der Stadtmauer habe ich eine sehr angenehme Station gehabt. Fahrradunterstand, ein paar gute Tipps für den Abend und ein köstliches Frühstück. Das Zimmer sarf man zwar als schlicht bezeichnen, aber alles nötige war vorhanden und das Bett war gemütlich: Daumen hoch! Nach den Frühstück kann ich heute etwas früher starten, endlich ohne Regensachen und trocken. Draußen lockt schon der blaue Himmel.....

Erst noch eine kleine Runde durch die Altstadt und dann gehts nach Bad Wurzach....

Dienstag 04.08.- ETAPPE 2

Ottobeuren bis Leutkirch

Etappe 2
Etappe 2

Ottobeuren ist so sehenswert, die Abtei so spektakulär und der Regen so hartnäckig, dass ich meinen Etappenplan nun angepasst habe: ich bleibe über mittag, schaue mir diese Benediktiner- Hochburg genauer an und radele dafür nicht mehr die Nordspitze der Radrunde über Memmingen- das würde mich 24 km mehr um Dauerregen kosten. Stattdessen radele ich die alte Tourvariante direkt Richtung Bad Grönenbach. Heute also weniger km, dafür mehr Kultur und länger trocken! 

Bad Grönenbach
Bad Grönenbach

Die Kleinstadt am "grünen Bach" hat mit zwei Schlössern eine aufregende Geschichte. Hier zogen die Schweden im 30jährigen Krieg vorbei, zudem steht hier die älteste evangelisch-reformierte Kirche Deutschlands. Geburtsort von Pfarrer Kneipp wurde der Ort natürlich Heilbad und empfängt mich nachdem der Regen endlich aufgehört hat mit einem sypathischen Marktplatz, ser auch noch freies W-LAN hat. Ich laufe etwas umher, gönne mir dann einen Kaffee und fahre dann oberhalb zum "Hogen Schloss", das sich seit 1996 wieder im Besitz der Gemeinde befindet. Eine imposante Anlage, die allerdings so unschön verputzt wurde, das sifar im Infotafel-Text beklagt wird, dass man ob des allzu dicken Putzes manches baugeschichtliche Detail nicht lüften könne. Es sieht einfach grau und hässlich aus. Schade, das war mal anders. Hier oben genieße ich einen herrlichen Kräutergarten und fahre an Kneipp-Lehrpfäden vorbei eine Gruppe gerade auf den Spuren des Heilkunde-Pfarrers wandelt .

Dann gehts weiter- ohne Regen: ENDLICH !

Montag, 03.08.- ETAPPE 1

Füssen - Ottobeuren

Am Ende eines nassen Tages
Am Ende eines nassen Tages

Es ist 22 Uhr und ich sitze bei einem heißen Kaffee im Restaurant und blicke auf meine erste Etappe zurück. Was für ein Einstieg. Ich kann mich nicht erinnetn einmal so durchnässt so lange geradelt zu sein. Die Entscheidung bis Ottobeuren zu radeln hatte ich übrigens noch daheim getroffen und gebucht. Aber genau das hat geholfen es durchzuziehen, nicht einzuknicken. Ich spüre durchaus meine Gesäßmuskeln nach 108 km, aber es fühlt sich gut an jetzt hier zu sein. Morgen solls nochmal nass werden, da hab ich schon etwas gut. Rechnet man die Radrunde auf ein Tagespensum im Schnitt für 7 Tage, so sollte man ca. 70 km pro Tag schaffen, ich hab also etwas Spiel.

Mein Hotel liegt gut, ein schönes Zimmer und die Aussicht auf Schlaf locken mich langsam, aber hier im Gasthaus "Zum Mohren" (hier noch nicht anstößig) gibts W-Lan, im Hotel war davon nichts zu merken. Also noch ein paar Gedanken, Bilder  und dann ab ins Bett. Für morgen hab ich mich noch nicht entschieden wie ich mit dem Wetter umgehe....

Wetter
Wetter

Um es gleich vorweg zu nehmen: das Wetter hat meine Tour heute ganz klar in zwei Hälften geteilt. Der erste Teil von Füssen bis Kaufbeuren verlief sehr angenehm, ich hatte viel zu sehen, genoss die sehr komfortable Radroute am Forgensee und später auf der alten Bahnroute (viel abwärts!) Zudem rauchten Nebelschwaden aus den Alpen und boten ein tolles Panorama.

In Marktoberdorf besichtigte ich den Schlossberg wo heute die bayerische LandesMusikakademie ist und daneben die traumhaft gelegene Kirche mit Alpenblick. Alte Epitaphe und Gedenktafeln aus dem 18.+19Jh. , beeindruckende Grabsteine im Kirchhof. Und eine ausführliche Gedenktafel für die Gefallenen Marktoberdorfer aus dem 1.WK. Darunter zahlreiche an der Vogesenfront: gut möglich dass ich kürzlich an ihrem Gräbern vorbei gekommen bin. Viele Bayern liegen dort.

Über die schönen Lindenallee habe ich dann den Weg hinunter auf den Marktplatz gekommen und etwas zu mittag gegessen.  

Vorbei an der berühmten Traktorfirma Fendt bin ich dann gemütlich weiter nach Kaufbeuren geradelt. Dort angekommen kippte dann langsam das Wetter. 

Während ich die Altstadt erkundete begann der Regen, und er sollte nicht mehr aufhören...

Ich ließ mich in Kaufbeuren durch einen Audioguide online zu den Sehenswürdigkeiten lotsen und informieren: ein Schulprojekt, das die Stadt sehr schön öffentlich gemacht hat. Ich gelangte vom Rathaus über die Stadtkirchen und das Kloster der Lokalpatronin , der Heiligen Crescentia (2002 Heilig gesprochen) hoch zur Stadtmauer an St.Blasius. Dort oben fand ich eine herrliche Aussichtsstelle am Fünfknöpfeturm (Wahrzeichen der Stadt), am oberen Ende des  Klostergarten (am Hang) stehtvekne Laube mit Balkon. Dort konnte ich mich unterstellen und trockenen Hauptes auf Kaufbeuren blicken. Nur mit einem Huhn musste ich mir diesen Platz teilen. Wir verstanden uns aber bestens....;-)

Auf der großen Tafel mit dem Sonnengebet des Franziskus las ich für mich folgende Strophe heraus: "Gelobt seist Du, mein Herr, durch Bruder Wind, durch Luft und Wolken und heiteres und jegliches Wetter, durch das du deinen Geschöpfen Unterhalt gibst"....

Also sei auch der Regen gelobt? Ich bin dann aufs Rad gestiegen und habe die 60 km bis Ottobeuren klaglos bei heftigem Dauerregen absolviert. Ich sah es sportlich: ein guter Equipment-Check. 

Zu Bad Wörishofen kann ich nicht viel sagen, solcge Kurorte sind mir etwas suspekt. Hier gibts halt den Kripp-Hype ;-) Der Regen hatte den Vorteil, dass ich ganz allein durch den Kurpark rafeln konnte, wo doch Radfahren eigentlich verboten wäre...Positives Denken hilft, auch wenn ich schon erste Durchnässungserscheinungen hatte. Der Park ist wirklich schön, groß, grün, Blumen, Enten, ...naja, und dann bin ich weitergeradelt. Hinter Bad Wörishofen hab ich dann die Kopfhörer aufgesetzt und hab meinen neuen Historischen Krimi angefangen. Die Strecke war so verlassen , da war etwas Unterhaltung sehr angenehm. Also: Regen aus, Krimi an....Die km flossen dahin, ich korrigierte eine kleine Fehlroute, musste das aber mit 2 fiesen Steigungen büßen, der Krimi ging ordentlich los: 1944 in Dresden ("Der Angstmann"). 

Angesichts der Tatsache, dass nichts an mir noch trocken war zogen sich die letzten 10 km sann ätzenf durch hügelige Landschaft, die gewiss scjön war, die ich aber kaum noch klar erkennen konnte (Visir). "durch heitere und jegliches Wetter..."  Und dann springt der Kilometerstand auf 100: kurzes inneres Schulterklopfen, dann weiter: gleich geschafft....So ähnlich müssen die letzten Meter des Erlkönigs gewesen sein...

Im Regen etkenne ich von fern die beiden markanten Türme der Basilika, und dann rollts den Berg hinab: direkt zum Hotel, wo ich beim Check-in die Papiere volltropfe, um dann klitschenass auf mein Zimmer zu wackeln. (Hört man das Wasser in meinen Schuhen quietschen?)

108 km- Angekommen. Erstmal eine heiße Dusche....

Abfahrt
Abfahrt

03.08., 10 Uhr

Ich habe einen kostenfreien Dauerparkerplatz gefunden und hab erstmal mein Drahtesel gesattelt. Jetzt gehts los, in Füssen wird meine Radrunde am Sonntag wieder enden. Ich hoffe dann voller schöner Eindrücke und Erlebnisse !

Es ist bewölkt aber es regnet nicht, ein erster kurzerxStadtbummel ist drin, aber nzr zur Orientierung,  die Stadt schaue ich mir am Ende der Tour genauer an.


Radrunde
Radrunde
Gesattelt
Gesattelt
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Radrunde Allgäu

Der erste Morgen- Abschied von Kempten
Der erste Morgen- Abschied von Kempten

Montag, 03.August

7 Uhr- Ich wache guter Dinge auf und labe mich bei köstlichem Müsli und starkem Kaffee. Der Blick nach draußen ist überraschend trocken: Hoffnung! Timo wird vielleicht auf einer Etappe meine Tour kreuzen, wir studieren die Karte, mit Jenica währenddessen ein Austausch über Avengers, SciFi/Fantasy-Filme und warum ihr Papa sich nicht ebenso wie ich dafür interessieren kann. ;-) Der Prophet im eigenen Lande...;-) kommt mir bekannt vor. Ich bin indessen begeistert wie cool Timo mit seiner Tochter Jazz Standards musiziert.....

Gegen 8 Uhr muss ich langsam packen und gg.8.30 Uhr heißt es Abschied nehmen. Jetzt wirds langsam ernst: ob das Wetter hält?

A big Hug to Lydia for this great time in your house!! Danke dass ihr mich aufgenommen habt.

Kempten
Kempten

So., 02.08. 

Den Sonntag verbringe ich bei lieben Freunden in der Allgäu-Metropole Kempten und genieße die herzliche Gastfreundschaft der Körbers! Anja und Jenica sehe ich nach ca.15 Jahren (!) das erste mal wieder und habe spannende und sehr anregende Gespräche während draußen das Gewitter umherzieht. Mit Lydia, Timo und ihrem Kleinsten drehen wir eine Runde durch die Stadt bevor uns der Regen einholt. Später gibt es noch eine Jam-Session mit Timo und Jenica (vocals), die uns einen Einblick in einen gerade aufgenommrnen Song gibt. Restlos verwöhnt durch das gute Essen und die guten Gespräche fällt es echt schwer spät am abend das Licht auszumachen. Timo und ich genießen wie schon immer diese Abende mit endlosem Austausch über uns, unsere Erlebnisse und all das, was unsere Wahrnehmung prägt: bei allem was ins unterscheidet eine Bereicherung. 

Ich schlafe wie ein Stein nachdem ich sorgenvoll auf die 3 Regentropfen und Starkregen -Vorhersage für morgen im Meteo schaue....

Eigentlich ist es hier viel zu schön zum abreisen.......

Zwischenstopp Ulm
Zwischenstopp Ulm

Sonntag, 02.August

Kurz nach 7 Uhr schließe ich den Tankdeckel und starte den Passat, das Navi leitet mich nach Süden über A60, 67, 6, 8...Für die Fahrt habe ich noch ein paar Stunden Hörzeit des Hörspiels "Name der Rose" dabei und genieße die leeren Straßen zum spannenden Sujet.

In Ulm mache ich gg.10.30 h Kaffeepause und schlendere im Nieseltegen um das Münster: "größte Evangelische Kirche Deutschlands". Großbaustelle derzeit aber natürlich erhaben und beeindruckend für mich als Kathedralenliebhaber.

Der Kaffee tut auch gut, jetzt freue ich mich auf Timo&Familie, die mich heute in Kempten beherbergen. Allgäu-Kapitale ;-) voraus!

Gepäck
Gepäck

(Bild: komoot) 

Ich begebe mich nach den letzten längeren Flußtouren 2017/2018 in diesem Sommer auf eine Rundtour durch Allgäu.

450km, dabei knapp 3000 Höhenmeter. ADFC-prämiert mit 4**** und dermaßen abwechslungsreich, dass es mich regelrecht gepackt hat.  

Um erst einmal im Allgäu zu "landen" und bayrische Luft zu atmen, beginne ich meine Reise einen Tag lang in Kempten bei meinem  lieben Freund Timo und seiner Familie. Danach gehts 7 Tage auf Tour , ich starte in Füssen und fahre die Runde gegen den Uhrzeigersinn.

Die letzte Woche war geprägt durch Auffrischen des Equipments , Etappen- Recherche und reichlich Vorfreude. Nun sind die Taschen gepackt, die Bremsen nachgezogen, die Reifen gefüllt, es kann losgehen. Da kann mich ein  Tief mit Gewitter morgen garnicht aus der Bahn werfen....

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Das große Loch im Jahre 2020

Die Monate März, April, Mai, Juni verschwinden rückblickend wie in einem Loch: kaum dass die Krise beginnt fällt alles uns Vertraute in eine Schockstarre, dann kommt alles anders und die Merkwürdigkeiten eines neuen "Normals" verändern uns. Ich kann das alles noch nicht wirklich überblicken und mich darin verorten, aber es kommt mir vor wie ein Loch, in das wir gefallen sind. So eins wie in diesen Träumen: du fällst und fällst und nichts kann dich halten . Du sehnst dich danach zu erwachen, aber auch das könnte ein Traum sein. Wann werden wir erwachen?

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März20


Beethoven wird dies Jahr 250, das habe ich zum Anlass genommen mit meiner 5.Klasse ein ehrgeiziges Projekt zu starten: wir musizieren Teile der großen Pastoral- Sinfonie (Nr.6) des Meisters.  Geht nicht? Das wollen wir doch mal sehen! 

Es geht natürlich um exemplarisches Kennenlernen des opulenten programmatischen Werkes: nicht alle Sätze und auch nur Teile daraus. Mit meiner Ensembleklasse steht eine erweiterte Kammerorchester-Besetzung  zur Verfügung: Streicherapparat, Fl,Klar.Trp.Pos, dazu kommen Pauken, Piano, Gitarre und 3 Saxophone (quasi als Hörner). 

Das Arrangieren war schon eine spannende Herausforderung: wo kann man Schnitte setzen, wie tief darf/kann man noch in virtuosere Abschnitte gehen. Es handelt sich ja um eine 5.Klasse, die sich als Ensemble gerade erst gefunden hat.

Meine Entscheidung fällt auf 1., 3. und 5.Satz. Jeweils die Hauptthemen- Abschnitte mit ein wenig solistischen Elementen. 

Jetzt muss geprobt werden..... 


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Das RAD - Tischgemeinschaft unter Künstlern

Auf Rad-Tagung
Auf Rad-Tagung

RAD-Tagung -  Inspiration, Tankstelle, Staunen, Entdecken, Begegnung....

Wie jedes Jahr kommen wir zur Jahrestagung mit ca.250 Künstlern aller Sparten aus D-A-CH zusammen um uns zu begegnen, auszutauschen, mal produktiv mal rezeptiv, mal networkend mal workshoppend Teil der Rad-Gemeinschaft zu sein. Für mich ein absoluter Höhepunkt im Jahr und willkommener Fluchtpunkt am Fastnachtswochenende.

Diesmal besonders intensiv in der Vorbereitung und Leitung der Fachgruppe Musik mit vielen (44) lieben Kolleg*innen aus nah und fern. Wie wertvoll das Zuhören und Erleben so unterschiedlicher Projekte : Revue-Programm Opernsängerin, Komposition einer Kantate, WarmUps mit Körpererfahrung, gemeinsames Gospelsingen, Liedermacher- Präsentation, Tangoprojekt, Barocke Tafelmusik, Rap, brasilianische Gitarrenmusik, Bearbeitungen alter Choräle,  + + +......

Hier erleben wir in Gesprächen und unserer Kunst echten Reichtum an Gaben und Begabung, an Berufung und gemeinsamer Ermutigung.

Das Bild des Rades macht dies deutlich in der Anordnung der Speichen, die alle durch ein Zentrum verbunden sind, unseren Glauben an Jesus Christus. 

Das setzt enorme Kreativität frei und schafft auch unterm Jahr große Verbundenheit, so verschieden unsere Wege, Künste, Überzeugungen, Prägungen etc. auch sein mögen.

Ich bin auch diesmal zutiefst inspiriert zurück gekehrt und zehre von Gesprächen, Eindrücken, Klängen und Ideen noch lange. 

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Februar 20

Rückkehr der Farben
Rückkehr der Farben

Der Abschied vom Winter beginnt, dabei haben wir hier garnicht viel von ihm gesehen. Auf meinen Wanderungen werden die Wege heller, die durchtränkten Wiesen wirken startklar für neue Saat, die Obstbäume- frisch beschnitten - lassen an  bevorstehende Früchte denken: alle Gedanken sind wieder bereit für neues Wachstum. Beim Laufen denke ich mit der Natur auch über Wachstum in meinem Alltag nach: wertvolle Gedankengänge an der frischen Luft.

Die ersten Radtouren machen Spaß und führen auf vertrauten Pfaden: die Winterpause hat wie erhofft Lust auf Neueinstieg gemacht. (Siehe erste Tour Selztal) 

Der Februar ist mein Wendepunkt im Jahr- mehr als Silvester. Ein Monat des "noch nicht" oder auch des langsamen "schon". Oft einfach nur grau, nass, kalt, aber eben nicht nur. Und: zum letzten Mal bevor unaufhörlich Frühling wird.

Ziele werden gefasst, neue Projekte ersonnen - weiter gedacht und angepackt, auch in der Schule bekommt das 2.Halbjahr (endlich) neuen Schwung.  Februar! Die Farben kehren zurück, erst als Ahnung, dann im Kleinen. Ich suche es u d erkenne es im Unscheinbarem. Dieser Blick entsteht erst im Februar.


Pläne für die nächste Vogesen-Exkursion....
Pläne für die nächste Vogesen-Exkursion....
Ein Tag mit Schnee
Ein Tag mit Schnee

Nun ist er vorüber, der einzige Schneetag in unserem rheinhessischen Winter. Stets zwischen 3 und 11 °C hat sichs einfach nicht öfter ergeben. Gewöhnt haben wir uns längst an diesen langen Spätherbst, der direkt in den Frühling übergeht. Und dann plötzlich doch noch Schnee- meine Kinder verspüren tatsächlich noch diesen Reflex und stürzen nach draußen, "cape diem" sozusagen. Und ich habs auch zögernd genossen, wohlwissend, dass am nächsten Tag alles wieder vorüber sein wird. Also: Kreuz in den Kalender, es war der 27.02.2020.

Im Musikraum
Im Musikraum
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Eröffnung der RadSaison 2020

Selztal-Radweg
Selztal-Radweg

Nach knapp 2 Monaten Winterpause im Schuppen ist mein Rad heute wieder am Start und geht mit mir auf Tour! 

Bei wechselnd bewölkter Wetterlage und Temperaturen zwischen -1 und +5° C erfordert die Tour noch entsprechend gute Kleidungsschichten, auch meine Kopfbedeckung ;-)

Ich habe mich für den Selztalweg entschieden, wobei ich diesmal in Kirchheimbolanden starten werde, zur Quelle nach Orbis hochfahre und dann Flüsschenabwärts durch Rheinhessen toure. 

Naturmäßig ist ja jetzt alles (noch) kahl und grau: von heute ab warte ich mit jeder Tour auch geduldig auf den Frühling. 


9.30h Mit der Bahn nach Kirchheimbolanden
9.30h Mit der Bahn nach Kirchheimbolanden
Back on Tour
Back on Tour
Kirchheim Bolanden
Kirchheim Bolanden

Der Ausgangspunkt meiner Fahrt ist das schöne Barock Städtchen Kirchheimbolanden. in der Paulskirche Hat bereits Mozart an der Orgel gespielt! Und ich bewundere die zierliche Altstadt. Aus dem alten Barockschloss ist allerdings  eine pompöse Seniorenresidenz geworden Und wenn man den vielen kleinen Baustellen glaubt. Ist das Städtchen dabei sich noch mehr touristisch heraus zu putzen. Für heute bleibe ich nicht länger. Weil ich auf den Selztal Radweg möchte. Aber im Sommer komme ich bestimmt mal für ein Eis und einen Stadtbummel zurück.

An der Selzquelle
An der Selzquelle

Von Kirchheimbolanden Führt der erste Abschnitt meines Weges nach Orbis:  Ganz entgegen dem Namen nicht etwa eine Stadt, sondern ein Dorf. Und hier mitten auf dem Land entspringt die Selz.

Die ersten paar hundert Meter ein unscheinbares Rinnsal, das einen fast in Versuchung führen könnte durch einen Damm zum versickern zu bringen. Aber sehr schön renaturiert. Ich begegne Joggern und 1-2 Radfahrern, verschwörerisches Nicken hinter Sturmhauben und dicken Mützen. Doch die Sonne ist immer mal dabei....

Die Selz bis Alzey ist hübsch und zudem gesäumt von Kneippanlagen und idyllischen Spielplätzen....jetzt natürlich noch menschenleer. Ich genieße die Ruhe beim Fahren...

Alzey
Alzey

Station in Alzey verbinde ich selbstredend mit einem kurzen Stadtbummel. Zu gemütlich hier in den Gassen...Mein Mittagsbrot esse ich mit heißem Tee auf dem Fischmarkt mit Blick auf das scjöne Rathaus aus dem 16.Jh. Atmosphäre....

Allzulang bleibts aber bei 4°C nicht gemütlich, daher verlassecich vorbei am imposanten Schloss mitcdem Selzlauf wieder die Stadt: jetzt gehts richtig raus aufs Land.

Selz hinter Alzey
Selz hinter Alzey
Weinreben am Petersberg
Weinreben am Petersberg

Als ich den Petersberg passiere bemerke ich die kahlen Reben, und wie sie so in Reih und Glied am Hang stehen und von einem Pilgerkreuz überragt werden muss ich unwillkürlich an die Soldatenfriedhöfe in den Vogesen denken, die ich vor gut 6 Wochen besucht habe....

Bechtolsheim
Bechtolsheim

Jedes Dorf hat hier seinen Charakter....Bechtolsheim z.B. hat ne Menge kreativer Hütten und Angebote! Kultur und Gastronomie, die beim Vorbeirpllen Lust auf mehr macht. Z.B.das KulturGut 


Selz außer Rand und Band....
Selz außer Rand und Band....
Rast am Kreuz
Rast am Kreuz

Auf dieser Bank irgendwo hintwr Köngernheim hab ich schonmal gerastet. Seit heute ist es also offizielle mein RastKreuz. Toller Ausblick aufs Tal mut Eaubvögeln, Fasanen und Reihern. Letztere aber jetzt noch nicht....

Hier schmeckt mein warmes Porridge mit Obst hervorragend.

Angekommen in Ingelheim....
Angekommen in Ingelheim....
Pfalzkapelle Ingelheim
Pfalzkapelle Ingelheim

In Ingelheim angekommen nehme ich den Weg Richtung Heidesheim über die karolingische Pfalzanlage und verlasse die Selz (bereits oft genug zu Ende gefahren). 

Ein kurze Runde durch das vorbildlich rekonstruierte Wohnviertel auf bedeutsamen Ruinen und dann über den Weinbergsweg hinüber nach Heidesheim. Ich genieße die vertrauten Wege der letzten 2 km und merke an meinen Beinen, dass ich ganz schön Trainingsrückstand habe...aber jetzt kann man ja aufbauen. 

Am Ende waren es heute 72,8 km und eine wirklich sehr schöne, ruhige Tour durch Rheinhessen. Mein Kopf und alle Gedanken darin sind gut gelüftet und sichtlich aufgeräumt freue ich mich auf die heiße Dusche danach....

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Das Musicalprojekt 2019/20

Das Plakat
Das Plakat
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2020 - Auf ein Neues

Prosit Neujahr
Prosit Neujahr
Ein letzter Blick zurück
Ein letzter Blick zurück

Wie soll man eine Zeitspanne von 365 Tagen summieren? Es stimmt zwar dass die Jahre immer schneller vorbeiziehen, sie werden aber auch komplexer. Eine Aussage wie "es war ein gutes Jahr" will mir nicht einleuchten. In meiner Wahrnehmung dominiert für mich bis April 2019 die Trauerphase, das Durchlaufen eines Jahreskreises und Abschied nehmens. Mit Ostern, dem Frühling, beginnt dann eine andere, neue Phase. Es fühlt sich anders an. Ich schaue die Fotos durch und muss grinsen: äußerlich war der 1.Juli eine entscheidende Veränderung, denn bis dahin hatte ich noch Haupthaar. Mit der zweiten Jahreshälfte beginnt also mein Leben als bewusster Glatzenträger...Veränderungen, die alle sehen können. Dazu kam dann der Bart und eine neue Brille: nach den Sommerferien erschien ich vielen Kollegen  aber auch in der Gemeinde, wie eine andere Person, die erstmal zugeordnet werden muss. Ich glaube ich wurde lange nicht mehr so 'neu' angesehen wie im Sommer 2018 und im Sommer 2019. Jetzt- glaube ich-  habe ich mich "gehäutet" für eine neue Lebensphase. 

Das Jahr 2019 war auch eins der Projekte. Nur zwei möchte ich erwähnen: die Projekttage Demokratie an meiner Schule und das Kindermusical an meiner Gemeinde. Das Wort 'ergebnisoffen' beschreibt glaube ich ganz gut, was daran reizvoll ist/war. Ich habe lang nicht mehr so derart offene Projekte mit einem entsprechend relativen Risiko begonnen: an meiner Schule gab es die letzten Projekttage vor 14 Jahren,die Akzeptanz muss/te erarbeitet werden, die Beteiligung wachsen. Es war keineswegs klar, dass es so einen erfolgreichen Präsentationsabschluss und eine so reiche Mitwirkung auch der Schüler geben würde: auf ein offenes Ergebnis im Neuland hinarbeiten war ein sehr spannendes Erlebnis. Ähnlich beim Kindermusical. Mein letztes Musicalprojekt war 2005 an der Schule und mit älteren Schülern. Jetzt hieß es mit einer kleinen Gruppe von 6-12jährigen ein neues Projekt zu starten und auf die Bühne zu bringen. Ob alle Rollen besetzt werden können, ob die Lieder funktionieren, ob die Bühnenaustattung zusammen kommt.....es hat sich h auch hier vieles bewundernswert entwickelt. Ich freue mich über engagierte Kinder mit tollen Eltern, es spannt sich ein Netzwerk das uns Tontechnik, Lichttechnik, Bühnenbau ermöglicht, super Musiker, die uns begleiten, sodass jetzt etwas richtig Großes daraus geworden ist. Zum ersten Mal an unserer Gemeinde wird es ein eine eigene Musicalproduktion geben. Wow! Denke ich an die ersten Überlegungen zurück, lässt mich das Staunen, dankbar sein und auf neue Wege auch in 2020 vertrauen.

Es sind also manchmal die unklaren, offenen Prozesse, die einen Jahreslauf prägen, die Spuren hinterlassen. 

Ich bin gespannt auf 2020....




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Der Reichackerkopf- Spurensuche 3.Tag

Mein letztes Frühstück an der Fecht
Mein letztes Frühstück an der Fecht
Stacheldraht
Stacheldraht

An meinem letzten Tag im Elsass habe ich zwei Ziele, und zwar das noch weniger erschlossene Schlachtfeld zwischen Gaschney und Reichackerkopf und auf der Rückfahrt mache ich Station auf dem Mont St.Odile, dem heiligen Berg des Elsass, dem Ziel meiner Fahrradpilgertour im April. Damit schließt sich ein Jahreskreis am Ende dieser Reise.

Nach einem guten französischen Frühstück und sehr angenehmen Gesprächen mit meinen elsässischen Gastgebern mache ich mich auf den Weg. Der Himmel ist erneut klar und die Sonne klettert langsam über die Kammhöhen...

Ein paar Abschiedsfotos von meiner Bergpension an der Grande Fecht

Frontlazarett in Mittlach
Frontlazarett in Mittlach

In der Nähe des kleinen Ortes Mittlach verlief die Grenze 1915 und Mittlach war der erste und einzige Ort im Münstertal den die Franzosen relativ früh und dauerhaft zurückerobern konnten. Hier errichteten sie einen Front Lazarett wenige Kilometer hinter den Kampflinien. Das Gebäude steht heute noch und in den Kellerräumen des heutigen Rathauses kann man sich noch die alten Einrichtungen und Wandbeschriftungen anschauen. Man hat es zum Museum gemacht, ein wahrhaft kleines Museum aber eben doch eines von der Sorte die zurecht existieren! 

Gerade mal 2 km von Mittlach entfernt und auf dem Weg nach Metzeral entdecke ich einen weiteren großen französischen Soldatenfriedhof: 'Le Cimitière du Chène Millet' - benannt nach einer bemerkenswert alten Eiche, die ein bretonischer Künstler hier einst verewigte. Nebenan liegen nun an die 3000 identifizierte und nich mehr unbekannte französische Soldaten. Überwiegend ' Poilus', wie sie im Volksmund genannt werden, also einfache Solaten. 

Ich gehe wie es meine Angewohnheit geworden ist durch die endlos wirkenden Reihen und entziffere Namen, vergleiche die Sterbedaten. Auffällig viele starben Ende Mai und etliche sogar schon ab Februar Das spricht für Soldaten, die auf eben dem Schlachtfeldxstarben, das ichvgleich anschauen werde: dem "Sattel" oder auch "Reichackerkopf".

Von hier aus blickt man auf die Höhenlagen, die so hart umkämpft waren, heute schöne bewaldete Kuppen und Kämme. Diese Soldaren haben diesen idyllischen Ort gänzlich anders erlebt und hier sind sie gestorben. Mein heutiges Ziel packt mich jetzt schon von hier unten im Tal.


Necropole Metzeral
Necropole Metzeral
Reichackerkopf bombardiert
Reichackerkopf bombardiert

Am Reichackerkopf hatten die deutschen einige Befestigungen hart erkämpft, die sie im Jahre 1915 lange und unter hohen Verlusten mehrfach verloren und zurückgewannen. Die Franzosen begannen ihre Offensive am "Sattel", einem kleinen Pass, der auf Karten heute kaum ins Auge fällt. Es gibt im Tal auch noch keine wirkliche Beschilderung  für dieses Schlachtfeld, was sich aber bald ändern sollte: einige Historiker haben hier bereits vor Ort sehr gute Informationstafeln angebracht und in Munster kann man eine Broschüre zum Reichackerkopf mit 3 Rundwanderungen bekommen, den 'Circuit historique'. Dazu zusammengestellte Informationen zu den verbliebenen Ruinen. Dennoch muss man etwas Fantasie mitbringen: der schöne dichte Wald war damals weggebombt, die Erde von Laufgräben und Mauern zerfurcht.

Die alten Fotos helfen dabei und als ich dann von Muhlbach an aufwärts am Sattel auf ca. 700m angekommen bin und an einer alten Ferienpension einen Parkplatz gefunden habe kann es auch schon losgehen. 

Ich starte an der Infotafel und begebe mich auf die Rundtour auf den Reichackerkopf wo die Kampfhandlungen am stärksten waren. Spuren der deutschen Befestigung (1.Linie) begegnen mir recht bald. Durch die Anlage der Wanderwege nach den Keiegen und die Demontage des Betons sind die Bunker teilweise verschüttet oder abgebaut worden. Aufgrund des eher kleinen Kopfes konnte aber wohl au h nicht allzu viel Beton verbaut werden....

Über das meiste hat sich Moos gezogen, der Wald integriert alles.

Zweimal stehe ich an Gedenkkreuzen für französische Offiziere, deren Gebeine/Plakette noch Jahrzehnte nach dem Krieg gefunden wurden und damit die Angehörigen 1975 bzw  1983 Klarheit bekommen haben über das Schicksal ihrer Vorfahren im Krieg.

Der letzte Fund dieser Art war hier angeblich im Jahr 2004. Mit diesen Informationen gehe ich nochmals anders über die sehr wild geführten Waldwege  die quasi direkt im Schlachtfeld verlaufen. Hier war es- HIER! Oft halte ich inne, lausche auf die Vögel und lenke mich durch die schiere Schönheit der Natur für einen Monent lang ab .. Dann weiter durchs Dickicht u d um die Ecke lauert ein weiterer Bunker....

Deutsche Schützenstellung am Reichackerkopf 1915
Deutsche Schützenstellung am Reichackerkopf 1915
Bunker verschüttet
Bunker verschüttet

Entlang dieser Entdeckungstour tauchen immer wieder verschüttete Unterstäne und Bunker auf,  ich mei e au h noch die typischen Kraterlandschaften im Wald zu erkennen, die natürlich h nie zugeschüttet wurde- wer sollte so etwas warum auch tun? Also hat sich die Natur eine Herausforderung daraus gemacht alles so wie es liegen blieb zu überwachsen. Gegen Ende der Runde sieht man die Reste der französischen Angriffslinie....

Französische Stellungslinie am Reichackerkopf
Französische Stellungslinie am Reichackerkopf
Mauerreste eines Schutzwalls
Mauerreste eines Schutzwalls

Die Franzosen mussten sich an die Höhe herankämpfen, von der permanenter Dauerbeschuss von 25kg-Geschossen herabkam.

Der Wald war bald verschwunden u d diexGräben Boten keinen ausreichenden Schutz. Hier ist ein Stück einer Mauer erhalten, die auf französischer Seite Schutz bieten sollte. Fast völlig von Moos begrünt erkennt man noch die Schießscharten und sieht die Zieleinstellung. Ein Laufgrabensystem durchzieht den Waldabschnitt. Mehr ist nicht erhalten. Schaut man sich das Foto von nach dem Krieg an wundert man sich, dass überhaupt noch etwas überdauert hat....

Am Ausgangspunkt des Sattel stehen zwei historische französische Gedenkstelen. Deutsches historisches Gedenken sucht man hier natürlich vergebens, aber ich habe noch ein weiteres Ziel in dieser Talhöhe im Blick, das hierzu passt. 

Jetzt genieße ich die nebenan gelegene Alm und mache meine Brotzeit. Es ist äußerst angenehm und sonnig, der Wald ist eher herbstlich und nach dem Wintermarsch zum Hohneck gestern kommt es mir jetzt fast wie Frühling vor. 

Rast am Sattelkopf
Rast am Sattelkopf
Reichackerkopf
Reichackerkopf
Mittagspause
Mittagspause
Cimetière allemand de Breitenbach
Cimetière allemand de Breitenbach

In den Karten ganz klein gedruckt und nicht besonders auffällig ausgeschildert ist ein ganz besonderer Ort auf der dem Reichackerkopf gegenüberliegenden Seite des Tals  der deutsche Soldatenfriedhof Breitenbach.

Auch hier muss man gut 600m aufwärts in den Wald fahren bis man in ruhiger Randlage mut Blick in ein Seitentalabschnitt diesen stillen Ort findet. Er ist nicht wie Baerenstall vom Wald umgeben, sondern er ragt aus dem Wald heraus, mit seiner grünen Wiese und dem Moosboden scheint er zu leuchten. Und der Ausblick....

Eine Besonderheit hier ist, dass neben den gefallenen Soldaten des 1 Weltkrieges auch die des 2 Weltkrieges liegen. Ab einer gewissen Höhe beginnen neben den Toten von 1915 übergangslos die von 1944.

Spontan kommt mir das unpassend vor. Wie kann man an diesem Ort so etwas vermengen? Ist es das gleiche Gedenken? Aus einer Perspektive, die weit genug entfernt ist macht es evtl. keinen Unterschied  - Aus einer Kriegsgräberperspektive sind deutsche Soldaten nun einmal deutsche Soldaten. Die Heimat sollte sie gleichermaßen ehren. Das verstehe ich. Dennoch kämpften und starben die Kanoniere, Wehrmänner, Grenadiere, Feldwebel, Musketiere usw.des Jahres 1915 doch für einen ganz anderen Staat, eine andere Politik und in einer anderen Zeit. Würde man gefallene US-Soldaten des 1.Weltkrieges neben ihren Landsleuten am Omaha Beach bestatten? 

Auch wenn der Vergleich hinkt- im Kern sehe ich hier in Breitenbach eher eine pragmatische Lösung, keine ideelle Vermischung zweier Aufarbeitungen. U d ja- das merkwürdige Gefühl bleibt    

Ich beschließe mich auf meinen Schwerpunkt zu konzentrieren und gehe diexLinuen ab, spreche Namen aus und bewundere einmal mehr die schlichte und enorme Schönheit dieser Orte. Viele der hier liegenden überwiegend süddeutschen Soldaten- ist am Reichackerkopf und am Libgekopf gefallen. Für einen Moment frage ich mich ob es vorstellbar wäre die französischen Soldaten der Necropole von Metzeral mit den deutschen Soldaten von hier auf einem gemeinsamen Friedhof zusammen zu betten. Im Tod waren sie schon damals keine Feinde mehr und nun sind d ihre Vaterländer es auch nicht mehr. 

In der heutigen Losung steht ein starkes Wort aus Jakobus 3:"Die Frucht der Gerechtigkeit aber wird gesät in Frieden für die, die Frieden stiften."



Gaschney und Sattelkopf
Gaschney und Sattelkopf
Rückkehr zum Mont St.Odile
Rückkehr zum Mont St.Odile

Erst im April bin ich hierher gepilgert , nun verabschiede ich mich erneut aus dem Elsass nach einem ganz anderen Urlaub. Der Odikienberg ist für mich ein Fixpunkt geworden, einer dieser Orte, die eine starke Bedeutung haben und wie ein Schwamm etwas von mir aufgesogen haben/konserviert haben.

Die starken Eindrücke diesesyUrlaubs wirken noch nach auf der Fahrt hier hoch während in der Rheinebene alles im Nebel verschwindet. Ich fahre quasi durch eine graue Wolke- keine Vogesen mehr zu sehen. Soll das der Abschied sein?

Doch als ich die Serpentinen zum Klosterberg hochfahre lichtet sich der Nebel und oben ist der strahlend klare Himmel im Begriff den Sonnenuntergang zu inszenieren. Wie symbolisch, denke ich mir noch und stehe plötzlich im Klostereingang....

Über dem Nebelmeer an der Engelskapelle
Über dem Nebelmeer an der Engelskapelle
Sonnenuntergang
Sonnenuntergang
Geöffnete Tränenkapelle
Geöffnete Tränenkapelle
Eingang des Klosters
Eingang des Klosters
Sonnuntergang St Odile
Sonnuntergang St Odile

Dieser Ort hat etwas magisches: alle Leute flüstern als die Sonne hinter den Bergen verschwunden ist und der Mond erscheint neben der Odilienstatue als wäre er dorthin bestellt.

Die Laternen schimmern gelblich während alles dunkler wird und aus der Tränenkapelle fällt noch ein schwacher Lichtschein. 

Ich gehe nach drinnen in den Andachrsraum: ich habe eine Kerze zu entzünden 

St.Odile au clair de lune
St.Odile au clair de lune

Nach diesen wundervollen Eindrucken zum Abschluss meiner Reise steige ich still geworden ins Auto und fahre die dunklen Serpentinen ins Tal hinab, dann auf die Landstraße, die Route National und vorbei an Strasbourg über Wissembourg nach Deutschland. Der Nebel stört mich nicht mehr. 

Willkommen zu Hause
Willkommen zu Hause

Home sweet home ❤

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Sentier des roches- Wandern in den Hochvogesen 2.Tag

Heute geht's hoch zum Hohneck
Heute geht's hoch zum Hohneck

Apropos Sentier des roches,....

Ich habe mich sehr auf diesen Felsenpfad gefreut und die vielen Risikohinweise stets mit halbem Auge ignoriert. Nachdem ich zum Col de la Schlucht hochgefahren war und bei strahlender Sonne und knackiger Kälte verpackt den Zugang gefunden hatte, dauerte es keine Minute bis ich mich - zum Glück unbeobachtet- der Länge nach hinlegte. Überall Schnee und darüber eine schöne Eisschicht. Im Wald wurde es kaum besser u d als der Pfad dann wirklich zum Pfad schrumpfte und der Abhang tiefer wurde kamen wir, bereits bedächtig schleichend und jeden Tritt doppelt mit den Stöcken absichernd, deutliche Zweifel. Diese Zweifel wuchsen zu einem klaren NEIN, HEUTE NICHT, als ich um die Ecke bog und feststellte, dass auch die Felsen vereist waren und somit überhaupt kein Halt oberhalb des zählenden Schlundes vorhanden war. In dem Momrnt tauchte hinter mir ein deutsches Pärchen auf, das ebenfalls den Sentier geplant hatte. Sie kamen innerhalb weniger Sekunden zum selben Ergebnis und wir wünschten uns noch einen schönen Tag.Kaum waren sie umgedreht stellte ich noch das Stativ auf um ein Beweisfoto zu machen.

Enttäuscht war ich schon, aber jetzt steht fest: I'll be back, Felsenpfad!!"

Das Beweisfoto- ich war da....
Das Beweisfoto- ich war da....

Der Strohmeyer-Pfad, wie der Sentier auch genannt wird ist also ein weiterer Grund um zurückzukehren! 

Horroreisglatte Wanderkante
Horroreisglatte Wanderkante

Zum Glück verläuft oberhalb vom Sentier des roches der GR5 der zum LeHohneck führt. Damit war der Plan B schnell gefasst. Es ist nur eine ganz andere Tour, davon musste ich erst.al Abschied nehmen.

Schneeeeee
Schneeeeee
Auf dem Weg zum Hohneck
Auf dem Weg zum Hohneck
Fernblicke
Fernblicke

Auf einer mehr oder weniger festen Eisschicht Wandern stellt sich doch völlig überraschend als etwas sportlich dar. Ich hab mir die ganze Zeit Spikes oder Schneeschuhe gewünscht, oder auch gleich Schlittschuhe, so wie ich aufwärts rutschte.

Im Sinne von 1 vor, 2 zurück bis ich dann lieber ausgeschert bin und quer durch den Wald lief, da liegt noch weicher Schnee. Aber mal abgesehen davon: wunderschöner Sonn(en)Tag im Schnee, unverhofft liegt hier oben auf 1300m doch einiges. 8 Sonnenstunden lassen vor allem für den Ausblick ganz oben hoffen.


Martinswand
Martinswand
Blick auf den Schwarzwald
Blick auf den Schwarzwald
Fast oben
Fast oben

Die Felsen der Martinswand sind eine beliebte Kletterwand, der Anblick einer schräg nach unten abfallenden zuckerweißen Kante macht schon mächtig Respekt. Hier kann man wunderbar weitczum Schwarzwald blicken, ich erkenne zahlreiche Erhebungen über dem Nebelmeer, das auf der Rheinebene liegt.

Hier weitet sich das Panorama, auch nach Frankreich öffnet sich der Blick und ich freue mich schon auf den Gipfel um alles zu überblicken.

Zeit für Fotos ...

Nicht nach unten gucken, am Rand entlang...
Nicht nach unten gucken, am Rand entlang...
Der letzte Aufstieg zum Hohneck
Der letzte Aufstieg zum Hohneck
Wegweiser am Hohneck
Wegweiser am Hohneck
Auf dem Gipfel - 1363m
Auf dem Gipfel - 1363m

Nach einem straffen Aufstieg bin ich schließlich angekomme  auf dem 2.höchsten Gipfel der Vogesen. Le Sommet ist auf 1363m und hier kann man heute bei klarer Sicht und strahlender Sonne bis zu den Alpen blicken. Fantastisch!! Ich zucke sofort das Fernglas und sehe mich satt an der alpinen Zackenwand, in der man doch tatsächlich u.a. das Matterhorn erkennt. Auch das Jura ist zu sehen und als gehörten sie zusammen schließt sich der Schwarzwald im Osten an. Im Vordergrund erkenne ich schnell den Grand Ballon, auf dem wir im Herbst standen. Im Westen werden die Vogesen flacher aber wie ein Meer aus dunklen Erhebungen waldigen und geschwungen schön. Es geht ein kalter Wind (-5°) und ich suche mir ein Eckchen und setze mich für meine Brotzeit. Der heiße Tee tut enorm gut hier oben und bei den Ausblick vergeht die Zeit im Fluge. Ich präge mir das Panorama ein und schieße Fotos.


Auf dem Hohneck - Blick nach Süden
Auf dem Hohneck - Blick nach Süden
Alpen in der Ferne
Alpen in der Ferne
Blick nach Osten
Blick nach Osten
Alpen durchs Fernglas
Alpen durchs Fernglas
Der Grand Ballon des Vosges
Der Grand Ballon des Vosges
Heberge au Sommet
Heberge au Sommet

Irgendwann musste ja dann der Abstieg kommen. Ich wäre gern dem GR5 gefolgt, der von hier aus nach Südosten zu den nächsten Gipfeln u.a. zum Ballon führt, aber mein Auto steht ja am Col de la Schlucht, daher gibts heute Aller-Retour. Dieser Wanderweg ist herrlich angelegt!! 

Ich blicke beim Rückweg immer nach Osten zum Foret Noir und komme an einem schönen Wintersportplateau vorbei, hier fahren viele Familien Schlitten und bauen Schneemänner. Ski ist nur wenig los, Langlauf fast niemand. Zu harter Schnee/Eisschicht....mal sehen wann hier die Saison startet.


Rückblickend zum Hohneck
Rückblickend zum Hohneck
Winterwald Vogesen
Winterwald Vogesen
Die Sonne sinkt langsam
Die Sonne sinkt langsam

Der Weg abwärts gestaltet sich ähnlich sportlich, ich komme an zahlreichen Gruppen vorbei, die über den Weg schlittern und teils quieken, teils motzen. Ich nehme wieder den querwaldein-Weg und stapfe lieber als zu rutschen. So genieße ich nochmal den Winterwald bevor ich beim Pass auf den Skitourismus stoße, einigexBaustellen sie d nicht mehr fertig geworden und so wirkt der Ort La Schlucht etwas durcheinander aber im Aufwind: touristisch ist das hier ein Knotenpunkt der Region! Der Skilift scheint erneuert und alle Wege werden gerade verbreitert. Ich lasse die verstopfte Brasserie und das überfüllte Café liegen und gehe direkt zum Auto, der Parkplatz ist rammelvoll.

Durch den veränderten Weg habe ich noch etwas Zeit bei Tageslicht und überlege ob ich ein weiteres Schlachtfeld bereits heute aufsuchen soll...

Knappe Sache....
Knappe Sache....
Colmar Marché de Noël
Colmar Marché de Noël

Ein erster Versuch den Reichsackerkopf zu erreichen ist dann mangels guter Beschreibungen schief gegangen und ich bin in der Pampa stecken geblieben. Da es langsam dämmerte habe ich lieber den Rückweg angetreten, der Weg so eng und steinig wurde, dass ich um das Auto sorgen musste. Da muss ich nochmal recherchieren...

Stattdessen bin ich dann nach Colmar zum letzten Tag des Weihnachtsmarktes gefahren und das war eine gute Entscheidung....

Cathedrale de Colmar
Cathedrale de Colmar
Marktstände am Dominikanerkloster
Marktstände am Dominikanerkloster
Sehr stimmungsvoll, am 29.12.!!
Sehr stimmungsvoll, am 29.12.!!
Weihnachtsbummel
Weihnachtsbummel

Hier wird noch Weihnachten gefeiert, Glühwein getrunken, in der Cathedrale konnte ich in eine Messe reinhören, die Carussels drehen sich und eine Eisbahn (Place des Champs de Mars)wird von Hunderten Kindern und Jugendlichen befahren.Alles glänzt und glitzert und nachdem ich letztes Jahr im Advent in Strasbourg war muss ich sagen: das hier ist schwere Atmosphären- Konkurrenz : Colmar hat sich ganz verzaubert. Schön, dass ich das noch am letzten Tag erlebt habe . Ich genieße im Bistro du Copain hinter der Cathedrale noch eine Tarte Flambèe und lasse den Tag gemütlich ausklingen.

Dann geht's zurück nach Mittlach, einmal das ganze Munstertal durch, dann hoppelt der Passat vor der Pension über den Schotter. Es hat etwas sehr eindringliches, das Tal im Dunkel zu durchqueren, an allen Leuchtbäumen, Schildern, angestrahlten Mairies vorbei, durch den dichten Nebel bis das Tal endet und selbst dann noch nach oben in die Höhen nach Mittlach-Le Haut.

Fantastisch Abseits!!

Jetzt noch einen guten Pinot Noir und Plätzchen a la maison. Kaum zu glauben, dass ich morgen Abend wieder heim kehre....

Ich plane jetzt mal den morgigen Tag! Gute Nacht!

Cathedrale de Colmar
Cathedrale de Colmar
Auf dem Cathedralplatz
Auf dem Cathedralplatz
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"Tombeau des Chasseurs"- Spurensuche 1.Tag

Lingekopf
Lingekopf

Heute fahre ich zum Col du Wettstein um auf den Höhen der französischen Front die Wanderung zu beginnen. Entlang der Unterstände und Schützengräben führt der Weg an einem deutschen und einem französischen Soldatenfriedhof und am Memorial du Linge vorüber. Juli bis September 1915 tobte hier eine schreckliche Schlacht, die 17000 Tote in 3 Monaten forderte, und in deren Verlauf massives Bombardement und Gas zum Einsatz kamen. Noch hält sich der Nebel in den Höhen aber bei dieser Tour kann er mich nicht stören. Spannend wird zunächst ob die Zugangsstraßen soweit frei sind. Der Col du Wettstein ist mein Startpunkt...


Auf dem Wettstein
Auf dem Wettstein
Über den Nebelmeer
Über den Nebelmeer

Vom Col du Wettstein wo ich auf 880m Höhe geparkt habe führt ein Wanderpfad direkt in den Wald aufwärts und dann über ein von Felsansammlungen durchzogenes Plateau.

Startpunkt fürcden Circuit historique ist sie Ferne Auberge du Glaborn (jetzt natürlich geschlossen).

Auf dem Weg dorthin durchqueren ich bereits Überreste französischer Laufgräben und beobachte zahllose grasbewachsene Mulden, die eigentlich nur Einschlagskrater von Geschptzen sein können. Auf zwei felsigen Vorsprüngen finde ich dann auch bereits erste Verteidigungsbauten. Hier war damals französische Seite, die deutschen Stellungen offenbar nicht weit entfernt.

An der Ferme Auberge angekommen folge ich dem GR  der geradewegs zu "La Courtine" führt, dem Ort an dem die Franzosen im Juli 1915 die Schlacht eröffneten um die Deutschen Befestigungen zu überrennen. Es handelt sich um eine große Lichtung, die noch heute einer Hubbelpiste gleicht: ein Loch am anderen, teilweise sind mittlerweile Bäume in den ehemaligen Kratern Gewächsen. Ein Teil des Geländes ist abgesperrt. Welch verzweifelte Offensive hier getobt haben muss wird sichtbar nachdem ich ein paar Schritte in den Wald gehe, wo die Deutschen eine nicht unbeträchtliche Bunkeranlage errichtet hatten mit Schützengräben. Die französische Offensive war erwartet worden und mit preußischer Genauigkeit war hier ein befestigtes Bollwerk errichtet worden, gegen das die französischen Chasseurs anstürmten. Der Rasen hat sich sanft über die Krater gelegt, Pflanzen überwuchern Teile dercFläche, aber mit dem Wissen der Ereignisse von 1915 stellt sich alles ganz eindeutig dar. Ich stehe auf einem Schlachtfeld....Im Wald durchlaufe ich die deutschen Befestigungen, Bunker, die voll Wasser gelaufen sind, Schützengräben, die ins nichts zu führen scheinen. Gruselig wenn man bedenkt, dass hier vor 105 Jahren so viele junge Menschen in einem völlig sinnlosen Gemetzel ihr Leben ließen und die stummen Zeugnisse ihres vermeintlichen Schutzes noch immer hier ohne sie Wacht halten. Ein Ort um Gänsehaut zu bekommen. Bilder entstehen wie allein im Kopf, die Fantasie tut ihr übriges...

La Courtine- Auf dem Schlachtfeld
La Courtine- Auf dem Schlachtfeld

Vom Col du Wettstein wo ich auf 880m Höhe geparkt habe führt ein Wanderpfad direkt in den Wald aufwärts und dann über ein von Felsansammlungen durchzogenes Plateau.

Startpunkt fürcden Circuit historique ist sie Ferne Auberge du Glaborn (jetzt natürlich geschlossen).

Auf dem Weg dorthin durchqueren ich bereits Überreste französischer Laufgräben und beobachte zahllose grasbewachsene Mulden, die eigentlich nur Einschlagskrater von Geschptzen sein können. Auf zwei felsigen Vorsprüngen finde ich dann auch bereits erste Verteidigungsbauten. Hier war damals französische Seite, die deutschen Stellungen offenbar nicht weit entfernt.

An der Ferme Auberge angekommen folge ich dem GR  der geradewegs zu "La Courtine" führt, dem Ort an dem die Franzosen im Juli 1915 die Schlacht eröffneten um die Deutschen Befestigungen zu überrennen. Es handelt sich um eine große Lichtung, die noch heute einer Hubbelpiste gleicht: ein Loch am anderen, teilweise sind mittlerweile Bäume in den ehemaligen Kratern Gewächsen. Ein Teil des Geländes ist abgesperrt. Welch verzweifelte Offensive hier getobt haben muss wird sichtbar nachdem ich ein paar Schritte in den Wald gehe, wo die Deutschen eine nicht unbeträchtliche Bunkeranlage errichtet hatten mit Schützengräben. Die französische Offensive war erwartet worden und mit preußischer Genauigkeit war hier ein befestigtes Bollwerk errichtet worden, gegen das die französischen Chasseurs anstürmten. Der Rasen hat sich sanft über die Krater gelegt, Pflanzen überwuchern Teile dercFläche, aber mit dem Wissen der Ereignisse von 1915 stellt sich alles ganz eindeutig dar. Ich stehe auf einem Schlachtfeld....Im Wald durchlaufe ich die deutschen Befestigungen, Bunker, die voll Wasser gelaufen sind, Schützengräben, die ins nichts zu führen scheinen. Gruselig wenn man bedenkt, dass hier vor 105 Jahren so viele junge Menschen in einem völlig sinnlosen Gemetzel ihr Leben ließen und die stummen Zeugnisse ihres vermeintlichen Schutzes noch immer hier ohne sie Wacht halten. Ein Ort um Gänsehaut zu bekommen. Bilder entstehen wie allein im Kopf, die Fantasie tut ihr übriges...

Begraste Geschütz-Kraterlandschaft
Begraste Geschütz-Kraterlandschaft
Deutsche Befestigungswege "La Courtine"
Deutsche Befestigungswege "La Courtine"
Bunker von 1915
Bunker von 1915
Unterirdische Anlagen, mit Wasser vollgelaufen
Unterirdische Anlagen, mit Wasser vollgelaufen

Die französische Offensive richtetecsich gehen die deutschen Stellungen am Barrenkopf und auf dem Schratzmaennele, beide stark befestigt. Ich mache mich auf dem Weg durch den Waldabschnitt und steige den "Schatzmaennele" hoch, eine besonders hart umkämpfte Anhöhe, die u.a. von bayrischen Landwehrtruppen verteidigt wurde. Zu diesem Zweck bauten sie einen RotsandSteinbruch zur Festung um.

Der Weg auf den "Schratz" erinnert etwas an den Hartmannswillerkopf (siehe Blog vom Oktober) : alle paar Meter eine Geschützstellung, Schützengrabensysteme und Bunker. Von hier aus war der ganze Waldabschnitt unter Feuer und man mag sich das Blutbad nicht vorstellen das auch hier gewütet haben.

Ich finde beeindruckend gut erhaltene Gräben und schaue mit Taschenlampe in die Bunkerräume hinein, wo tatsächlich Mannschaftsräume angelegt waren: Leben in Höhlen, kalt und nass, ständige Todesfurcht und hier oben immer ganz auf sich gestellt. 

Die Natur hat sich diesen Ort wieder erobert: ein traumhafter Baumbestand, dichter Buschwuchs, ein Paradies auch gewiss für Pilze. Die Steinbrüche (es gibt zwei hier oben) lieferten einmal ganz sauberen roten Stein, jetzt sind auch sie Kriegsdenkmäler. 

Ich komme schließlich oben an, Hinweisschilder lassen die Wahl: Friedhof oder Memorial. Ich wähle zunächst den Weg zum deutschen Soldatenfried "Baerenstall"....

Schützengraben am Schratzmaennele
Schützengraben am Schratzmaennele
Der "kleine" Steinbruch, auf dem die Geschützstellungen sitzen
Der "kleine" Steinbruch, auf dem die Geschützstellungen sitzen
Grabensystem - ein Geisterlabyrinth im Wald
Grabensystem - ein Geisterlabyrinth im Wald
Hinweisschilder auf dem Schratz
Hinweisschilder auf dem Schratz
Fundstück....
Fundstück....
Waldleben
Waldleben
Der deutsche Soldatenfriedhof
Der deutsche Soldatenfriedhof

Am Lingekopf finde ich einen deutschen Soldatenfriedhof, der einige Jahre nach dem Krieg angelegt wurde um die Gebeine der zahlreichen  bis dahin eher provisorisch bestatteten deutschen Soldaten zusammenzuführen. Der Friedhof am Baerenstall ist für mich heute einer der beeindrucksten Orte: mitten im Wald stehen tausende dunkler Kreuze auf einer ansteigenden Wiese, die von zwei Denkmälern überragt wird 

Alles atmet Stille, kein Pomp, kein Nationalheiligtum, einfach nur das nackte Bewusstsein dafür, dass hier der tausendfach Tod Ernte gehalten hat und jetzt der Feldwebel neben dem Kanonier, der Christ neben dem Jude (!) und der namentlich bekannte Soldat neben dem nicht identifizierten Kaneraden liegt. Ich gehe durch die Reihen und spreche leise ihre Namen aus, niemand sonst ist hier. Namen, die mal Menschen waren. Ein Ort den es in anderen Welt nicht geben müsste. Es ist der vierte große deutsche Soldatenfriedhof, den ich auf französischem Boden besuche und es fühlt sich immer gleich an: Andacht, gemischt mit stiller Wut, Scham und Mitleid. Dann fallen alle diese Gefühle zusammen und ich bin dankbar dass 100 Jahre vergangen sind, ich hier stehen darf und Frankreich mit anderen Augen sehen darf als viele Deutsche damals.

Ich setze mich, schenke mir Tee ein und mache Brotzeit. Es ist unglaublich still hier, man hört seine eigenen Gedanken fast als würde man reden.

Cimetiere allemand de Hohrod
Cimetiere allemand de Hohrod
Steintafel zum Gedenken
Steintafel zum Gedenken
Knapp 2000 Gräber
Knapp 2000 Gräber
Stille
Stille

Heute liegen diese deutschen Soldaten in der Erde eines befreundeten Landes- als sie beerdigt wurden waren sie "Boches"- besiegte Feinde, die die Schuld am Krieg trugen und kein Mitleid zu erwarten hatten. Heute trauern wir gemeinsam: Deutsche und Franzosen- um ganze europäische Generationen, die in unserer Erde gebettet sind.

Lingekopf
Lingekopf

Ich laufe vom Baerenstall durch den Wald erneut über den Schratz um auf der anderen Seite zum Lingekopf zu gelangen: nach dieser zentralen Befestigung ist das ganze Schlachtgeschen in 1915 benannt.

Hier ist ein Memorial erbaut worden, das zahlreiche Funde präsentiert und erklärt. Natürlich geschlossen....Da ich das wusste kein Problem, die nötigen Informationen habe ich mir bereits angelesen und betrete sozusagen ein nationales Heiligtum, so der Text am Eingang. Gemeint ist damit zum einen die patriotische Bedeutung dieser Schlacht für das später siegreiche Frankreich und zum anderen der Umstand, dass hier unzählige Menschen gestorben, darunter sehr viele "disparu", also verschollen sind. Wer weiß wie viele heute nich hier ihre letzte Ruhestätte haben? Ausgrabungen finden nicht mehr statt, dafür hat man das Areal in Stand gehalten, sodass man einen wirklich extrem authentischen Einblick in diese Kriegsführing bekommt. Nach Verdun muss ich sagen kommt dieser Ort einer Ahnung was dieser Krieg wirklich bedeutet hat am nächsten!  Schauderhaft deutlich wird, wie unglaublich nah hier französische und deutsche Gräben aneinander entlang laufen. Und wie ungleich die Ausgangslage: die deutschen Begestigungen gleichen einer Burganlage: in 3 Linien (!) sind Gänge stark befestigt mit allem Schnickschnack  entlang des Höhenkamms errichtet. Die deutschen Geschütze sind abwärts auf die franz.Gebirgsjäger gerichtet. Völlig 

uneinnehmbar. Die franz.Gräben sind eher provisorisch errichtet worden, in einer Hanglage von über 20% von unten! Ein ungleicher Kampf, der hier vom Material entschieden werden sollte. Und nicht entschieden werden konnte: nach 3 Monaten mit blutigsten Angriffen beider Seiten bleibt es ab Oktober 1915 ein Stellungskrieg, der ebenso steckenblieb wie zahllose Frontabschnitte in Frankreich. Die meisten Toten an der Vogesenfront starben im Soätsommer 1915...

Am Lingekopf
Am Lingekopf

Was hier fasziniert ist der Zustand und die Vollständigkeit der gesamten Anlage. Wer einmal hier war, weiß was Stellungskrieg bedeutet und was für ein Wahnsinn Krieg ist.

Man kann auch Staunen über die ingenieursleistung der deutschen Anlage, letztlich aber alles für das große Morden....

Ich nehme mir viel Zeit und laufe entlang der 1.Linie, steige später in das Grabensystem ein und nehme die Position der Schützen ein. In der 2.Linie habe ich schließlich das Gefühl in einem Labyrinth gefangen zu sein. Schutzstellungen bei Beschuss waren bis zu 10m tief gebaut. Unglaublich. Am Rand der Anlage der Abhang, der Blick auf die französischen Gräben . 

Ich muss wieder an den Soldatenfriedhof denken. Nachher besuche ich auch  den französischen auf dem Wettstein. Der Lingekopf - das zweite große Schlachtfeldin den Vogesen - berührt emotional: 17000 Tote in 3 Monaten: und alles für nichts! Nur der Tod hat reichlich Ernte gehalten. Wir Europäer haben ein schweres Erbe und müssen doch noch immer daran erinnert werden....

Hist.Aufnahme Lingekopf
Hist.Aufnahme Lingekopf
1.Linie
1.Linie
Hist.Aufnahme
Hist.Aufnahme
Sperrzone Abhang
Sperrzone Abhang
Äußere Befestigung und Maison Carré
Äußere Befestigung und Maison Carré
Schießluke
Schießluke
Blick über die 1.Linie
Blick über die 1.Linie
Im Graben
Im Graben
Das Schlachtfeld
Das Schlachtfeld
Genkstele für die franz. Chasseurs
Genkstele für die franz. Chasseurs

Ich gehe vom Memorial wieder in Richtung Wettstein und komme auf einem Plateau an einer Gedenkstele vorbei.Von hier kann man die Breite der Front erahnen, die komplexen landschaftlichen Herausforderungen bei einem Höhenunterschied von Berg und Tal.

Über zwei Kuppen gewinne ich wieder an Höhe u d laufe schließlich auf dem gleichen Randonnée wie zu Beginn.

Zwischen den Einschlagslöchern verläuftceine Mauntainbikestrecke. Ich drehe mich um und da bemerke ich ein faszinierendes Lichtspiel der untergehenden Sonne mit dem aufsteigenden Nebel. Ich hatte heute Glück: hier oben war es klar und gegen Ende sogar sonnig, jetzt gewinnt der Nebel die Oberhand und es wird kühler.

Ich kann bis zum Grand Ballon blicken und sehe mein morgige Ziel , den Honeck! Schneebedeckter Kamm....

Die Fotos sagen dazu mehr aus!


Sonnenuntergang am Lingekopf
Sonnenuntergang am Lingekopf
Der Nebel kommt....
Der Nebel kommt....
Les Vosges
Les Vosges
Rückweg am Wettstein
Rückweg am Wettstein
Vogesenwald
Vogesenwald
Franz.Militärfriedhof Wettstein
Franz.Militärfriedhof Wettstein

Den Abschluss meiner Exkursion zum Lingekopf bildet der Besuch der Necropole auf dem Col du Wettstein. Hier ist das offizielle Totengedenken für die gefallenen (Franz.) Soldaten. Ein typischer staatlicher Trauerort mit Franz. Fahne. Die hellen Kreuze werden ergänzt durch h zwei Gebeinhügel (Ossouaire), wo tausende franz. Gefallene ruhen.

An diesem Ort lege ich wiederum eine Tee&Brotzeit ein und genieße die Stille.

Ein riesenhafte Kreuz ist errichtet mit dem Wort PAX . Ein bedeutend kleineres Holzkreuz ist angebracht  das wohl ursprünglich diesen Friedhof eröffnete.

Ich trinke aus, gehe an den Gräbern vorbei und spreche wieder  Namen aus. Hängen bleibe ich an den Gedenktafeln von Familienangehörigen...

Ich frage mich ob es so etwas in Deutschland je gegeben hat, ich meine: die Gräber waren weit entfernt, Trauer war sowieso schwieriger nach dem verlorenen Krieg und wer weiß heute noch wo die Ahnen ruhen und fährt hin ei e Tafel anbringen. Das kommt vor , ist aber sehr selten.

Der "Grande Guerre" ist in Frankreich, in den Familien, glaube ich etwas ganz anderes gewesen als für Deutschland der "Erste Weltkrieg".



Abendliche Talfahrt über dem Nebel
Abendliche Talfahrt über dem Nebel

Als ich den Friedhof verlasse geht die Dämmerung schnell voran und im Tal sammelt sich der Nebel wie Zuckerwatte. Im Monschein ergeben sich wundervolle Blicke ins Münstertal als ich losfahre.

Weihnachtsmarkt in Munster
Weihnachtsmarkt in Munster

Als ich durch Munster fahre (elsässisch: "Menschter") bemerke ich, dass auf dem Kirchplatz ein Weihnachtsmarkt ist und ordentlich was los zu sein scheint. Also beschließe ich zu parken und genieße im Licht der Kirche einen "Vin chaud" und ei e Tarte Flambée. Viele Buden mit regionalen Produkten,  Crepes und ein Karussell, Holzfeuer zum Wärmen. Eine schöne Atmosphäre: in Deutschland sind an Weihnachten alle Weihnachtsmärkte ja geschlossen, damit nach den Festtagen der Umtausch und der Böllerverkauf nicht gestört wird. Hier nehmen (die Franzosen!) noch die Zeit die Weihnachtszeit zu genießen, die ja ohnehin kirchlich noch andauert...



Munster
Munster
Tagesabschluss mit Glühwein
Tagesabschluss mit Glühwein
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Vogesenfront Teil 2- Exkursion zum Lingekopf

Vogesenfront 1915
Vogesenfront 1915
1915 -Krieg in den Vogesen
1915 -Krieg in den Vogesen

Zum Jahresende kehre ich ein drittes Mal in 2019  in das Elsass zurück: nach der Fahrradpilgertour zum Mont St.Odile im April und der Wandertour zum Grand Ballon im Oktober hat mich die Entdeckung der Weltkriegsruinen von 1915 am Hartmannswillerkopf nicht mehr losgelassen: Gräben, Bunker, Geräte, Unterstände, Treppen, Denkmäler und Friedhöfe. Nachdem ich im Juni auch mit Frederik erneut in Verdun war setze ich meine Erkundungen an der ehemaligen Weltkriegsfront fort. Immer in Verbindung mit der traumhaften Natur der Vogesen....

Jetzt-zwischen den Jahren- erwartet mich sicher eine stille leergefegte Natur, auch der Schnee ist noch nicht da, sodass der Skitourismus noch erträglich sein müsste. Ich erhoffe mir 3 Tage Einsamkeit am Ende dieses Jahres.

Ankunft in Mittlach le Haut
Ankunft in Mittlach le Haut

Nach einer etwa vierstündigen Autofahrt durch ein verregnetes Südwestdeutschland bin ich schließlich in den Vogesen angekommen. Nach vollen Autobahnen und vollen Städten wurde es schließlich auf den Landstraßen immer ruhiger: je ab seitiger Ich war, desto dunkler wurde es draußen und am Ende der Fahrt- etwa nach Metzeral- bog ich in den kleinen Ort Mittlach ein und hatte zum ersten Mal das Gefühl am Rand der Welt angekommen zu sein. Und selbst von hier führte noch ein kleiner Weg den Berg hinauf zum Oberdorf 'Mittlach le Haut' wo ich schließlich mein Quartier fand: ein gemütliches Blockhaus mit neu eingerichteten Zimmern und äußerst freundlichen Gastgebern. Bereits eine halbe Stunde nachdem ich mein Zimmer bezogen hatte wurde im unteren Stockwerk mit Wintergarten und leichtendem Weihnachtsbaum ein vorzügliches Drei-Gänge-Menü serviert mit Münsterkäse, regionalen Pilzen und einem echten elsässischen Sauerkraut. Mit den französischen und deutschen Gästen sowie mit dem Gastgeber Ehepaar das sehr gut Elsässisch spricht haben wir eine gesellige Runde gehabt die meine Ankunft gerade zu gemütlich gemacht hat:  man sprach über dies und das,  über die Region und bald konnte ich auch ein paar nützliche Informationen über meine geplanten Wanderziele einholen. Eine französische Familie interessierte sich für meine Kenntnisse zur Geschichte woraufhin die Gastgeber ein Journal raus holten mit lauter Wanderwegen zur Geschichte des Ersten Weltkriegs im Elsass: spätestens in diesem Moment war ich angekommen. Gut gesättigt sitze ich nun in meinem Bett und plane meine morgige Etappe zum Lingekopf-Schlachtfeld. Einige detaillierte Beschreibungen der damaligen Ereignisse im Jahr 1915 lassen mich recht genau nachvollziehen wo das Zentrum der Kampfhandlungen war und meine Wanderkarte zeigt zahlreiche Circuits und Randonnèes an : ich bin gespannt und freue mich, dass die Wettervorhersage so gut ist, dass ich morgen regenfrei wandern kann. Gute Nacht!!

Hauptgang: Sauerkraut a la Ferme
Hauptgang: Sauerkraut a la Ferme
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Dezember 19

Weihnachtsmarkt in Mainz
Weihnachtsmarkt in Mainz

Wie in jedem Jahr spielt sich im Dezember der Wettlauf mit den verbleibenden Verpflichtungen ab während die mancherlei Schönheiten und Annehmlichkeiten des Advent allgegenwärtig sind. Vorfreude will ja auch gelebt werden....


Weihnachtsplätzchen a la maison
Weihnachtsplätzchen a la maison
Gück in Air -Das Advents-Spezial 2019
Gück in Air -Das Advents-Spezial 2019
Und dann hats mich doch erwischt: Infekt und ab ins Bett....
Und dann hats mich doch erwischt: Infekt und ab ins Bett....
Und nicht den Daily Trail vergessen! NORDIC !
Und nicht den Daily Trail vergessen! NORDIC !
4.Advent - Barockmusik im Gottesdienst mit Oboe und Streichensemble
4.Advent - Barockmusik im Gottesdienst mit Oboe und Streichensemble

Eine regelmäßige Freude bereitet mir unser Kammermusik-Ensemble an der Auferstehungsgemeinde. Es stimmt menschlich, es ist frei von unrealistischem Ehrgeiz, aber wir finden doch zu einer sehr angenehmen Mischung aus machbarem Aufwand und erfreulichem Ergebnis. Diesmal zum 4.Advent ein Programm aus Barock-Hits (Vivaldi : Winter, Bach: Air, Marcello-Oboenkonzert) schönen Chorälen und zwei neueren liturgischen Sätzen von mir:  Immer eine Freude hier eigene Ideen mit befreundeten Musikern und der Gemeinde auszuprobieren. 

Und dann ist da meine geliebte Oboe....fühle mich (nicht nur aber besonders) an solchen Tagen reich beschenkt.

Ferien- Ziel erreicht.
Ferien- Ziel erreicht.
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Big Band Christmas

Die Weihnachtskonzerte 2019
Die Weihnachtskonzerte 2019
Ein stimmungsvolles Highlight am 2.Adventswochenende
Ein stimmungsvolles Highlight am 2.Adventswochenende

Mit meiner BigBand habe ich ja schon so allerhand Schönes erlebt und zwar in allen Generationen! Nun begab es sich zu der Zeit dass ein Gebot von meinem Schulleiter ausging, dass der Termin für die diesjährigen Jahreskonzerte verschoben werden müsse. Und alsobald stand fest dass es Weihnachtskonzerte geben würde, und jedermann freuete sich sehr.


Ein kreatives Fest mit wunderbarer Musik
Ein kreatives Fest mit wunderbarer Musik
Silent Night
Silent Night

Zwei ausverkaufte Konzerte vor heimischen Publikum, hochmotivierte Schüler in beiden Bands, eine prima Medienbetreuung durch das Technik- Team, stimmungsvolle Deko-Ideen, ein üppiges Buffet vom Abijahrgang, eine klanggewaltige Bläsermusik in den Pausen und vor allem eine super Stimmung an beiden Abenden. Es war ein Traum, dieses BigBand Christmas!! 

Ich hatte nie zuvor ein weihnachtliches Konzert mit der Band: das ist jetzt mehrmals ausgeglichen. 

Es ist uns gelungen in 3 Monaten ein komplettes Weihnachtsrepertoire einzustudieren, das von Swing, Latin über andächtig bis rockig alle Schattierungen bediente, die man einerseits vom Thema andererseits vom Genre und der Besetzung erwarten kann.

Besonders emotional war erneut der Abschied von den Ältesten der aktuellen Besetzung, die bald Abi machen und sich einige schöne Gedanken gemacht hatten und mich rührend beschenkten. Da wird in wenigen Minuten ganz intensiv bewusst, was man in den letzten Jahren geteilt hat, wie man zu einem Team wurde und dass all das nur auf Zeit geschenkt ist und bald schon enden wird.

Diese Momente gehören immer wieder zu meiner Arbeit und zu meinem Beruf dazu: sie sind ebenso traurig wie sie wundervoll sind. Ich kann es schwer erklären aber sie ähneln im Kleinen dem (deutlich stärkeren) Erlebnis von Eltern, die ihre Kinder "ins Leben entlassen" wenn sie ausziehen.

Dass solche Nähe und Vertrautheit in meiner Band entsteht und sich entwickelt, oft über die Schulzeit hinaus, das macht die BigBand zu einem  besonderen Teil meines Lebens für den ich dankbar bin! 

Die Saxophonix 2019
Die Saxophonix 2019
Die Blechbläser-Musik zur Pause
Die Blechbläser-Musik zur Pause
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Projekttage Demokratie

Festival Demokratie
Festival Demokratie
Projekttage & Festival
Projekttage & Festival

Am 1.November feierten wir an meiner Schule ein Festival der Demokratie, einerseits als Abschluss einer Projektwoche und andererseits als Höhepunkt eines Jahres zahlreicher Jubiläen: 100 Jahre Friedensvertrag Versailles & Verfassung der Weimarer Republik, 100 Jahre Frauenwahlrecht, 80 Jahre Ausbruch des 2.WK (kaum ein "Jubiläum"), 70 Jahre Grundgesetz, 30 Jahre Mauerfall...Ein wirklich reichhaltiges Spektrum an demokratischen Feier/Gedenk-Anlässen.

Statt vieler einzelner Veranstaltungen oder Gedenktage haben wir uns dazu entschlossen eine zentrale Festveranstaltung zu organisieren, die die ganze Schule gestaltet. Dieser Entschluss führte zur Idee der Projektwoche: an der Leibnizschule eine regelrechte "Wiederentdeckung" nachdem seit 2005 keine Projektwochen mehr stattgefunden hatten...

30 Jahre Mauerfall
30 Jahre Mauerfall
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Oktober

Oktober 2019
Oktober 2019
Hautbois mon amour
Hautbois mon amour

Zum regelmäßigen Üben (2 Std./Tag) kommt man mit einer vollen Lehrerstelle, Familie und diversen Nebenaktivitäten definitiv nicht. Das kann einen nach Studium und daran anschließenden Konzerthöhephasen schon frustrieren. Zeit ist knapp, und wenn die Kondition nicht stimmt laufen ehrgeizigere  Projekte nicht: die Oboe ist da unbarmherzig. Dennoch ist es mir gelungen über die Jahre wie man so schön sagt "die Substanz zu wahren". Studiert ist studiert und auch seltenere Konzertprojekte, Kammermusik und Soli sind eine Herausforderung, die zu meistern mir Freude bereitet. Die Oboe ist nach all den Jahren noch immer meine "große Liebe" in der klassischen Musik. 

Herbst in Rheinhessen
Herbst in Rheinhessen
GoodCompany
GoodCompany

Mit GoodCompany zu singen ist immer wie eine kleine Urlaubsinsel im Alltag. Besonders schön, wenn sich das auch noch verbinden lässt mit der Gottesdienstmusik an der Auferstehungsgemeinde : am 27.10. haben wir im Tauf-Gottesdienst gesungen und es sehr genossen. Die alten Majoy-Nummern beschäftigen uns nach wie vor....Extra für den Gottesdienst haben wir ein paar liturgische Stücke einstudiert, so u.a  einen neuen Satz von mir ("Deinen Tod, o Herr")  und 2 Stücke aus der "Pop-Liturgie" von meinem lieben Freund und Kollegen Andreas Hausammann. 

So wurde es eine sehr runde, Vokale Kirchenmusik in die die Songs von uns bestens hineinpassten. 

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Zurück in den Vogesen

Auf dem Grand Ballon
Auf dem Grand Ballon
Parc Naturel des Ballons des Vosges
Parc Naturel des Ballons des Vosges

Nachdem ich im April meine Radpilgertour entlang der Nordvogesen gemacht hatte, war es über den Sommer ein gewachsender Wunsch zu Fuss in den südlichen Vogesen auf Entdeckungstour zu gehen. Vor nunmehr 20 Jahren habe ich als Student meine erste Elsassreise mit Rucksack unternommen, damals bis hinab nach Basel und dann entlang der Weinstraße bis nach Wissembourg. Es folgten zahlreiche Urlaube mit Meike, den Kindern, dann auch Exkursionen mit Schülern, schließlich Tagesfahrten nach Straßburg und meine Fahrradpilgertour. Aber immer noch ist so viel Schönes zu entdecken....

Diesmal wieder zu zweit und mit Wanderstock! An 4 Tagen erkunden wir den "Grand Ballon" ( höchste Erhebung der Vogesen), das "Florival", den Hartmannswillerkopf (Front des 1.WK), romanische Spuren der Region, sowie als Abschluss  Eguisheim und (einmal mehr) Colmar.

Es ist zugleich der Auftakt für den Herbst und das Wetter scheint recht wechselhaft. Wir sind gut ausgestattet für alle Wetterlagen. 

Place des deux Mathildes
Place des deux Mathildes

Auf den Spuren der Romanik haben wir auch Station in Gueberschwihr gemacht. Nicht nur wegen des alten Glockenturms aus dem 11.Jh.ein schöner Ort. Für mich ist dieses Örtchen Filmkulisse, da hier der 4 Teiler "Die Elsässer" ("frz. Les deux Mathildes) gedreht wurde. Für Freunde des Elsass und der dt.frz-Freundschaft bis heute ein absoluter Standard-Filmklassiker. Ich hab damit sogar schon im Unterricht gearbeitet. ..

Hier also herum zu laufen ist ein gedankliches Mosaik. Überall Winzerstüble und hübsches altes Gemäuer, der ganze Ort an die Vogesen gekuschelt und überragt von dem herrlichen mehrstöckigen Turm. Die Sonne lachte noch dazu: ich liebe das Elsass!

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Ich -Allein?

Wanderungen, Radtouren, Urlaubsfotos, Alltag....

Eventuell fragt sich so mancher warum ich auf meinen sozial feeds meist allein zu sehen bin.

Wer darüber hinaus weiß dass ich verheiratet und Familienvater bin wundert sich evtl. noch mehr.

Warum ist das so? Ich meine, sowohl als auch: warum poste ich einerseits keine Familienfotos und warum andererseits kommt sowas einigen hier merkwürdig vor?

Heaven
Heaven

Vorgeschichte


Ich bin ein sogenannter Digital Immigrant, meine primäre Sozialisation kam noch ganz ohne Smartphone, Internet, ja sogar ohne Netflix aus.

In den 90ern hatte ich noch keines der "Handys", dafür aber mit Studienbeginn eine Mailadresse und ein 14,4k -Modem. Die Digitalkamera zog erst gg.1998 nach, noch später das erste Handy (2000) und im Jahre 2010 besaß ich dann mein erstes Smartphone was diesen Namen verdient.

Im Internet war ich zuerst bei wkw dabei, später im frühen facebook. Eine eigene Homepage legte ich mir etwa 2001 an und durch zahlreiche administrative Aufgaben finden sich seitdem auch noch zahlreiche andere Orte und Spuren von mir im Netz.

Als Lehrer bekomme ich seitdem  relativ direkt die neuesten Trends über meine Schüler mit und so ergänzte ich zuerst whatsApp, dann schaute ich mir Instagram an. Auf Twitter und Snapchat habe ich bis heute verzichtet. 

Es ist also etwa so wie bei einem Einwanderer, ich betrat stets ein neues Fleckchen Land, das kurz zuvor erschaffen worden war.

Ich kenne auf dieser "Wanderung in neue Länder "unterschiedliche Haltungen und Erfahrungen von mir und meinen Zeitgenossen,insbesondere meinen Freunden und meiner Familie . Das hat mich immer zum Nachdenken angeregt und mir eine "historisch-kritische" Ebene bewahrt, die Digital Natives in der Form vielleicht nicht aufbauen. Ich würde dennoch behaupten, dass ich mich in "Digitalien" ebenso gut zurechtfinde wie so mancher "Ureinwohner."

Wir leben im selben "Land", haben aber doch unterschiedliche Deutungsmodelle.

Ich hole ziemlich aus , aber es geht letztendlich um Prägung und Kommunikation- das muss verständlich werden.

Wenn ich gleich konkret werde ist mir wichtig zu betonen, dass ich hier einen Standpunkt, sagen wir mein Deutungsmodell, vertrete und natürlich auch andere Sichtweisen kenne und nachvollziehen kann. Auseinandersetzung darüber ist immer willkommen.

Respekt
Respekt

Respekt


Meine Frau ist in Sachen digitales Leben das ziemliche Gegenteil von mir. Das gibt mir viel Reflexionsfläche und hilft mir einiges besser zu verstehen in meinem Verhalten. Das fängt beim grundsätzlichen traditionellen Medienkonsum an (z.B. Fernsehen) und geht über Internetnutzung bis hin zum Social Media. Die Neugierde, Praktische Nutzung, symbolische Interaktion, Ich-Konstruktion, Suchtverhalten, Prokrastination, Kontaktveränderung, Datenschutz....alles Themen die diskutiert werden.

Askese, Verweigerung gegenüber übergriffiger Technologie, Skepsis gegenüber neuen Zeitfressern, Achtsamkeit, Traditionelle Freundschaftspflege,...spannende Themen, denen wir uns aussetzen.

Das ist also über allem was ich sagen will wichtig: Respekt und Achtsamkeit.

Wenn ich noch nie etwas bei Facebook etc. über meine Frau gepostet habe entspricht das ihrem Wunsch und ist zunächst mal eine Selbstverständlichkeit.

Bereitschaft
Bereitschaft

Bereitschaft und Bedenken


Ich merke gerade, dass ich natürlich mit dem letzten Absatz etwas inkonsequent geworden bin und doch etwas über meine bessere Hälfte gepostet habe. Ist in diesem Fall notwendige Ausnahme.

Ich habe grundsätzlich eine Bereitschaft Gedanken, Informationen  Fotos auch in einem sagen wir teilweise  indefinitem/virtuellem Rahmen zu teilen solang Austausch oder Sinn dahinter auszumachen sind. Damit ziele ich nicht in erster Linie auf eine quantitative Ebene (wie viele likes).

Solange diese grundsätzliche Bereitschaft sich die Waage hält mit den üblichen Bedenken (Relevanz, Datenschutz, Sinn), lasse ich mich auf dieses Spiel ein und gehe dann auch eher spielerisch damit um. 

Die bescheidene Grundthese lautet: was ich verbreite ist hinreichend unspektakulär bis banal, dass das spezifisch persönliche daran wiederum nur für sehr wenige so interessant ist, dass sie es zur Kenntnis nehmen. Alles andere ist nur in der Theorie existent und fällt durch alle Speicher-Relevanzen ins Müriarden-Datennirvana. So what?

Und ja: ich mache mir damit natürlich was vor. So tun wir das alle um die digitale Entblößung zum Normalfall zu erklären. Die Sache ist nur: gilt das auch wenn man es weiß, sich selbst total durchschaut und es trotzdem tut? ( Wer kennt noch das Märchen von des Kaisers neuen Kleidern?)

Man muss eine grundsätzliche Balance zwischen Bedenken und Bereitschaft finden, die man auch leben möchte. Und diese steht dann nicht allein im Netz, sondern sie tangiert auch unsere Freunde und Familien. 

Verantwortung
Verantwortung

Verantwortung


So wie ich meine Balance in der Digitalen Welt für mich finden musste gestehe ich selbstverständlich auch meiner Frau zu, dass sie sich aus Gründen Ihrer Balance aus vielem Web -Leben grundsätzlich heraushält. 

Nochmal anders ist es wenn es um unsere Kinder geht. Hier geht es nicht nur um Respekt sondern zusätzlich um eine Verantwortung, die wie ich finde von vielen Eltern unterschätzt wird.

Viele Bekannte und Freunde posten in schöner Regelmäßigkeit Fotos von ihren Kindern - gleich nach der Geburt bis ins Grundschulalter ist alles jederzeit dokumentiert. Schöne Fotos darunter.

Die Kinder können entweder nicht dazu befragt werden oder man möchte nicht Bedenken in Kinderköpfen säen. 

Ich habe mir früh vorgenommen, meinen Kindern kein "Datenarchiv" bei Google oder Facebook anzulegen bevor sie das nicht selbständig wollen/verwalten können.

Und zweitens möchte ich nicht der Versuchung erliegen meine Kinder als Dokumentations-Statisten für meine Selbstdarstellung zu missbrauchen. Profile im Netz sind aber zu oft genau das.

Das gehört für mich zur digitalen Verantwortung dazu.

Ich freue mich derweil daheim an Tausenden schöner Familien- Fotos! Nur dass sie nicht voraussetzungslos hierher gehören. 



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September

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Gück on Air Staffel 9

Im September startet meine 9.Staffel mit Gück on Air auf Radio Rheinwelle. Über den Grund und Zweck der Sendung habe ich mich weiter unten schon erklärt, nun steht das 9.Jahr an und ich präsentiere hier vorübergehend immer ein Retrospektive-Podcast für Neugierige.

Außerdem findet ihr stets meinen Album- Tipp des Monats.: im September ist das "The Questions" von Kurt Elling....

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CrossOver

Am 25.08. 14h ist es wieder soweit: Das 2.Mainzer Tauffest findet vor der Christuskirche statt und CrossOver ist erneut dabei. Ich freue mich sehr über eine tolle Besetzung mit Freunden und Kollegen: das wird fein!!

Aus dem Zeitungsbericht über das Tauffest 2017, bei dem wir openAir am Klenkbrunnen vor der Christuskirche mitwirkten.

Die Besetzung von CrossOver ist grundsätzlich flexibel:

ob als 4köpfige Combo, mit Streichern oder als Soulband mit Bläsersection: das war schon alles dabei.

Ich schreibe meistens die Arrangements  passgenau was auch viel Spaß macht, sodass wir schon unser eigenes Repertoire haben aber stets  offen bleiben für Neues: "CrossOver" ist auch so zu verstehen.

Bisher größte Besetzung war 2018 au dem Gemeindefest mit 3 Saxophonen, Trp, 2 Posaunen, Git, Piano, Bass, Drums und 2x Vocals.  Geiler Sound!!

 

"CrossOver- Popmusik übers Kreuz"- Ich habe 2015  eine Band an meiner Gemeinde gegründet, weil es theoretisch so viel gute "fromme" Musik gibt,  die ich gern in Gottesdiensten oder auf anderen Festen spielen mag, aber kaum feste Formationen, mit denen man das - jenseits einer "Jugendband"-Szene-  auch mal  jammen kann. Auf der anderen Seite habe ich  Freunde, mit denen eine Band einfach  cool wäre: so entstand "CrossOver".  Neben größeren Einsätzen wie im ERF-Fernsehgottesdienst (2016), der open Air-Bühne auf dem Gemeindefest (2018) oder dem Mainzer Tauffest an der Christuskirche (2017&2019), gibt es immer auch ganz "normale" Gottesdienste , die mit Band ein ganz anderes "Feeling" bekommen. 

 

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Rheinsteig Etappe 17

Die Königsetappe auf dem Rheinsteig übt eine Faszination aus, nicht nur wegen der meisten Höhenmeter, sondern wegen der traumhaften Ausblicke, dem Loreleyfelsen und der schieren Länge von 21 km. Es wurde Zeit....

Gemeinsam mit Frederik! Ein fantastisches Naturerlebnis vor der Tür!

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Auf dem Main-Radweg

27.07.2019

Etappe 6 Frankfurt nach Mainz/Heidesheim (43/60km)

Der letzte Abschnitt lag vor uns und zugleich die lang erwarteten Gewitter und der Regen. Die Main-Promenade war an dem morgen ein Spießrutenlauf, da überall Scherben lagen. Wir hatten gerade heute früh einen Hinterrad-Platten bei Marieke flicken lassen, daher waren wir besonders vorsichtig. Unglaubliche Sauerei auf den Quais: muss wohl ne Party gewesen sein...

Ab Schwanheim lief es dann rund und wir konnten die Regenwolken aufziehen sehen, die uns schließlich bei Höchst erwischten. Also: alle Taschen einpacken, Regenjacken raus, Helmschutz drauf und schon kanns weizer gehen. Der Regen störte eigentlich kaum, war ja angenehm nach all der Hitze, nur die trübselige Etappe wurde dadurch nicht gerade unterstützt. Bei Höchst gehts direkt durch das Werksgelände ...

Dann Brückenquerung und ab dem kleinen Park von Okriftel wars wieder ok. Der Main treibt breit und großstadtgesättigt seiner Mündung entgegen. Die Siedlungen enden nicht mehr, wie ein Bindfaden reigt sich Hafensteg an Stadtufer an Industrie. Flörsheim und Hochheim sind noch zwei Stationen, aber irgendwie waren wir von den Etappen zuvor etwas verwöhnt und nutzten die Orte nur noch zum Rasten und Essen. Und natürlich setzte auch der zug zur Mündung bei uns ein: der Countdown der Kilometer bis Mainz!! Der Heimweg...

Ab Kostheim spätestens war alles sehr vertraut und man entspannte sich, begann innerlich schon mit dem Rückblick.

Immer am Fluss gings auf die Maaraue und dann bei Km 0,0 waren wir am Ziel. Mainz, Main und Rhein werden eins.

Nach 6 Tagen ein wirklich schöner Moment, das Erreichen eines Ziels. Und das Verknüpfen von bekannten mit unbekannten Orten zu einer neuen inneren Landkarte. Hier endet der Main- Radweg und geht in zahlreiche andere radwege auf, nicht zuletzt natürlich den Rhein- Radweg.

Meine Familie nimmt ab hier den Zug nach Hause, während ich mit dem Anhänger keine Lust auf Bahn habe und lieber bis ganz nach Hause radele. Also über die Theodor- Heuss- Brücke, dann am Rhein entlang bis Budenheim und dann ab nach Heidesheim: allzu vertraute Route, durch den Regen, noch ein letztes Mal durchziehen. dann ankommen!

Gesamtstrecke: ca. 305 km.

 

26.07.2019

Etappe 5: Seligenstadt bis Frankfurt Römerberg (36 km)

Heute verlassen wir den "ländlichen Main": er wird jetzt in den Ballungsraum fließen und natürlich ist da viel Industrie links und rechts. Ein völlig anderer Charakter.

Vorbei am Kraftwerk Staudinger genießen wir dennoch den flussnahen Weg im Grünen und kommen in Steinheim an einem hübschen alten Schlösschen vorüber. Da wir linksmainisch bleiben lassen wir Hanau rechts liegen und sehen das Schluss nur im Vorüberfahren.  Die Route ist heute knapper und soll uns Zeit in Frankfurt lassen wo wir Station machen. Um es kurz zu machen: in Rumpenheim (Offenbach) machen wir eine kurze Rast und fahren dann schnell an Offenbach vorbei, das uns als Radlern nichts zu bieten hat (außer ein Eisbecher an den neuen  Hafenhäusern!)

Die Skyline von Frankfurt immer im Blick rollt es jetzt ganz von allein. Der Radweg ist bis zuletzt tatsächlich flussnah und weitgehend grün. So kommen wir nach Frankfurt Sachsenhausen wo wir Quartier machen. der Rest des Tages gehört dem Sightseeing, dem Shoppen und Schlemmen. So kommen auch noch einige km per pedes hinzu....

 

25.07.2019

Etappe 4: Wörth bis Seligenstadt (48 km)

Schon Donnerstag! Wir stehen früh auf, lassen uns das Frühstück schmecken und wollen vor der Hitze schon ein paar Km geradelt sein. So ganz geht der Plan nicht auf, da wir bei Niedernberg an einem traumhaften Badesee vorüber kommen und uns 14 km erst einmal in das kühle Nass stürzen. Zu schön!! Und mit nassem Radshirt radelt sichs hinterher auch wieder schön frisch....

Bis nach Aschaffenburg bleiben wir linksmainisch und kreuzen den Limes- Radweg noch für eine Weile,  kommen schließlich über die Brücke  zur Stadt hinüber und genießen die thronende Schlosskulisse.  Bis 1803 gehörte auch Aschaffenburg zum Mainzer Kurfürstentum!  In der Innenstadt ruhen wir uns etwas in einem Park aus, belohnen uns mit einem Becher Eis und füllen die Flaschen auf. Dann schlendern wir durch die Fußgängerzone zum Schloss und umrunden das Wahrzeichen der Stadt. Bemerkenswert auch das Römische Villen-Imitat "Pompejanum" beim Stadtausgang, das wir zurück auf dem Mainradweg kurz samt Tempel bestaunen.  Trotzdem - so denke ich - ist es  bei  diesem Wetter am Fluss angenehmer als in der City....

Von Aschaffenburg bis Karlstein gehts rechts des Mains, dann wechseln wir wir die Seite und verlassen damit Bayern. Seligenstadt ist unsere erste Station auf hessischem Boden. Den Weg markieren oft die Staustufen mit Schleusen-wehr, oft müssen die großen Schiffe hier geduldig warten bis abgesenkt ist. Wir hingegen nutzen eine Wehr zum Überqueren und nehmen dafür auch mal eine Schieberille in Kauf (mit Anhänger echt sportlich!!)...

In Seligenstadt angekommen sind wir äußerst angetan von diesem wunderschönen Städtchen, von dem wir so gar nichts wussten. Im Hotel auf dem Marktplatz bekamen wir noch Logis und so erkundeten wir das Stadtzentrum, den ganzen Abend lang in aller Ruhe. Die offenbar berühmtre Eisiele am Stadteingang haben wir auch geprüft und für sehr gut befunden. Aber das Kloster (Einhardsbasilika)  ist doch das beeindruckendste! Die ganze Anlage, die Gärten, die Düfte, die Archikektur,....was für ein Schatz an diesem Ort! Und ein paar Meter entfernt stehen Überreste eines Palatiums von Kaiser Barabarossa. der Ort hat Geschichte! Dass die Stadt reich war kann man an allen Ecken beobachten, alle Plätze mit prachtvollen Bürgerhäusern, geschnitzten Figuren, Türmen,....

 

 

24.07.2019

Etappe 3: Wertheim nach Wörth a.M. (48 km)

Hinter Wertheim sind wir wieder auf die rechte Mainseite gewechselt: im Grunde kann man meistens auf beiden Seiten fahren, aber je nach Führer gibt es da eine "Hauptroute". Die Schilder beiderseits des Flusses sind da ganz nüchtern und unvoreingenommen. Dennoch kann man sagen, dass jetzt rechts des Mains ein angenehmeres Radeln war- genug Platz und schöner Aussichten entlang der Dörfer Hasloch, Faulbach und Stadtprozelten, die selbst eher verschlafen denn interessant sind. (Lustig, das hinter Stadtprozelten gleich Dorfprozelten kommt....) Immerhin fanden wir in Collenberg ein Café wo wir ein verspätetes Frühstück im klimatisierten Saal genossen. Draußen waren es nun schon fast 39 Grad und da tat das gut.Wir hatten uns tatsächlich die heißeste Woche des Jahres für die Radtour ausgesucht! Wie schon letztes Jahr auf dem Moselradweg....

Die vielen Bögen die der Main macht sorgen stets für neue Blicke ins Tal, man sieht nie zu weit voraus: hinter Freudenberg wo wir den Main überquerten verließen wir Baden Würtemberg wieder und fuhren weiter in Bayern (Nicht dass das relevant wäre :-)

das Hauptziel des Tages war natürlich die alte Stadt Miltenberg, in der lange Zeit die Erzbischöfe von Mainz das sagen hatten. Hier prangt daher noch oft das Mainzer Rad an den alten Amtshäuserwänden. Auch ein altes Gasthaus mit Empfehlung aus Churmainz war zu sehen. Es war so heiß als wir das alte Brückentor passierten, dass wir zunächst nur Augen für ein erfrischendes Eis hatten. Danach bestaunten wir den wunderschönen Marktplatz und die geschlossene Schönheit der Architektur: Miltenberg ist definitv ein Schmuckstein am Main!

Ein besondere Entdeckung war für mich der Komponist Joseph Martin Kraus, der 1756 hier geboren wurde und 1792 in Schweden starb. Er wird auch der "Odenwälder Mozart" genannt. Hier der Wiki-Artikel zu ihm. Ich höre seither ein wenig seiner Werke (Sinfonien, Streichquartette und ein beachtliches Requiem!) und bin angenehm überrascht: wieder mal ein Fall von zu Unrecht in Vergessenheit geraten, wobei er hier in Miltenberg natürlich nicht vergessen ist: vor seinem Geburtshaus haben sie eine elegante Bronze Statue errichtet. Ein ehrenwerter Sohn der Stadt.

Wir schieben die Räder entlang der schönen Fachwerkhäuser, der Weinkeller und nehmen langsam Abschied um weiter zu radeln, wir haben uns gerade erst das Ziel für heute gesetzt: es soll nach Wörth gehen. Noch etwa 12 km, bei deer drückenden Hitze noch eine Strecke, aber mit der Aussicht auf eine schöne kleine Pension mit Dusche rollt es wieder...

In Wörth angekommen sind wir erstaunt: auf der anderen Mainseite ine große Reperatur-Werft für Transportschiffe und Wörth mit einer schönen Stadtmauer, die mit aktuellem Hochwaserschutz ausgestattet zu sein scheint: Klappen, Metallschleusen/türen,... Hinter dem Letzten Stadtturm liegt der Zugang zu unserer Pension und wir können wir können erst mal "absatteln". Zeit zum Erfrischen und später Essen und Spazieren. Ankommen ist immer wieder schön...

 

23.07.19

Etappe 2: Lohr bis Wertheim (47km)

 

Entlang des Mains geht es heute vorwiegend südlich, immer an der Landesgrenze zu Baden- Würtemberg entlang. Am linken Ufer des Mains hat BW ca. 25 km Anteil am Fluss, der Rest liegt vorwiegend in Bayern und Hessen. Schön gemacht sind daher die Grenzsteine auf dem Fahhradweg, die uns auf die Ländergrenze hinweisen, die wir entspannt überqueren.

Hier tauchen auch einige der selteneren Weinanbaugebiete des Mains auf (bei Homburg etwa): ein Anblick, den man z.B. im Moseltal so schätzt. Insgesamt aber doch überwiegend Ackerbau, Felder und Bauernhöfe. Auch ist das Maintal nicht schmal und tief sondern eher weit. Wir fahren an einigen Abbruchhängen des Sandsteins vorüber, selten aber ist das Tal eine "eingeschlossene" Wasserstraße.

Bei Homburg kommen wir am Kloster Triefenstein vorbei, an den regelmäßigen Staustufen und Schleusen, die der Fluss hat und bei Homburg finden wir eine idyllische Badestelle im Main und rasten bei immerhin bereits 35 Grad. Wunderbare Erfrischung an schattigen Bäumen und einem breit dahintreibenden Fluss.

Unser Tagesziel ist Wertheim wo wir auf dem Campingplatz eine Bike-Lodge gemietet haben: spannend wie man darin wohl schläft...bei 38 Grad wars erstmal brüllend heiß, aber abends kühlte es bald ab und wurde dann schon ziemlich urig. Unten parken die Räder und oben hat man sein Nest (inklusive Bettzeug und Strom!). Für vorbeiziehende Radler eigentlich ziemlich cool! Einziger Haken am Camping-Aufenthalt: die einzigen Störenfriede des gesamten Areals nächtigen augerechnet neben uns: schwatzhafte und bis 2.30h lauthals saufende Holländer. Zum Glück gibt es Kopfhörer...

Wertheim ist ein ausgesprochen schönes Städtchen am Zufluss der Tauber in den Main. Auf dem Berg thront die Burg und die Gassen sind herrlich eng und verschlungen. Gemütliche Kneipen und Fachwerkhäuser an jeder Ecke! Hier endet der Taubertal-Radweg, der auch sehr hübsch sein soll. Radwege.....

 

Montag, 22.07.

Etappe 1: Würzburg bis Lohr am Main (64km)

 

Für den ersten Tag haben wir uns etwas mehr vorgenommen, da die große Hitze noch nicht da ist und wir noch ausgeruht sind. Die Wettervorhersage wird ja recht behalten und uns später an die 40 Grad-Grenze führen...

Heute ist aber perfektes Radelwetter und es geht entspannt entlang am Schloss Veitshöchheim, Karlstadt und Gemünden bis ins wunderschöne Fachwerkstädtchen Lohr im Spessart. Die Radstrecke ist äußerst gut in Schuss, die Beschilderung lückenlos und gut angebracht, sodass wir uns ganz auf die Umgebung, den Fluss und das Radeln konzentrieren können. Erfrischungspausen und Sightseeing sind meist identisch: immer in Flussnähe  kommt man sehr gut voran.  In Karlstadt sitzen wir mittags auf dem Marktplatz und genießen ein Eis als vom Rathausturm ein Trompetensolo/Volkslied  erschallt (elektronisch, aber gut gemacht): sehr urig mit Blick auf die Burgruine aus dem Bauernkrieg und das Stadttor. Hier ist man ganz tief in Unterfranken und fernab der Großstadt.

Auf dem Weg begegnen wir oft Reihern und auch Störchen, die es sich hier gut gehen lassen. Der Main ist bereits beachtlich breit und man lässt ihm hier auch Raum. 

In Gemünden kommen gleich zwei Flüsse hinzu: die Sinn mündet in die (fränkische) Saale und diese schließlich in den  Main. Man kommt als Radler fast etwas durcheinander bei den ganzen Brücken, zumal da auch noch Baustellen waren.... Wir schauen uns im hübschen Städtchen um, füllen die Wasserflaschen und radeln weiter.

Lohr ist das Tagesziel und sicher neben dem Rokoko-Schlösschen in Veitshöchheim der Höhepunkt des Tages. Absatteln und nach der Dusche erstmal Spazieren/Essen gehen.  


6 Tage  Radtour am Main- dieses Jahr eine Flussradtour mit der ganzen Familie!  

Gestartet sind wir Sonntag früh mit der Bahn nach Würzburg, wo wir uns einen Tag Zeit zum "ankommen" und Sightseeing genommen  haben.  

Ich habe ja als Radler mit der Bahn so meine Erfahrungen, aber auf dieser Strecke lief die Beförderung soweit reibungslos, selbst mit 4 Rädern und Anhänger. Das Quer-Durchs-Land-Ticket (Aus RLP, durch Hessen nach Bayern) ist auch eine prima- Spargelegenheit zu viert!

Ansonsten: Familientauglich sollte die Tour sein  und interessante Wegziele. Ich kann vorweg nehmen, dass der Main-Radweg diesen Wünschen voll entspricht!  Aber wie sind wir überhaupt auf den Main gekommen?  Erstens wollten wir mit möglichst wenig Bahnbeförderung auskommen, also eher in der Region bleiben: durch den Main können wir sogar komplett nach Hause radeln! Und zweitens bekam ich letzten November von meinen Abiturienten der BigBand exakt den Radwanderführer für diese Tour geschenkt. Coole Sache! Nochmal also Danke an Laurids, Simon, Sebe, Robin und Lukas für die feine Idee!  

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Die Gospeljazz- Edition

Umwege durchs Internet....

Wenn man mal etwas Zeit hat im Netz zu forschen, findet man ja mitunter auch ganz unerwartetes. So gings mir mal wieder, und davon soll hier kurz berichtet sein.

Als ich vor 5 Jahren mit Prisma vokal ins Studio ging um eine CD aufzunehmen, war der Musikmarkt ja über dieses Medium bereits lang hinaus , dennoch schien es uns noch angemessen physische Tonträger zu generieren zur Auslage bei Konzerten etc.,  außerdem stellten wir es zum Download ins Netz. Und überhaupt: "eine CD machen" war die nach wie vor geläufige Formulierung für  "sich musikalisch verewigen"(oder so)- Im Sommer freuten wir uns dann über den Silberling mit unseren Einspielungen von Werken meines geschätzten Kollegen Christoph Schöpsdau und meiner Wenigkeit; alles ambitionierte und frische Chorarrangements im Bereich Jazz/Pop/Funk/Gospel. 

Nach drei Jahren waren die CDs langsam vergriffen, eine weitere Auflage lohnte sich nicht.  Ich verlor das Produkt aus den Augen, etwa so wie man einen alten Freund aus den Augen verliert: ab und zu denkst du an ihn und googelst vielleicht auch mal ob er Spuren hinterlässt im www.....

Ich schaute also nach, ob man das Album überhaupt noch findet im Netz und tatsächlich: hier findet man die Infos und den Download (zebe). Auch bei amazon music kann man das Album noch streamen. 

Aber wie verwundert war ich dann, das ganze Album in allen Teilen offen bei youtube zu finden!   Unter Angabe aller Lizenzen ist es dort nun also legal und frei zu genießen und ich freue mich, wenn ihr euch (falsl ihr das Ding noch nie gehört habt) die Titel anhört, vielleicht auch ein like da lasst.

Nun kann man allerdings rätseln, wer sich bloß das noch kaufen sollte wo es doch von youtube- alias google- frei ins Netz gestellt wurde. Nicht dass ich davon professionell leben würde, aber ich stelle mir die Frage für Kolleg*innen, die das tun und sich jetzt doch ziemlich ärgern müssten.

Ich nehme diesen Fund zum Anlass ab und zu etwas zu meinen Arrangements zu schreiben. Den Anfang mache ich mit "He's risen"....

Die Gospeljazz- Edition Teil 1

He's risen (M.Gück)

 

Die Komposition  habe ich 2004 meiner Kirchengemeinde in Mainz gewidmet (Ev.Auferstehungsgemeinde)  und habe sie  dort im gleichen Jahr nach Ostern in einem Gottesdienst mit Prisma vokal uraufgeführt.   Im gleichen Jahr war sie dann im Konzertrepertoire des Chores für  viele Jahre (z.B. 2008 mit der Sarah Kaiser- Band zum 15jährigen Chorjubiläum) und fand schließlich den Weg ins CD-Programm 2014.

Ich habe den Part des Evangelisten immer gern selbst gesungen, was mir trotz Chorleitungsfunktion dank hervorragender Begleitung am Klavier von Kollegen wie Christoph Schöpsdau, Wolfgang Zerbin oder Samuel Jersak ermöglicht wurde. Also bin ich im Studio auch in dieser Nummer mal ans Mic getreten. Im Studio hat mein lieber Freund und langjähriger "Star-Tenor" Pit Kauffmann den Engel gesungen.  

Die Komposition  lässt sich als Gospeljazz-Motette beschreiben:  2 Solisten, 2 Chöre und eine Jazzcombo  stellen den Auferstehunsgbericht aus dem Markus- Evangelium (soviel Augenzwinkern  musste sein) dar:  während der Evangelist  und der Engel eine Art accompagnato-Form haben, die der dramatischen Erzählweise dient, tritt der kleine Chor 2 (quasi als Schola) einerseits als Gruppe der "Frauen am Grab" auf, andererseits als Responsorium (Hallelujah) und mit der Gemeinde ( =Chor 1) im Chorus (He's risen). Die erzählenden Teile grooven dezent im Halftime-Feeling, der Chorus zieht auf Doubletime an und unterstützt den freudigen Ausrufcharakter des Ostermorgens.

Die beiden Chöre ergänzen sich im Chorus zu einem doppelchörigen Wechselgesang, der am Ende  (indeed= Gewissheit) auf dem #9-Chord (über dem Kreuz) jubelnd zum Stehen kommt. 

Ein paar klangsprachliche Symbole konnte ich mir dabei nicht verkneifen wie man sieht.  So z.B. die leere Quinte in der rechten Klavierhand vor den Rufen der Solisten, die das leere Grab symbolisiert, oder der #9er-Chord  auf "cruzified"  im Engelpart.  Der natürlich-Moll- Schlenker (orientalisch) bei "into Galilee" ist hoffentlich nicht zu kitschig. Es bleibt jenseits dieser Hintergründigkeiten jedenfalls noch viel Raum für Gestaltung durch die Solisten, und der Chor 2 ist eine Herausforderung für eine kleine Gruppe von vielleicht 4-8 guten Chorsängern. 

Nach dem ersten Konzert kam unser Gitarrist Adrian auf mich zu und steckte mir, dass ich ja offenbar ein großer Sting Fan sei... Ich stimmte ihm natürlich zu, nur-sagte ich-  wisse ich nicht, was das mit diesem Chorwerk zu tun habe.  Und dann öffnete er mir die Ohren, indem er zwei Worte sagte: " Rock steady" (...)  Hört mal HIER  rein ab 1'17    . 

Ich behaupte mal dass da noch jede Menge Unterschied bleibt, aber es ist schon verzwickt, wenn  solche Rhythmen in Allgemein-Feeling übergegangen sind.   

"He's risen" ist Teil der "GOSPELJAZZ"- Edition und soll beim Zebe-Verlag für interessierter Chorleiter/Chöre verlegt werden. Ich freue mich sehr , dass der Zebe-Verlag eine Auge auch auf Produktionen neben dem Mainstream hat und bin gespannt.  Den nächsten Titel den ich hier vorstellen werde kann man dort bereits käuflich erwerben. "Die Nacht ist vorgedrungen".

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Good Company

10.07.19

Ich freue mich, dass ein neues Projekt aus dem Alltag gewachsen ist: mit Sarah und Lena verbindet mich schon länger die Musik oder die Gemeinde, die Schule oder gleich mehreres. Wir haben uns in 2018 zusammen gefunden um gemeinsam als Trio einfach zu musizieren. Keine großen Ziele, aber Lust gemeinsam Musik zu machen. Mal daheim, mal in der Gemeinde, mal zum Mittags essen, aber auch schon mal nach dem stressigen Berufsalltag um fest zu stellen, dass uns das gut tut und Freude macht!

Jetzt sind die Monate ins Land gegangen und wir hatten uns für 2019 vorgenommen, mal aufzutreten. Wir haben also Songs gefunden, arrangiert und geprobt, die wir bereits kannten (sei es als Chorleiter oder Sänger) oder die wir uns gut für uns zu dritt vorstellen konnten. Und einen Namen wollten wir uns auch geben, natürlich....der ist dann nach vielen Ideen beim gemeinsamen Essen entstanden: das was wir hier haben ist nicht in erster Linie eine besonders artifizielle Leistungszelle, sondern eine musikalische Freundschaft. In angenehmer Gesellschaft gute Musik machen, ohne Druck, einfach weil es sich gut anfühlt. "Good Company" - 

Der Titelsong zu unserem Namen war dann auch bald gefunden: geschrieben hatte ihn Brian May für Queen, und weil er dafür im Original von 1975 auch eine Art Ukulele benutzt, lag es nahe, dass wir das adaptieren. Sarah griff also zur Uke und so wurde ein schmissiges Trio draus.

Der erste Auftritt war im März auf dem MusAiK der Auferstehungskirche in Mainz, also ein Heimspiel, trotzdem sehr spannend, da wir stark angeschlagen und erkältet waren. Die 2 Titel des Abends wurden dann "Everytime I feel the spirit" und "Good Company", damit war das Debut gemacht und gar nicht so schlecht! Darauf folgten dann ein Wohnzimmer- Konzert bei uns daheim, ein Gottesdienst und das Treppenkonzert in Trabven Trarbach an der Mosel, unser erstes openAir....

Wer uns gern folgen will. findet aktuelle Infos über unseren Blog . 

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Sommerzeit

Oppenheim
Oppenheim
07.07.2019 - 18 Jahre...
07.07.2019 - 18 Jahre...

07.07.2019 -   18 Jahre....

In den Re(h)ben
In den Re(h)ben
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Glan-Blies Radweg XL

Glan Blies Weg
Glan Blies Weg

Endlich wieder auf Tour: diesmal von Saarbrücken auf dem SaarRadweg nach Sarreguemines (F) und von da auf dem Glan-Blies-Radweg nach Norden übers Land zum Disibodenberg (Bad Sobernheim). Abzweig Nahetalweg....

Anhänger mit dem Zelt dabei: Abstand vom Alltag in der Natur gewinnen. Los geht's....

7.25h 

Der erste Stress am Morgen.....

...begann nicht etwa beim Packen, auch nicht bei der Fahrt zum Bahnhof. Nein: am Kartenautomaten! Die Bahn hat ihren überregionalen Automaten nämlich einfach mal entfernt und an der Regionalmöhre gibts kein Ticket nach Saarbrücken....

Also gut, Quer-durchs-Land-Ticket....passt.

Im Zug dann intensive Diskussion mit dem Vlexx-Schaffner, der darauf besteht, dass ich keine Fahrkarte habe,...denn das Ticket gilt ja erst ab 9 Uhr...

Ich erkläre ihm den Automatensalat, er insistiert. Ich fühle mich zunehmend als Radler verarscht und verlange seine Weigerung schriftlich für eine Beschwerde. 

Langsam nervt uns beide das Gespräch und wir kommen ins Fachsimpeln über Probleme beim Radfahren in Deutschland: der Wahnsinn der Regionalverbände. Irgendwie wirds etwas skurril denke ich mir, da bietet er an mir an, den Anhänger ins vordere größere Fahrradabteil zu tragen und drückt  ein Auge zu. Ich zeige mich lernwillig und dann ruckelt der Zug endlich weiter....

Zum Glück muss ich heute nicht umsteigen....


Unterwegs an der französischen Saar
Unterwegs an der französischen Saar
Jüdischer Friedhof in Frauenberg
Jüdischer Friedhof in Frauenberg

In der lothringischen Gemeinde Frauenberg überrascht nicht nur ein altes verfallenes Chateau auf dem Dorfhügel sondern auch ein großer und alter Jüdischer Friedhof. Ich bewundere diese Sepulkralkultur!

Keltengräber von Bliesbruck
Keltengräber von Bliesbruck

Unter einem Schuttberg verbargen sich hier drei Hügelgräber, eines davon offenbar von einer keltischen Prinzessin der La-Tène Kultur (um 350 v.Chr.) 

In Bliesbruck befindet sich ein ganzer Archäologie-Park. Römische Villen und eine römische Handwerker-Siedlung wurden hier freigelegt und beim umherschlendern zwischen all den Gebäude-Grundsteinen und Restsäulen macht es Spaß sich in die Römerzeit zurückzuversetzen. Das ganze Areal ist direkt auf der Deutsch-Französischen Grenze freigelegt worden.

Siesta
Siesta

In Blieskastel mache ich nach ca.53 km Siesta.

Die Sonne hat sich nun doch wieder auf 28° vorgearbeitet, was natürlich immer noch wesentlich angenehmer als am WE ist. 

Diese entzückende Barockstadt bietet mir neben Eiscafé und WC einen herrlichen Klostergarten in dem eine Kunstschule Steinmetzarbeiten open Air veranstaltet. Der Brunnen plätschert und ich genieße die Aussicht unter den Blätteralleen des Gartens. Nachcremen ist angesagt....

Über Bliesakastel beginnen hügelige Felder, und es hat sich gelohnt dort hoch gekämpft zu sein: nicht nur weil hier ein alter Jakobsweg verläuft, sondern weil hier einer der größten und ältesten Menhire Mitteleuropas steht, der Gollenstein. Über 5000 Jahre alt wurde er im 2.Weltkrieg von der Wehrmacht in 4 Teile zerlegt....unfassbar! 

Er ist in den 50er Jahren wieder aufgerichtet worden (fast 7 Meter hoch!) un erwartet den Wanderer wie ein gigantischer Pfahl mitten auf freiem Feld. Der Stein stammt nicht einmal aus dieser Sandsteinregion, was seine Herkunft noch rätselhafter macht...

Der Gollenstein
Der Gollenstein

Über Bliesakastel beginnen hügelige Felder, und es hat sich gelohnt dort hoch gekämpft zu sein: nicht nur weil hier ein alter Jakobsweg verläuft, sondern weil hier einer der größten und ältesten Menhire Mitteleuropas steht, der Gollenstein. Über 5000 Jahre alt wurde er im 2.Weltkrieg von der Wehrmacht in 4 Teile zerlegt....unfassbar! 

Er ist in den 50er Jahren wieder aufgerichtet worden (fast 7 Meter hoch!) un erwartet den Wanderer wie ein gigantischer Pfahl mitten auf freiem Feld. Der Stein stammt nicht einmal aus dieser Sandsteinregion, was seine Herkunft noch rätselhafter macht...

Biosphärenreservat
Biosphärenreservat

Ich verabschiede mich von Blieskastel um langsam Kurs auf meinen Campingplatz zu nehmen. Der Weg führt mich über geschwungene Höhen durch herrliche Felder, Wälder und genieße die Stille Abgeschiedenheit im Biosphärenreservat, das sich hier erstreckt.Bald verliere ich die Stadt aus dem Blick und radele durch ein kleines Waldstück, nach Hengstberg auf den Camping.

In dieser Grenzregion gibt es übrigens kaum Zeltplätze, ich musste richtig recherchieren um einen zu finden. Das Caravan-Abstellplatzmodell scheint einträglicher....

Um so erfreulicher war dann mein abgelegener Zeltplatz, den ich tatsächlich ganz für mich alleine hatte!! Die Betreiberin versorgte mich mit kalten Getränken und Wechselgeld, ein Pizzaservice kam gefahren und heute früh bekam ich noch eine Kanne Kaffee gebracht. Was will man mehr hier draussen? Und dann diese Ruhe....dieser Abend auf dem Zeltplatz , nach einer frischen Dusche , mit Lektüre, Musik und Zeit zum Nachdenken war ein würdiger Start des Urlaubs. 

Zweibrücken
Zweibrücken

Da ich wegen des Campingplatzes einen Abstecher vom Glan-Blies Weg machen musste habe ich die Gelegenheit genutzt und Zweibrücken erkundet. Der ansehnliche Fürstensitz mit Rosengarten und beeindruckendem Barockviertel bietet mur zudem ein leckeres Frühstück und ich kann ein defektes Kabel ersetzen. Nach dem Sightseeing geht's dann wieder auf den Radweg nach Homburg.....

Bike's Einöde
Bike's Einöde

Der Ort Einöd liegt zwischen Zweibrücken und Homburg....fahrradtechnisch und naturmäßig gesehen ist dem Namen nichts hinzuzufügen. Außer der netten Dame, die vom Erdbeerstand, die sich nach meiner Tour erkundigte. Diexä Erdbeeren verzehre ich dann in sann aber in schöneren Ambiente....

Bliesgau
Bliesgau

Ich verlasse heute den Bliesgau und bin gerade von Rheinland-Pfalz wieder zurück ins Saarland geradelt. Ziel ist Homburg, dann auf dem Glanweg weiter. Unterwegs besuche ich das Römermuseum von Schwarzenbach. 

Homburg
Homburg

In Homburg treffe ich wieder auf meinen ursprünglichen Trail und freue mich schon aufs Glantal. Jetzt aber nochmal städtisches Flair bei strahlendem Sonnenschein. Auf dem Marktplatz mit Blick auf den Kirchturm lasse ich mir die Einöder Erdbeeren schmecken,  neben mir brüllt ein Kind unverständliche Silben aus dem Kinderwagen,, aus den Cafés dudelt Musik und überhaupt ist Sommerzeit.....

Glantal
Glantal

Von Homburg führt der Radweg geradewegs in die Wälder (passenderweise nach Waldmohr). Ich genieße die schattige Kühle der Fahrt  auch wenn der latente Anstieg und der harte Schotter es nicht gerade leicht machen. Ich habe Kopfhörer in den Ohren und tauche ab - Gereon Rads bisher letzter Fall lässt hoffen auf eine baldige Fortsetzung....- 

Im Wald dann verwundert mich die Beschilderung und ich zögere,...eigentlich wäre ich anders gefahren, aber die Schilder fürcGlan-Blies leiten mich..nun ja: auf einen wie sich hinterher herausstellt nicht unbedingt erforderlichen Umweg. Aber alles gut, ich sauge alle Eindrücke auf, trete in die Pedale und nehme die Herausforderung, die mich zwei mal über die Autobahn (!) führt an... In Miesau bin ich dann  wieder auf Kurs und freue mich über den alten Bahndamm, auf dem die Fahrt nun eine ganze Weile schattig und bei bestem Boden verläuft. Vorbei an alten Bahnhofshäuschen, Eichprozessionsspinnerraupen und dem Glan rollt es jetzt optimal. Im Gegensatz zur Blies -Etappe sieht man vom Glan viel und verfolgt mit fast elterlicher Genugtuung wie der Knabe im.Flussbett immer dicker wird mit der Zeit! Ein wachsender Fluss....Herrliches Wetter, ich genieße!


Quartier Lauterecken
Quartier Lauterecken

85km Tagesleistung haben mir einen tollen Flussradweg erschlossen. Nach der alten Bahntrasse also etwa ab Altenglan teilweise parallel zur Draisinenstrecke (muss ich auch mal machen) durch ein wahres Storchenland: viele  viele Nester und viele Storchenfamilien, die drin sitzen, ich musste mich richtig auf den HierWeg konzentrieren ! 

Wiesen, Auen, Weizenfelder und viele kleine Nester ziehen da an einem vorbei. 

Der Glan schlängelt sich und man lässt ihn auch: Flusslandschaft! Den Dörfern merkt man in Name und Lage, den Geschäften oder Ruinen dem Ansehen nach an, wie alles hier mal gewesen ist. Manche machen eine Tugend aus alten Zeiten mit Museum oder Schildern/Hinweistafeln, andere sprechen mit Leerstand, verfallenden Gebäuden oder "zu vermieten" eine klare Sprache. Die Struktur ist im Fluss und die Leute mit iihr. Hier bekommt man ganz nebenbei auch einen flüchtigen Eindruck für "das Land" und wie man dort leben kann. Wunderschöne Grundstücke und Gebäude, kaum Läden, viel Leerstand und wohin sollen damm die Kinder ? 

Für historisch interessierte gibts hingegen überall was zu sehen entdecken oder erleben. (s.o.) Ich sehe mich satt an alten Fabriken, abmontieren Schienenabzweigungen, ehemaligen Bahnhofshäusern, Gedenkplaketten für Liberale Publizisten der 1830er, Seperatisten von 1924, bayerischen Wappen an alten Zollhäusern oder alten Behördenhäusern, Klosterkirchen am Jakobsweg  römischen Ausgrabungen, vorzeitlichen Kultstätten oder Schlössern aus denen General Blücher die Armee Napoleons 1814 vertrieb. Überall ist Geschichte und Vergangenheit und über alles legt sich die sympathische Verschlafenheit einer hochkulturellen postmodernen Friedensepoche, die über schnelles WLan und die Landarztversorgung nachdenkt, die Strukturschwäche beklagt und der Landflucht zusieht. Ich mache hier Urlaub....

Spaziergänger in Lauterecken
Spaziergänger in Lauterecken

Diese Gegend von Rheinland-Pfalz hat keine Zeltplätze für Alleinreisende. Es gibt entweder Jugenzeltplätze ser Pfadfinder oder Caravan-Stellplätze. Sehr merkwürdig! 

Ich habe mich daher dazu entschlossen heute in Lauterecken im Hotel zu übernachten und den Komfort zu nutzen im einen Stadtrundgang am Abend zu unternehmen. Tatsächlich sehr lohnenswert, wenn auch verschlafen.  Man bekommt hier jede Menge Geschichte des Ortes an den Häuserfassaden präsentiert, eine bewegte Vergangenheit, z.B. in der "Franzosenzeit" (1792-1814) oder der Aufstieg und Niedergang einer ansässigen Brauerei ("Felsenkeller-Bräu"). Ich flaniere an der Lauter entlang, die noch eine sehr schöne Brücke hier hat, dann aber eher hässlich einbetoniert unter der Strasse in den Glan geführt wird. Schade....


Letzte Etappen am Glan
Letzte Etappen am Glan

Nach einem köstlichen Abendessen und einer ruhigen Nacht zum Auftanken und einem wiederum köstlichen Frühstück im Pfälzer Hof  bin ich in den letzten Tag meiner Fahrradtour gestartet. Gerade mal 10km bis nach Meisenheim über schöne Felder die sich zu einem engen Tal um den Glan zusammenschnüren, links und rechts ragt Wald empor. Meisenheim ist natürlich eine Pflichtstation: ich nehme mir 1 Std. Zeit und laufe die alten Stadtmauern und die GlanWehr entlang. Faszinierend viele Überreste einer mittelalterlichen Kleinstadt, die unter bayrischen Herren ihre Blütezeit hatte! In der wirklich herausragenden Kathedrale (Schlosskirche) liegen mehrere Wittelsbacher zur letzten Ruhe. Wenn die wüssten, dass das nun ein protestantisches Gotteshaus ist....

Fachwerk, Bruchstein und überall verwinkelte Gassen und Türmchen. Die beiden Türme der Stadt wirken ehrfurchtgebietend von außen. Meisenheim entlehnt seinen Namen übrigens nicht von der Meise, auch wenn das Wappen dies andeutet. Der Gründer hieß wohl ähnlich. Naja, jetzt haben sie eben die Meise hier...

Bestaunen kann man hier auch noch eine Synagoge, die die Zeiten überdauert hat! Ich liebe solche geschlossenen Stadtbilder: in Blieskastel der Barock, hier das späte Mittelalter, wunderbar!


Grenzfluss
Grenzfluss

Hier bei Meisenheim war der Glan lange Zeit (seit 1815) die Grenze zwischen Bayerischer Pfalz und Preußen. Die Brücken dieser Gegend haben oft diese schönen Rondelle und zahlreiche Pfeiler spannen respektvoll einen großen Bogen über den Fluss. Hier bei Meisenheim springt der Glan über eine Wehr, steinig und sprudelnd nimmt er Fahrt auf. Ich folge ihm weiter und verlasse dann bald die Strecke bevor er in die Nahe mündet...

Ehemals Bayern.....
Ehemals Bayern.....
Flussradeln 100%
Flussradeln 100%

Hier auf seinen letzten Kilometern ist der Glan wahrhaft ein stattlicher Geselle, verströmt Ruhe und Gemütlichkeit und schart herrliches Ackerland um sich. Nur noch wenige Dörfer säumen seinen Weg. Ich steuere auf Odernheim zu und freue mich auf ein Wiedersehn mit dem Disibodenberg auf jener historischen Höhe um die der Glan seine letzte Scheife zieht. Bald schon entdecke ich die Schilder des Hildegardsweges und Jakobsweg-Plaketten am Wegesrand. Die Sonne scheint von einem herrlich blauen Himmel herab und doch ist es nicht drückend, die Luft duftet mal nach Heu mal nach Dung, vorbei an Bienenstöcken, Angelplätzen und es ist einfach still, hier am Glan. Auf der Draisinenstrecke, der ich seit Meisenheim wieder folge, ist nichts los, ich begegne allerdings einigen Radfahrern (oft E-Bikes), die freundlich grüßen. Mir wird nochmal bewusst wie wichtig es für meinen Erholungsfaktor war, dass hier keine Massen strömen und man Ruhe hat. 

Jakobswege im Hildegardland
Jakobswege im Hildegardland
Der Disibodenberg
Der Disibodenberg

Und dann bin ich am Fuß des Disibodenberges angekommen. Von hier unten auf der Seite Odernheims führt ein Fussweg empor und man sieht ein paar Mauerreste in der Höhe. Ich folge dem Glan um den Berg herum und nehme dann den Weg zum Disibodenberger Hof, wo der offizielle Zugang zum Kloster ist. Hier verlasse ich den Glan kurz vor seiner Mündung und steige hoch zu den Ruinen des alten Klosters. 

oben ohne
oben ohne

Pünktlich zum 01.07. habe ich mich von meinen restlichen Haaren verabschiedet. Meike hat mich am Vorabend meiner Tour davon auf der Terasse befreit...

Geplant hatte ich das bereits im April auf meiner Tour durchs Elsass, Zeit genug Zeit zum Überdenken also, aber nach diesen 3 Tagen fühlt sich das wirklich sehr angenehm an!!

Sicher braucht man optisch noch Gewöhnungszeit ;-) aber hier unterwegs kümmert es ja keinen und ich genieße die Freiheit meines Schädels....


Auf den Spuren Hildegards
Auf den Spuren Hildegards

Ich sitze sicher 30 Minuten einfach nur still im ehemaligen Chorraum der alten Abteikurche und blicke ins Kirchenschiff.... mehrere Pfeiler der Säulen kann ich ausmachen, daneben den Umgang der Aussenmauern, geradeaus blickt man auf die Mauerwand, die inzwischen zweigeteilt hinter einem hoch aufstrebenden Baum steht und aus der selber Wurzeln und Sträucher sich den Weg zum Licht bahnen.

Dies war eine mächtige Klosterkirche, im 12.Jh.sicher eine der imposantesten der Region. Hildegard lebte hier fast 4 Jahrzehnte bevor sie ihr eigenes Kloster bei Bingen gründete, die Nahe abwärts.

Hier zu sitzen so ganz allein lässt die Fantasie erwachen. All die Räume, Wege, Säulen, Mauern...ich gehe im Kloster umher und respektiere die Türen, auch wenn ich über sie hinweg schreiten kann. Hier die Sakristei des Abtes, dort der Kreuzgang, völlig überwuchert aber noch im Quadrat zu ermessen und tatsächlich wächst hier eine einzelne Rose! Der beachtliche Komparsenbau, auch Hospital, an der Aussenmauer gibt den Blick bis nach Meisenheim frei woher ich gekommen bin. Ein wirklich sehr gut gelegener Ort für ein Kloster. Ein paar Schritte weiter liegt die Friedhofskappelle neben der die Mönche beerdigt wurden. Das alles liegt 600, 700, 800 Jahre zurück. Noch kann man ihre Spuren finden, ihre Werke erahnen. Der Ort hat sich noch nicht alles wieder zurück geholt. Ich ziehe mir Kopfhörer auf und höre Musik Hildegards. Hier ersonnen? Hildegard war eine beeindruckende Frau, ich habe kürzlich in ihren Visionen gelesen. Eine kühne Denkerin, die über ihre Zeit hinaus gefühlt und erspürt hat, was in die Schöpfung hineingelegt wurde. Fremde Gedanken, die doch immer wieder erstaunlich ins Heute durchbrechen. Ihre Musik berührt unmittelbarer und umfassender. Ich setze mich in die Klosterkirche zurück und stelle mir vor, wo die Schola saß. Es ist Messe und die Mönche und Nonnen sitzen in der Kirche, jetzt ein Rasen, und lauschen den weiten Klängen. Ein mystischer Klang. Jetzt nur noch die Augen schließen.

Kreuzgang
Kreuzgang
Hospital
Hospital
Blick nach Meisenheim
Blick nach Meisenheim
Abschied vom Disibodenberg
Abschied vom Disibodenberg
Ich verlasse den Disibodenberg irgendwie erfüllt und entspannt und biege auf den NaheRadweg ab, ganz wie es Hildegard mit ihren Nonnen getan haben muss, flussabwärts Richtung Bingen.
Mein Ziel ist Bad Münster am Stein, Bad Kreuznach und dann der Weg parallel zum Rhein nach Hause.
Da ich den NaheRadweg bereits gefahren bin, Ende ich hier mit den Berichten und überlasse mich den Gedanken an den zurückliegenden Glan-Blies-Weg. Viel Neues habe ich entdeckt und bin sehr dankbar für perfektes Reisewetter, nie zu heiß oder zu nass. Ruhige Wege, Idyllische Natur, geschichtliche Pfade und sportliche Abschnitte haben es zu einer höchst ausgewogenen 3-Tagestour gemacht.
Bad Kreuznach
Bad Kreuznach

Auf ein Eis mache ich Station in Bad Kreuznach. Das Nahetal hat von Bad Soberheim bis hierher wirklich den schönsten Abschnitt!! Und hat man den Herrmannsberg erst geschafft (mit Anhänger!!) dann kann kommen was mag....

Nach dem SaarRadweg, dem Glan-BliesWeg und dem Nahe-Radweg steht jetzt noch ein Stück Rheinweg nach Hause an. Eine Flüssetour quer durchs Land!! 


Abschlusd
Abschlusd

01.-03.07.2019

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Saarbrücken

Sarreguemines

Blieskastel

Zweibrücken

Homburg

Waldmohr

Miesau

Altenglan

Lauterecken

Meisenheim

Disibodenberg

Bad Münster a.Stein

Bad Kreuznach

Gau Algesheim

Ingelheim 

Heidesheim

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225 km


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Musik im Gottesdienst- Teil 1

„Die Musik ist eine Gabe und ein Geschenk Gottes; sie vertreibt den Teufel und macht die Menschen fröhlich“ (Martin Luther)

 

 

In diesem Punkt sind sich wohl viele mit Luther im Wesentlichen einig. Mindestens den ersten Satz kann ich noch heute so unterschreiben. Bereits in der Bibel strotzt es nur so von Liedern (man denke nur an die Psalmen), früh in der kirchlichen Entwicklung des Mittelalters tritt der Gregorianische Choral auf um die Anbetung zu unterstützen. Kunstvolle Entwicklung zunächst der Vokalmusik, später auch der Instrumentalmusik führten dies fort. Aber immer auch war dies begleitet vom Streit der Kirche/Gemeinde um die "richtige" oder dogmatisch gesprochen "rechtgläubige" Musik. Ob dies die vielstimmigen Motetten der 'Ars Nova' (14.Jh.) betraf, die "weltliches" mit einbrachten (und darauf gar vom Papst verboten wurden) oder der Streit der Calvinisten im 16.Jh. um das Verbot der Orgel im Gottesdienst (da nur die menschliche Stimme würdig zum Gotteslob sei) bis etwa hin zur harschen Kritik des Rats der Stadt Leipzig am "inkorrigiblen" Kantor Bach und seiner unpassenden, "opernhaften" Musik im Gottesdienst. Es ist gewiss ein eigenes Forschungsthema, wollte man das Ringen um die angemessene Musik im Gottesdienst während der 2 verflossenen Jahrtausende Kirchengeschichte untersuchen um letzten Endes doch nur heraus zu finden, dass es sich aufgrund allzu menschlicher Präferenzen, Geschmäcker oder Empfindlichkeiten, theologischer Behauptungen sowie schlicht qualitativer Erwartungen um ein wahres Minenfeld handeln musste bzw. muss. Gottes Gabe ist nämlich wie seine Geschöpfe: vielfältig und bunt.

 

Um das "Richtige" vom "Falschen", das "Angemessene" vom "Störenden" zu trennen, sind Kategorien entstanden und es ist gewiss mehr als grob, wenn ich diesen Prozess hier einmal stark vereinfache, aber für diesen Fokus muss das genügen: Die oberste "Kategorie", die hier entstand ist die der "Kirchenmusik". Was also nicht Kirchenmusik i.d.S. ist, gehöre auch nicht in den Gottesdienst, so die daraus resultierende Vorstellung. Es mag hier noch zahlreiche Unterkategorien geben, die ich aber heute übergehe. Für unsere Beobachtung, nämlich der "Musik im Gottesdienst" ist jetzt interessant, inwiefern diese grundsätzlich "Kirchenmusik" sein muss/soll. Und da versagen heute die alten Kategorien sichtlich. Drei Beispiele:

1.) Wir spielen mit dem Streicherensemble nach der Predigt die "Air" aus der Orchestersuite Nr.3 von J.S.Bach.

2.) Zum Familiengottesdienst spielt Saxophon und Klavier das "Hallelujah" von Leonard Cohen

3.) Als "Postludium" rockt die Jugendband ein "Your love never fails"

 

Welcher Beitrag davon ist "Kirchenmusik"? Bachs Air - bekannt und beliebt- stammt aus einer Tanzsuite, die er für den Fürstenhof in Köthen schrieb: Kirchenmusik? Nein!  Leonard Cohens Song, den wohl jeder mitsingen kann, verwendet immerhin jüdische/biblische Personen/Situationen, hat aber mit einem "liturgischen" Hallelujah etwa soviel gemein wie  Ray Charles "Hallelujah I love her so". Liturgie? Choral? Nein! Der Worship-Song schließlich kann als zeitgenössischer Psalm, als Gebet gesungen werden und wäre damit der alten Kategorie nach am ehesten "Kirchenmusik". Da er aber ein groovender Popsong ist und mit Band gespielt wird, scheint er wiederum manchen, die keine inhaltlichen Aspekte heranziehen sondern eher "stilistische" wiederum nicht als "Kirchenmusik" durchzugehen. Alle drei Beispiele stammen aus meiner gottesdienstlichen Realität und könnten beliebig erweitert werden.

Ich persönlich habe mich daher vom Begriff der "Kirchenmusik" wie er früher gültig war verabschiedet. Akzeptabel wäre er nur, wenn er schlicht alle Musik meint, die im Gottesdienst erklingt, und das könnte fast jede denkbare Musik sein. 

 

Über folgende Aspekte möchte ich daher nachdenken:

a) Entscheidend ist die innere Haltung/Ausrichtung des Musikers/der Gemeinde, während er/sie musiziert: der Rahmen und die Gemeinschaft unterscheidet sich einerseits von einem Konzert andererseits von einem Salon/Pub. 

b) Instrumentalmusik egal welcher Herkunft kann ebenso wie Vokalmusik "sprechen" und daher im Gottesdienst wirken

c)  Vielfalt und Kontrast als Realität positiv zu erleben sind große Gaben der Musik, die wir im Gottesdienst annehmen und verwirklichen sollten. 

d) "my utmost for his highest" ist weiterhin ein gutes Ziel für die Musik im Gottesdienst, sollte aber nicht auf die "klassische Kunstmusik" reduziert werden. Letztlich hatte Louis Armstrong recht: "Es gibt nur zwei Arten von Musik: gute und schlechte.Es kommt nicht darauf an was du spielst, sondern wie du spielst."

e) Im Gottesdienst sollte neben dem gemeinsamen Musizieren immer auch das Hinhören auf vorgetragene Musik eine Rolle spielen. Der "Verkündigungsaspekt" der Musik lässt hier manchmal mehr erwarten.

f) Schwierig ist nach wie vor noch die Mehrsprachigkeit. Englische Songs ebenso wie lateinische Messtexte können das Mitvollziehen im Gottesdienst hindern, wenn es keine Übersetzung für die gibt, die der Fremdsprache nicht mächtig sind. Bei uns löst dieses Problem weitgehend der gut vorbereite Einsatz des Beamers. 

g) Respekt und Geschwisterlichkeit fordern uns allen zu Zeiten einiges ab, aber nur durch sie wird Musik im Gottesdienst zu "geistlicher Musik". 

h) Eine mutige Frage zum Schluss: darf/sollte Musik im Gottesdienst neben der Auferbauung/dem Gefallen/der Anbetung auch den Aspekt der Klage/Anklage und der kritischen Frage entfalten? Damit zusammen hängt die Frage nach dem "Wohlklang" und einer provozierenden/herausfordernderen Klangsprache.

 

Es folgen weitere konkrete Ausführungen in einem späteren Blog. Ich freue mich über Resonanz, gerne auch hier. 

 

 

 

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Meine Fahrrad- Pilgertour zum Mont St.Odile

 

Am 20.April ist Karsamstag, vor einem Jahr starb an diesem Tag meine Mutter, mein Leben hat sich dadurch geändert. Dass ausgerechnet dieser Tag in diesem Jahr zwischen Karfreitag und Ostern liegt, hat mich dazu bewegt, mich auf besondere weise damit auseinander zu setzen: zwei verschiedene Wege zu gehen.

 

Der erste Weg wird mich nach Süden ins Elsass führen, aber wichtig dabei ist nicht in erster Linie die Geographie, sondern ein Weg nach "innen":

ich möchte eine Pilgerfahrt mit dem Fahrrad von Wissembourg zum Kloster Mont St.Odile, dem heiligen Berg des Elsass, machen, dabei die ausgetretenen Pfade des vergangenen Jahres verlassen und ganz auf mich gestellt diesen "Weg nach innen" zurücklegen.   Ich werde hier gern einige Impressionen mit euch teilen. Den Radweg habe ich mir in drei Etappen erstellt, er führt mich an Weltkriegsschauplätzen, alten Klöstern, pittoresken Dörfern, den Vogesen und der elsässischen Weinstraße vorbei. Am Montag, 15.April gehts los....


Am Sentier des Roches
Am Sentier des Roches
Rheinstrand
Rheinstrand