Blogs schreiben ist sehr einfach: man muss nur das Unwesentliche weglassen (nach Mark Twain)

                                                                                                                                                                        17.07.19

Umwege durchs Internet....

Wenn man mal etwas Zeit hat im Netz zu forschen, findet man ja mitunter auch ganz unerwartetes. So gings mir mal wieder, und davon soll hier kurz berichtet sein.

Als ich vor 5 Jahren mit Prisma vokal ins Studio ging um eine CD aufzunehmen, war der Musikmarkt ja über dieses Medium bereits lang hinaus , dennoch schien es uns noch angemessen physische Tonträger zu generieren zur Auslage bei Konzerten etc.,  außerdem stellten wir es zum Download ins Netz. Und überhaupt: "eine CD machen" war die nach wie vor geläufige Formulierung für  "sich musikalisch verewigen"(oder so)- Im Sommer freuten wir uns dann über den Silberling mit unseren Einspielungen von Werken meines geschätzten Kollegen Christoph Schöpsdau und meiner Wenigkeit; alles ambitionierte und frische Chorarrangements im Bereich Jazz/Pop/Funk/Gospel. 

Nach drei Jahren waren die CDs langsam vergriffen, eine weitere Auflage lohnte sich nicht.  Ich verlor das Produkt aus den Augen, etwa so wie man einen alten Freund aus den Augen verliert: ab und zu denkst du an ihn und googelst vielleicht auch mal ob er Spuren hinterlässt im www.....

Ich schaute also nach, ob man das Album überhaupt noch findet im Netz und tatsächlich: hier findet man die Infos und den Download (zebe). Auch bei amazon music kann man das Album noch streamen. 

Aber wie verwundert war ich dann, das ganze Album in allen Teilen offen bei youtube zu finden!   Unter Angabe aller Lizenzen ist es dort nun also legal und frei zu genießen und ich freue mich, wenn ihr euch (falsl ihr das Ding noch nie gehört habt) die Titel anhört, vielleicht auch ein like da lasst.

Nun kann man allerdings rätseln, wer sich bloß das noch kaufen sollte wo es doch von youtube- alias google- frei ins Netz gestellt wurde. Nicht dass ich davon professionell leben würde, aber ich stelle mir die Frage für Kolleg*innen, die das tun und sich jetzt doch ziemlich ärgern müssten.

Ich nehme diesen Fund zum Anlass ab und zu etwas zu meinen Arrangements zu schreiben. Den Anfang mache ich mit "He's risen"....


Die Gospeljazz- Edition

Die Gospeljazz- Edition Teil 1

He's risen (M.Gück)

 

Die Komposition  habe ich 2004 meiner Kirchengemeinde in Mainz gewidmet (Ev.Auferstehungsgemeinde)  und habe sie  dort im gleichen Jahr nach Ostern in einem Gottesdienst mit Prisma vokal uraufgeführt.   Im gleichen Jahr war sie dann im Konzertrepertoire des Chores für  viele Jahre (z.B. 2008 mit der Sarah Kaiser- Band zum 15jährigen Chorjubiläum) und fand schließlich den Weg ins CD-Programm 2014.

Ich habe den Part des Evangelisten immer gern selbst gesungen, was mir trotz Chorleitungsfunktion dank hervorragender Begleitung am Klavier von Kollegen wie Christoph Schöpsdau, Wolfgang Zerbin oder Samuel Jersak ermöglicht wurde. Also bin ich im Studio auch in dieser Nummer mal ans Mic getreten. Im Studio hat mein lieber Freund und langjähriger "Star-Tenor" Pit Kauffmann den Engel gesungen.  

Die Komposition  lässt sich als Gospeljazz-Motette beschreiben:  2 Solisten, 2 Chöre und eine Jazzcombo  stellen den Auferstehunsgbericht aus dem Markus- Evangelium (soviel Augenzwinkern  musste sein) dar:  während der Evangelist  und der Engel eine Art accompagnato-Form haben, die der dramatischen Erzählweise dient, tritt der kleine Chor 2 (quasi als Schola) einerseits als Gruppe der "Frauen am Grab" auf, andererseits als Responsorium (Hallelujah) und mit der Gemeinde ( =Chor 1) im Chorus (He's risen). Die erzählenden Teile grooven dezent im Halftime-Feeling, der Chorus zieht auf Doubletime an und unterstützt den freudigen Ausrufcharakter des Ostermorgens.

Die beiden Chöre ergänzen sich im Chorus zu einem doppelchörigen Wechselgesang, der am Ende  (indeed= Gewissheit) auf dem #9-Chord (über dem Kreuz) jubelnd zum Stehen kommt. 

Ein paar klangsprachliche Symbole konnte ich mir dabei nicht verkneifen wie man sieht.  So z.B. die leere Quinte in der rechten Klavierhand vor den Rufen der Solisten, die das leere Grab symbolisiert, oder der #9er-Chord  auf "cruzified"  im Engelpart.  Der natürlich-Moll- Schlenker (orientalisch) bei "into Galilee" ist hoffentlich nicht zu kitschig. Es bleibt jenseits dieser Hintergründigkeiten jedenfalls noch viel Raum für Gestaltung durch die Solisten, und der Chor 2 ist eine Herausforderung für eine kleine Gruppe von vielleicht 4-8 guten Chorsängern. 

Nach dem ersten Konzert kam unser Gitarrist Adrian auf mich zu und steckte mir, dass ich ja offenbar ein großer Sting Fan sei... Ich stimmte ihm natürlich zu, nur-sagte ich-  wisse ich nicht, was das mit diesem Chorwerk zu tun habe.  Und dann öffnete er mir die Ohren, indem er zwei Worte sagte: " Rock steady" (...)  Hört mal HIER  rein ab 1'17    . 

Ich behaupte mal dass da noch jede Menge Unterschied bleibt, aber es ist schon verzwickt, wenn  solche Rhythmen in Allgemein-Feeling übergegangen sind.   

"He's risen" ist Teil der "GOSPELJAZZ"- Edition und soll beim Zebe-Verlag für interessierter Chorleiter/Chöre verlegt werden. Ich freue mich sehr , dass der Zebe-Verlag eine Auge auch auf Produktionen neben dem Mainstream hat und bin gespannt.  Den nächsten Titel den ich hier vorstellen werde kann man dort bereits käuflich erwerben. "Die Nacht ist vorgedrungen".

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Good Company

10.07.19

Ich freue mich, dass ein neues Projekt aus dem Alltag gewachsen ist: mit Sarah und Lena verbindet mich schon länger die Musik oder die Gemeinde, die Schule oder gleich mehreres. Wir haben uns in 2018 zusammen gefunden um gemeinsam als Trio einfach zu musizieren. Keine großen Ziele, aber Lust gemeinsam Musik zu machen. Mal daheim, mal in der Gemeinde, mal zum Mittags essen, aber auch schon mal nach dem stressigen Berufsalltag um fest zu stellen, dass uns das gut tut und Freude macht!

Jetzt sind die Monate ins Land gegangen und wir hatten uns für 2019 vorgenommen, mal aufzutreten. Wir haben also Songs gefunden, arrangiert und geprobt, die wir bereits kannten (sei es als Chorleiter oder Sänger) oder die wir uns gut für uns zu dritt vorstellen konnten. Und einen Namen wollten wir uns auch geben, natürlich....der ist dann nach vielen Ideen beim gemeinsamen Essen entstanden: das was wir hier haben ist nicht in erster Linie eine besonders artifizielle Leistungszelle, sondern eine musikalische Freundschaft. In angenehmer Gesellschaft gute Musik machen, ohne Druck, einfach weil es sich gut anfühlt. "Good Company" - 

Der Titelsong zu unserem Namen war dann auch bald gefunden: geschrieben hatte ihn Brian May für Queen, und weil er dafür im Original von 1975 auch eine Art Ukulele benutzt, lag es nahe, dass wir das adaptieren. Sarah griff also zur Uke und so wurde ein schmissiges Trio draus.

Der erste Auftritt war im März auf dem MusAiK der Auferstehungskirche in Mainz, also ein Heimspiel, trotzdem sehr spannend, da wir stark angeschlagen und erkältet waren. Die 2 Titel des Abends wurden dann "Everytime I feel the spirit" und "Good Company", damit war das Debut gemacht und gar nicht so schlecht! Darauf folgten dann ein Wohnzimmer- Konzert bei uns daheim, ein Gottesdienst und das Treppenkonzert in Trabven Trarbach an der Mosel, unser erstes openAir....

Wer uns gern folgen will. findet aktuelle Infos über unseren Blog . 

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Sommerzeit

Oppenheim
Oppenheim
07.07.2019 - 18 Jahre...
07.07.2019 - 18 Jahre...

07.07.2019 -   18 Jahre....

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Glan-Blies Radweg XL

Glan Blies Weg
Glan Blies Weg

Endlich wieder auf Tour: diesmal von Saarbrücken auf dem SaarRadweg nach Sarreguemines (F) und von da auf dem Glan-Blies-Radweg nach Norden übers Land zum Disibodenberg (Bad Sobernheim). Abzweig Nahetalweg....

Anhänger mit dem Zelt dabei: Abstand vom Alltag in der Natur gewinnen. Los geht's....

7.25h 

Der erste Stress am Morgen.....

...begann nicht etwa beim Packen, auch nicht bei der Fahrt zum Bahnhof. Nein: am Kartenautomaten! Die Bahn hat ihren überregionalen Automaten nämlich einfach mal entfernt und an der Regionalmöhre gibts kein Ticket nach Saarbrücken....

Also gut, Quer-durchs-Land-Ticket....passt.

Im Zug dann intensive Diskussion mit dem Vlexx-Schaffner, der darauf besteht, dass ich keine Fahrkarte habe,...denn das Ticket gilt ja erst ab 9 Uhr...

Ich erkläre ihm den Automatensalat, er insistiert. Ich fühle mich zunehmend als Radler verarscht und verlange seine Weigerung schriftlich für eine Beschwerde. 

Langsam nervt uns beide das Gespräch und wir kommen ins Fachsimpeln über Probleme beim Radfahren in Deutschland: der Wahnsinn der Regionalverbände. Irgendwie wirds etwas skurril denke ich mir, da bietet er an mir an, den Anhänger ins vordere größere Fahrradabteil zu tragen und drückt  ein Auge zu. Ich zeige mich lernwillig und dann ruckelt der Zug endlich weiter....

Zum Glück muss ich heute nicht umsteigen....


Unterwegs an der französischen Saar
Unterwegs an der französischen Saar
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Kellerwaldsteig

Der Kellerwald
Der Kellerwald

Ich freue mich auf ein besonderes Wanderwochenende mit alten Schulfreunden auf dem Urwaldsteig im Kellerwald (Edersee). 2 Tage Zeit für Natur und Gespräche, da kann die schlechte Wetterprognose kaum stören. Ausrüstung ist gepackt....

Im Nationalpark
Im Nationalpark
Schloss Waldeck
Schloss Waldeck
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Home sweet home

Heidesheim
Heidesheim

Zurück zu Hause bin ich erstmal die Heidesheimer Obstrunde gelaufen, 8km herrliche Obstwege, Hohlpfade, Wald- und Heckenabschnitte immer in Sichtweite von Vater Rhein. Diese Wege sind so vertraut durch die Jahreszeiten, dass ich den Frühling an jeder Ecke begrüßen kann.

Ostweg
Ostweg
Obstblüte
Obstblüte
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(Kl)Ostern

Ostern
Ostern

Der Osterspaziergang führte uns in diesem Jahr auf die andere Rheinseite zum Kloster Mariental (bei Johannisberg). Stille Abgeschiedenheit, Wald und frische Luft...und erneut in Klosterumgebung: in diesen Tagen gehört das oft zusammen. 

Szene am Bach
Szene am Bach
Waldluft
Waldluft
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Kassel 20.April 2019

Wilhelmshöhe
Wilhelmshöhe
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Pilger

Wikipedia schreibt: 

"Pilger, veraltet auch Pilgrim („Fremdling“), stammt von lateinisch peregrinus (oder peregrinari, „in der Fremde sein“) ab. Ein einzelner wurde früher als Pilgersmann oder Pilgersfrau bezeichnet. Im Kirchenlateinbezeichnet als Pelegrinus eine Person, die aus Glaubensgründen in die Fremde zieht, zumeist eine Wallfahrt zu einem Pilgerortunternimmt, zu Fuß oder auch unter Verwendung eines Transportmittels."

Pilgrim
Pilgrim
Am Ziel
Am Ziel
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Abschied und Aufbruch

Die Zeit auf dem Mont St.Odile war der Höhepunkt meiner Pilgerreise. Mit dem Erreichen des Ziels und den stillen Stunden fern von allem, der Andacht und dem Begrüßen des neuen Morgens ist nun der Abschied gekommen. 

Ich verlasse das Kloster um 7.45 Uhr ohne Frühstück und fahre den ersten Abschnitt bis zur Quelle hinab. Hier habe ich zu guter letzt noch etwas zu deponieren...

Dann ziehe ich die Sturmmaske über und schnelle die Serpentinen nach St.Nabor hinab, 9km bei scharfem Wind. Die Sonne steht bereits hoch, aber es geht ja noch durch den kühlen Wald. Nach etwa einer halben Stunde erreiche ich Obernai bei strahlendem Sonnenschein. Es ist Markttag und buntes Treiben in der Stadt.

Ich nehme auch hier Abschied und fahre zum Gare, wo mich bald ein TER nach Strasbourg mitnimmt. 

Abschied vom Kloster
Abschied vom Kloster
Kalte Abfahrt
Kalte Abfahrt
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Auf dem "Heiligen Berg"

Chapelle des Anges
Chapelle des Anges
Ein neuer Tag
Ein neuer Tag
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Der Aufstieg

Aufstieg
Aufstieg

Es ist soweit, der Berg ist in Sichtweite, eine etwa 12km lange Tour zum Gipfel liegt vor mir, dann ist das Ziel erreicht. Ich sammle mich. Dann geht es los...

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Musik im Gottesdienst- Teil 1

„Die Musik ist eine Gabe und ein Geschenk Gottes; sie vertreibt den Teufel und macht die Menschen fröhlich“ (Martin Luther)

 

 

In diesem Punkt sind sich wohl viele mit Luther im Wesentlichen einig. Mindestens den ersten Satz kann ich noch heute so unterschreiben. Bereits in der Bibel strotzt es nur so von Liedern (man denke nur an die Psalmen), früh in der kirchlichen Entwicklung des Mittelalters tritt der Gregorianische Choral auf um die Anbetung zu unterstützen. Kunstvolle Entwicklung zunächst der Vokalmusik, später auch der Instrumentalmusik führten dies fort. Aber immer auch war dies begleitet vom Streit der Kirche/Gemeinde um die "richtige" oder dogmatisch gesprochen "rechtgläubige" Musik. Ob dies die vielstimmigen Motetten der 'Ars Nova' (14.Jh.) betraf, die "weltliches" mit einbrachten (und darauf gar vom Papst verboten wurden) oder der Streit der Calvinisten im 16.Jh. um das Verbot der Orgel im Gottesdienst (da nur die menschliche Stimme würdig zum Gotteslob sei) bis etwa hin zur harschen Kritik des Rats der Stadt Leipzig am "inkorrigiblen" Kantor Bach und seiner unpassenden, "opernhaften" Musik im Gottesdienst. Es ist gewiss ein eigenes Forschungsthema, wollte man das Ringen um die angemessene Musik im Gottesdienst während der 2 verflossenen Jahrtausende Kirchengeschichte untersuchen um letzten Endes doch nur heraus zu finden, dass es sich aufgrund allzu menschlicher Präferenzen, Geschmäcker oder Empfindlichkeiten, theologischer Behauptungen sowie schlicht qualitativer Erwartungen um ein wahres Minenfeld handeln musste bzw. muss. Gottes Gabe ist nämlich wie seine Geschöpfe: vielfältig und bunt.

 

Um das "Richtige" vom "Falschen", das "Angemessene" vom "Störenden" zu trennen, sind Kategorien entstanden und es ist gewiss mehr als grob, wenn ich diesen Prozess hier einmal stark vereinfache, aber für diesen Fokus muss das genügen: Die oberste "Kategorie", die hier entstand ist die der "Kirchenmusik". Was also nicht Kirchenmusik i.d.S. ist, gehöre auch nicht in den Gottesdienst, so die daraus resultierende Vorstellung. Es mag hier noch zahlreiche Unterkategorien geben, die ich aber heute übergehe. Für unsere Beobachtung, nämlich der "Musik im Gottesdienst" ist jetzt interessant, inwiefern diese grundsätzlich "Kirchenmusik" sein muss/soll. Und da versagen heute die alten Kategorien sichtlich. Drei Beispiele:

1.) Wir spielen mit dem Streicherensemble nach der Predigt die "Air" aus der Orchestersuite Nr.3 von J.S.Bach.

2.) Zum Familiengottesdienst spielt Saxophon und Klavier das "Hallelujah" von Leonard Cohen

3.) Als "Postludium" rockt die Jugendband ein "Your love never fails"

 

Welcher Beitrag davon ist "Kirchenmusik"? Bachs Air - bekannt und beliebt- stammt aus einer Tanzsuite, die er für den Fürstenhof in Köthen schrieb: Kirchenmusik? Nein!  Leonard Cohens Song, den wohl jeder mitsingen kann, verwendet immerhin jüdische/biblische Personen/Situationen, hat aber mit einem "liturgischen" Hallelujah etwa soviel gemein wie  Ray Charles "Hallelujah I love her so". Liturgie? Choral? Nein! Der Worship-Song schließlich kann als zeitgenössischer Psalm, als Gebet gesungen werden und wäre damit der alten Kategorie nach am ehesten "Kirchenmusik". Da er aber ein groovender Popsong ist und mit Band gespielt wird, scheint er wiederum manchen, die keine inhaltlichen Aspekte heranziehen sondern eher "stilistische" wiederum nicht als "Kirchenmusik" durchzugehen. Alle drei Beispiele stammen aus meiner gottesdienstlichen Realität und könnten beliebig erweitert werden.

Ich persönlich habe mich daher vom Begriff der "Kirchenmusik" wie er früher gültig war verabschiedet. Akzeptabel wäre er nur, wenn er schlicht alle Musik meint, die im Gottesdienst erklingt, und das könnte fast jede denkbare Musik sein. 

 

Über folgende Aspekte möchte ich daher nachdenken:

a) Entscheidend ist die innere Haltung/Ausrichtung des Musikers/der Gemeinde, während er/sie musiziert: der Rahmen und die Gemeinschaft unterscheidet sich einerseits von einem Konzert andererseits von einem Salon/Pub. 

b) Instrumentalmusik egal welcher Herkunft kann ebenso wie Vokalmusik "sprechen" und daher im Gottesdienst wirken

c)  Vielfalt und Kontrast als Realität positiv zu erleben sind große Gaben der Musik, die wir im Gottesdienst annehmen und verwirklichen sollten. 

d) "my utmost for his highest" ist weiterhin ein gutes Ziel für die Musik im Gottesdienst, sollte aber nicht auf die "klassische Kunstmusik" reduziert werden. Letztlich hatte Louis Armstrong recht: "Es gibt nur zwei Arten von Musik: gute und schlechte.Es kommt nicht darauf an was du spielst, sondern wie du spielst."

e) Im Gottesdienst sollte neben dem gemeinsamen Musizieren immer auch das Hinhören auf vorgetragene Musik eine Rolle spielen. Der "Verkündigungsaspekt" der Musik lässt hier manchmal mehr erwarten.

f) Schwierig ist nach wie vor noch die Mehrsprachigkeit. Englische Songs ebenso wie lateinische Messtexte können das Mitvollziehen im Gottesdienst hindern, wenn es keine Übersetzung für die gibt, die der Fremdsprache nicht mächtig sind. Bei uns löst dieses Problem weitgehend der gut vorbereite Einsatz des Beamers. 

g) Respekt und Geschwisterlichkeit fordern uns allen zu Zeiten einiges ab, aber nur durch sie wird Musik im Gottesdienst zu "geistlicher Musik". 

h) Eine mutige Frage zum Schluss: darf/sollte Musik im Gottesdienst neben der Auferbauung/dem Gefallen/der Anbetung auch den Aspekt der Klage/Anklage und der kritischen Frage entfalten? Damit zusammen hängt die Frage nach dem "Wohlklang" und einer provozierenden/herausfordernderen Klangsprache.

 

Es folgen weitere konkrete Ausführungen in einem späteren Blog. Ich freue mich über Resonanz, gerne auch hier. 

 

 

 

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Warum "Gück on Air" ???

WARUM *Gück on AIR*?

Ich bin das schon oft gefragt worden und daher will ich hier mal ein paar Zeilen dazu hinterlegen. 

Wer gar nicht weiß, was "Gück on Air" überhaupt ist: nicht schlimm... es ist eine Radiosendung, die ich seit Sommer 2011 beim Lokalradio "Radio Rheinwelle" alle 4 Wochen terrestrisch (on air) und via livetream in die ahnungslose Welt entlasse.

Aber warum eigentlich? Und: wer hört überhaupt zu?

Die Kurzfassung der Antwort lautet: weil ich Bock hab und keine Ahnung, egal.

 

Für die denen das noch nicht genügt, die folgenden Zeilen.

Diese 2 Stunden alle 4 Wochen Montag abend sind mein ganz persönlicher und sinnbefreiter Spaß. Ich tue es nicht um berühmt zu werden, ich tue es nicht um damit Geld zu verdienen, ich tue es nicht einmal für einen "guten Zweck", ich tue es auch nicht aus Langeweile oder weil ich die Rhein-Main-Region musikalisch erziehen will. Ich will damit nicht meiner Familie imponieren, ich bekomme dafür auch keine Vergünstigungen für Konzerte, Tankgutscheine, o.ä. Ist das verrückt? In unserem Alltag dreht sich viel zu oft alles um Nützlichkeitserwägungen. Wir müssen unseren Zeiteinsatz rechtfertigen, das geht so weit, dass wir ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn wir mal den Müßiggang kosten. Andere üben sich im Zeit verschleudern, müssen es aber aller Welt andauernd und ständig via instagram&Co unter die Nase reiben, um damit ihren Lifestyle aufzuwerten und Bestätigung dafür zu bekommen. 

Gück on Air ist weder das eine noch das andere: es ist weder sinnlos, weil es nicht kommerziell oder anerkannt ist, noch ist es bedeutungslos, weil es keine likes erhält und viele follower hat. es ist mein ganz persönlicher, sinnbefreiter Spaß. Nennt es ruhig verrückt.

 

Da sitze ich also zwischen 21 und 23 Uhr als letzter im Studio, genieße das "Nachtfalken"-Feeling und lege meine Musik auf, manchmal freue mich mich über nette Studiogäste. "Wer hört dir denn so zu, Markus"? Tja, und dann muss ich zugeben: so genau weiß ich das garnicht. Über die facebook- Gruppe gibts ein paar Kontakte, die feedback geben. Das variiert zwischen 1 und 20 Zuhörern. Der livestream zeigt immerhin einige an, was über Radio gehört wird weiß man nicht. Ich fange an zu erklären: selbst wenn da keiner zuhört oder nur einer: die Sendung macht Spaß. Oft gibt es Feedback und lustigerweise von weit entfernten Freunden aus München, Stuttgart, Berlin, Australien, Schweiz, USA...wo sie eben grad stecken. Dann fühlt sich das fast familiär an. Einmal ruft ein LKW-Fahrer an, der grad in der Region vorbeituckert und wünscht sich was von Phil Collins. Ich erkläre belustigt, dass ich gar keine Wunschsendung bin, dann lege ich aber doch was von Genesis auf. Schöner skurriler Moment. Und dann sind da Sendungen wo es still ist draußen. Vielleicht hört jemand zu, aber ich werde es nie wissen. Ich male mir aus, wie uns die Musik quasi als "Leitung" verbindet. Ich sage etwas, gebe dadurch etwas von mir , lasse die Musik hinaus und kann dieses etwas Robinson Crusoe-hafte der Situation grinsend genießen. Wie unterhaltsam müsste das für jemanden sein, der dieses kleine Theaterstück von oben beobachten kann und die Wechselwirkungen wahrnimmt.

Radio zum Zuhören ist ja sowieso schon eine Randerscheinung, wer macht das? Eine Zumutung, sich auf eine einzige Reizquelle zu konzentrieren. Überforderung? Und dann noch so etwas Spezielles: jazzorientierte Musik.... Wer bei mir landet muss schon durch einige Filter durchschlüpfen.....

Aber dann heiße ich dich herzlich willkommen in meinem kleinen persönlichen und sinnbefreitem Spaß, alle 4 Wochen montag abends!!

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Meine Fahrrad- Pilgertour zum Mont St.Odile

 

Am 20.April ist Karsamstag, vor einem Jahr starb an diesem Tag meine Mutter, mein Leben hat sich dadurch geändert. Dass ausgerechnet dieser Tag in diesem Jahr zwischen Karfreitag und Ostern liegt, hat mich dazu bewegt, mich auf besondere weise damit auseinander zu setzen: zwei verschiedene Wege zu gehen.

 

Der erste Weg wird mich nach Süden ins Elsass führen, aber wichtig dabei ist nicht in erster Linie die Geographie, sondern ein Weg nach "innen":

ich möchte eine Pilgerfahrt mit dem Fahrrad von Wissembourg zum Kloster Mont St.Odile, dem heiligen Berg des Elsass, machen, dabei die ausgetretenen Pfade des vergangenen Jahres verlassen und ganz auf mich gestellt diesen "Weg nach innen" zurücklegen.   Ich werde hier gern einige Impressionen mit euch teilen. Den Radweg habe ich mir in drei Etappen erstellt, er führt mich an Weltkriegsschauplätzen, alten Klöstern, pittoresken Dörfern, den Vogesen und der elsässischen Weinstraße vorbei. Am Montag, 15.April gehts los....