Blogs schreiben ist sehr einfach: man muss nur das Unwesentliche weglassen (nach Mark Twain)

Ein Motto für den Alltag

März 2021

Ich bin ein großer Fan von Beppo Straßenkehrer. Ihr kennt ihn noch nicht? Dann empfehle ich euch dringend, einmal MOMO von Michael Ende  zu lesen. Ein Buch dessen Weisheiten mich immer wieder überrascht haben, weil sie ihren Weg zu mir durch verschiedene Stationen meines Lebens gefunden haben. Das letzte Mal habe ich mich aufgrund der verkürzten Schulzeit "G8" damit auseinander gesetzt, da ging es z.B. um die Logik der Grauen Herren. Letztlich kam ich auf Beppo Straßenkehrer zurück, der  eine ganz schlichte Philosophie  hat, die ihm hilft die lange Straße zu fegen, angesichts derer man schier verzagen möchte. So geht es mir seit einigen Wochen und ich merke, wie ich mich bemühe, seine Philosophie anzuwenden. Ein Versuch ist z.B, mein Fastenplan (s.u.)  Ich bin ein Fan von Beppo Straßenkehrer, ich möchte lernen, genügsam und  bescheiden auf meinen Weg zu achten und nicht vor allzu großen Strapazen mental zu kapitulieren. Wer  weiß schon, wann wir die Krise ausgekehrt haben werden...

Auf diesem Weg ist mir nun ein alter Kalender in die Hände gefallen, den Freunde aus der Künstlergemeinschaft "Das Rad" gestaltet haben.  Die Seite von Irmi hat sich mir eingebrannt: sie  hat einen Aphorismus von Theodore Roosevelt, dem 26.US-Präsident (1901-1909)  übergroß  in einen goldenen Rahmen gesetzt. Die Wirkung hat sich  nun bei mir entfaltet:

"Tu was du kannst-  mit dem was du hast- dort wo du bist"    .

 

Starke  Gedanken.  Ich finde die achtsame  Definition dessen was man kann bemerkenswert: sie ist zum einen eingehegt durch die  tatsächlichen Möglichkeiten ("was du hast")- das kann ja zu Zeiten deutlich weniger sein, als man gern hätte- und die  Fokussierung auf das Umfeld ("dort wo du bist") - also sozusagen vor der eigenen Tür beginnen, statt gleich die Welt ins Visir zu nehmen.   Dieses Motto macht Mut, weil es  auch in Krisenzeiten funktionieren kann: auch im Lockdown kann ich  mit dem wenigen Möglichkeiten  tun "was ich kann", ich muss den Fokus anders setzen.

Das kann das Musizieren im Livestream sein, das andere erreicht, das Telefonat im HomeOffice, das mal den eingeschränkten Unterrichtsmodus durchbricht,  der handgeschriebene Brief der Verbundenheit  aufnimmt, die  Recording-Session , die die ausfallenden Proben kompensiert und ein Denkmal dieser Monate erstellt, ...  

Mein Nachrichten-Fasten hilft mir dabei mehr auf Kleinigkeiten zu achten, weniger die abstrakte große Krise anzustarren.  Gedanken von Roosevelt  und Beppo Straßenkehrer helfen mit dabei im Alltag.

3 Kommentare

Fastenzeit& Lockdown

Fasten im Lockdown?
Fasten im Lockdown?

Mancher mag es für merkwürdig halten wenn jetzt, inmitten harter Einschränkungen, die Passionszeit beginnt und einige von Fasten sprechen. Sicher: der Coronawinter hat uns gemästet, unfit gemacht und da steht jetzt vielleicht Diät gut zu Gesicht....Aber noch mehr Entbehrung? Mir geht es nicht in erster Linie um die Ernährung, auch wenn ich auf Fastfood und Alkohol verzichten werde.

Ich habe mich in diesem Jahr dazu entschlossen, meine Nachrichten-Rituale zu fasten, d.h. z.B. TV-Nachrichten und digitaler Newsfeed. Ich habe mich in den letzten Wochen daran aufgerieben und benötige Abstand von der übergroßen Dominanz der Diskussionen, Sorgen und Streitereien um die richtige Corona-Politik. Nun noch der Wahlkampf.....Was für mich unmittelbar gilt an Schule und Gemeinde gelangt ja zu mir. Zur Pandemie habe ich eine Perspektive/Haltung und darüber hinaus möchte ich jetzt versuchen mich auf andere Dinge zu fokussieren. Die Arbeit greift derzeit ja ohnhin schon mehr in mein Privatleben ein....

Ich halte unsere öffentlich-rechtlichen Medien nach wie vor für bestens geeignet uns Fakten und Einschätzungen auf höchstem Niveau zu übermitteln. Für mein Empfinden sind wir aber in einem Nachtichten- Sog, dem ich mich jetzt für 7 Wochen ein Stück weit entziehe. Das ist kein zusätzlicher Verzicht, sondern ein ausgleichender Verzicht. Letztlich gewinne ich den Blick auf Ostern als bestimmendes Thema meiner Passionszeit zurück...


0 Kommentare

Lockdown-Fragmente

Lockdown hat das  Zeug dazu, ein prägender Begriff dieser Jahre zu werden. Ein Sammelbegriff weit über die Maßnahme hinaus für indivuelle Veränderungen im Lebensalltag. Ich werde hier nur einige Fragmente aus meiner Perspektive liefern, ggfs. mit wenigen erläuternden Gedanken. Nur eine kleine Seitenstimme im großen Lockdown-Chor....

Livestream-Gottesdienste.....

Seit fast einem Jahr gehören Sie zu meinem Alltag die allwöchentlichen Gottesdienste meiner Gemeinde im Livestream.  So also auch jetzt im 2 Lockdown Fast schon fühlt es sich daher normal an, in einer fast leeren Kirche am Flügel zu sitzen, die Lieder für den Gottesdienst nicht nur zu begleiten sondern auch gleichzeitig zu singen und dabei zu wissen,  dass an Laptops, Tablets und Fernsehern zu Hause die Gemeinde sitzt und vielleicht mitsingt, in jedem Fall aber mitfeiert.  Mit zu den merkwürdigsten Erfahrungen in dieser Pandemie zählt wohl ein Gottesdienst in dem Gemeinde anwesend sein darf aber nicht singen Mit zu den merkwürdigsten Erfahrungen in dieser Pandemie zählt wohl ein Gottesdienst in dem Teile der Gemeinde anwesend sein dürfen, das Singen aber untersagt ist.  Dann bin ich sozusagen die Stimme der ganzen Gemeinde und singe liturgische Wechselgesänge allein, singe Choräle,  Worship Songs allein.... Wenn dabei dann auch noch die Kamera auf dich gerichtet ist und du weißt, dass jeder Fehler den du live machst für die nächste Zeit in YouTube zu sehen ist dann musst du schon sehr stark darauf achten, dass du die richtige Haltung behältst und nicht etwa gerade eine Studioaufnahme machst sondern immer noch Gottesdienst feierst. 

Es entstehen dabei auch immer wieder schöne Projekte,  darunter ganz aktuell unser Online Passionskalender, für den ich ein Lied aus dem Gottesdienst jetzt nachbearbeitet habe: es handelt sich dabei um den Worship- Song "Wunderbarer Hirt" von Lothar Kosse den ich kombiniere mit dem alten Choral " O Haupt voll Blut und Wunden" von Hassler/Gehrhardt. Das Video könnt ihr Euch anschauen.....

School Homing
School Homing

Februar, immer noch Lockdown- 

Wie nennt man es wenn man als Lehrer allein im Klassenraum sitzt und den Schülern die zu Hause an ihren Geräten sitzen online Unterricht erteilt??  Home Schooling kann man das nicht wirklich nennen und auf meine Frage bei Facebook haben viele geantwortet mit kreativen Sprachlösungen... die Lustigste finde ich im Moment "School Homing" letztendlich ist es natürlich im selben sinne "Distanz Learning" wie anders herum. ich sitze zu Hause und unterrichte die anderen die auch zu Hause sind. Das Bild das ihr hier seht habe ich in der Schule aufgenommen als ich meinen Grundkurs tatsächlich aus dem Klassenraum  unterrichten musste: da ich für 1 Std. Notbetreuung (!) in die Schule fahren musste,  würden sich alle Anschluss- Zeiten überlappen und ich nicht rechtzeitig zu Hause sein für die Videokonferenzen. Also den Schul-PC zur Base machen und aus der verlassenen Stellung funken. Fast eine Art "Bunker"- Feeling....


0 Kommentare

Home Office- Mein Song

Fr.08.Januar - Ich sitze abends nach der Unterrichtsvorbereitung für den Lockdownstart nach den Ferien auf dem Sofa und grübele wie das wohl werden mag: Home Office - schon wieder.  Beim letzen Mal mit sehr gemischten Erfahrungen . Werden wir jetzt reif dafür sein an der Schule? Nach Wochen des Wechselunterrichts und Quarantänephasen kündigte sich das ja an, aber noch immer keine Schülergeräte und erst recht nicht die angekündigten Dienstgeräte. HomeOffice heißt also weiterhin "BringYourOwnDevice"... Moodle ist zwar inzwischen etabliert aber  noch weit davon  entfernt zur Alltagsroutine zu gehören. Weder bei Schülern noch bei Lehrern. Und ob das einzige uns erlaubte Videokonferenz-Tool BigBlueButton wohl genug Serverlast tragen kann wenn ganz Hessen am Montag einsteigt? Und so kreisen die Gedanken....

Plötzlich verselbständigt sich der Begriff HomeOffice in meinen Kopf und es wird ein Rhythmus daraus:  als ich merke, dass hier eine Idee  entsteht setze ich mich ans Klavier und nach einer ersten Hookline setze ich mich zurück aufs Sofa und zücke den Block: nach einer Stunde steht der erste Chorus- Entwurf und ich gehe ins Bett mit einem kleinen Ohrwurm- Erlebnis, das mir hilft, die ganzen Gedanken wegzudrücken bis zum nächsten Morgen....

Sa.09.Januar - Schon beim Frühstück kommt die Hookline wieder, ich  habe eigentlich ganz anderes zu tun,  aber es zieht mich an den PC:  Chorus sauber notieren und mal hören, wie er in einem ersten Arrangement klingt. Hier schätze ich mittlerweile Band-in-a-Box (BiaB) über alles: ich habe auf die 2021-Version upgegraded und verfüge über begeisternde Klang und Kombinations-Optionen, die jetzt zünden. Als ich das nächste Mal aufschaue ist es fast mittag;  der Chorus ist quasi fertig arrangiert, ich habe mich für einen Oldtime-Stil entschieden mit Banjo und Tuba:  ich muss die ganze Zeit grinsen während ich die Background-Vocals dazu setze. Noch ist alles auf dem Papier und im PC , dann breche ich ab: Familienzeit! Meine Arbeit wird wohl wieder in die Nachtschicht wandern müssen.....

So.10.Januar - In der Nachtschicht hats mich nicht losgelassen, dass der Song noch keine Strophen hat. Und ich überlegte  lang ob ich jetzt auch die Strophen auf englisch versuchen sollte.  Eine kurze Textrückfrage bei Timo und Lydia hat mir geholfen das Englisch zu richten und abzusichern: das Sprachspiel passt: my home is off als  "Krebs" von Office geht also durch. Auch sonst bin ich ganz zufrieden mit dem Chorus. In Kombi mit der Musik kommt das gewünschte Augenzwinkern gut durch und macht Laune!

Aber jetzt? Ich entscheide mich dann doch für deutsche Strophen. Es wird eine hybrid-Lösung, irgendwie finde ich das passend.  Und dann purzeln die Strophen, die ich allerdings mehrfach umstelle und zur Sicherheit meinen Kindern vorlese um ihre Reaktion zu testen. Passiert, und dann ist die erste Home Office Woche da. Nichts aufgenommen, aber das Grundmaterial ist fast fertig,-

Mittwoch, 13.Januar- Nach drei Tage HomeOffice sind vor allem meine Befürchtungen  eingetreten, ich bin völlig platt und kämpfe um meinen Rhythmus neben online Klausurrückgabe, Notenbesprechungen, Videokonferenzen (die teilweise scheitern wegen der Server-Abbruchquote) , Arbeitsaufträgen, Mailanweisungen der Schulleitung, Präsenzstunden wg. Notbetreuung und natürlich der häuslichen Situation: wir sind zu viert im HomeOffice....

Und mein Song? Der scheint mir nun aktueller denn je : ich beginne die Backing vocals heute einzusingen und korrigiere noch am Text der Strophen: jetzt fließt Alltagsgefühl mit ein....

Freitag, 15.Januar- Heute muss der Song fertig werden: ich ziehe mich in mein Arbeitszimmer zurück und singe die Lead-Vocals ein. Das Band- Arrangement ist noch um eine BluesHarp und eine Posaune gewachsen, BiaB machts möglich: tolle Musiker RealTracks und ein sensationelles Feature des Programms! Am Abend steht das Mastering an, da höre ich im Fernsehen unseren Bundespräsidenten zum HomeOffice sprechen :-) Hahahaaaa: wie genial ist denn das? Das Wort der Stunde und meine Hookline greift das auch noch auf: ich zögere nicht und verbaue die zentrale Aussage Steinmeiers in meinem Track.  Jetzt noch 2, 3 Effekte und das "Baby" kann auf die Welt!! (...) Aktueller geht nicht.

Samstag, 16.Januar - Der Song ist fix und fertig , ein youtube-Video wird ihn heute  öffentlich machen, auch das war noch Nachtschicht. Ich schlafe aus und   staune, wie innerhalb einer Woche quasi nebenher so ein Song entstehen und fertig werden kann: ist mir selten so gelungen. Jetzt bin ich gespannt wie er aufgenommen wird.....

 


Am 18.Februar hat es mein Song nun ins Radio geschafft!  Die Klickzahlen bei yt waren über die 1500-Grenze  gegangen und so ist auch Radio Antenne Mainz darauf aufmerksam geworden...

Ich freue mich über das Feature und habe es hier bereits verlinkt zum Reinhören.

 

Die zahlreichen Rückmeldungen die mich in den letzten Wochen auf verschiedenen Kanälen erreicht haben sind ebenfalls erfreulich: allenthalben Amüsement, Gratulation und sogar Dankbarkeit für eine Aufheiterung.  In der Schule summen die Schüler der 5+6 in der Notbetreuung gern mit und in Videokonferenzen war es auch schon ein Spaß. Eltern, Kollegen, auch ganz Fremde grüßen und teilen mir mit, wie sie den ironischen Ton genießen.  Herrlich: so hat der Song Gutes bewirkt und das freut mich sehr .   

0 Kommentare

Radrunde Allgäu- ETAPPE 7/Finale

Unterjoch bis Füssen- via Ö

Etappe 7 -Zurück nach Füssen durch die Alpen
Etappe 7 -Zurück nach Füssen durch die Alpen
Runde komplett!!
Runde komplett!!

17.25 Uhr treffe ich am Auto ein, das brav auf dem P1 in Füssen seit Montag auf mich gewartet hat. Jetzt heiß wie ein Ofen, am Montag kalt und nass...

Wahnsinn: es ist geschafft. Ich setze mich in den Kofferaum und realisiere den Moment, dann Dokunentation....Foto, Video, ....

Danach absatteln, Taschen ins Auto, Fahrrad einpacken und 30 Minuten danach checke i h im Hotel "Zum Hechten" ein  Jetzt: Duschen, sacken lassen und den Tag und die Woche bei einem guten Essen ausklingen lassen. Wer mir bei komoot folgt hat ja jeden Tag die Tourwerte sehen können, ich sortiere die Zahlen in Ruhe daheim . ..es lohnt sich also nochmal hier vorbei zu schauen: es folgt die Statistik und die Nachbetrachtung. Danke schonmal für das Interesse. Lasst gern einen Kommentar da...

Ein letzter Stopp am Hopfensee
Ein letzter Stopp am Hopfensee

16.25h - Das Ziel vor Augen strecke ich mich nochmal genüsslich am Hopfensee ins Gras und lasse mir einen Frozen Joghurt schmecken. Jetzt sindxes noch etwa 6 km bis zum Parkplatz P1 in Füssen . Zu schön hier, ich bleib noch.....der ganze See ein Bilderbuch ,  im Rücken natürlich extremst Touristisch: aber das Alpenpanorama und die Badewiesen machen es "weit" genug...

Auf der Burg Eisenberg
Auf der Burg Eisenberg

Ich habs dann doch getan: an der Weggabelung nichtveinfach geradeaus, sondern links ab auf fen berüchtigten Burgberg. Ein sehr steiler Anstieg, zunächst Asphalt bis zuf Alpe, danach der Wanderpfad bis hoch in die Ruine, wo ich über eine Stunde einfach sitze, schlendere und den sensationellen Ort mit seiner atemberaubenden  Aussicht genieße. Die Qualen des Aufstiegs haben sich gelohnt. Zunächst ist es ja mal auch historisch sehr interessant hier: bereits in Sonthofen war ich ja schon in einem der Zentren des deutschen Bsuernkriegs, hier bin ich nun auf einer der Burgen, die sie erstürmt haben. Auch sonst -lese ich - hat diese Burg spannende Zeiten erlebt. Auch ihre Schwesterburg einen Steinwurf von hier steht sehr beeindruckend auf dem unteren Gipfel. 

Von hier kann ich die beiden letzten Statilnen meiner Radrunde sehen: den Hopfensee und Füssen. Dahinter sind auch Hohenschwangau und Neuschwanstein zu erkennen, die auf meiner Route aber keine Rolle spielen.

Pfronten - ein Konglomerat aus 13 Gemeinden, die sehr für ihre Allgäu-Traditionspflege bekannt sind. Die Radrunde dreht hier einen großen Bogen und verbindet dsdurch eine kleine Dorfroute, die entspannend ist. Besonders stimmungsvoll ein Mühlenmuseum und eine erstaunlich prächtige Dorfkapelle.In den Blick kommt hier auch schon der Burgberg der Eisenburg....soll ich den mit seinen  1100m noch erklimmen ? Ich hab noch 2 Dörfer Zeit für die Entscheidung.....

Höchster Punkt 1200 m
Höchster Punkt 1200 m

Vom Haldensee aus nehme ich einen sehr verträumten kurvigen Wiesenweg nach Grän und von dort weiter hoch zum Pass (Neu-Gräb). Dabei erreiche ich die 1200 m, den höchsten Punkt der Allgau Radrunde und muss nun Abschied vom Alpental nehmen  Der Abschied wird allein dadurch versüßt, dass ich im Anschluss 270 Höhenmeter in die Tiefe "segele" auf dem Weg nach Pfronten. Ein weiteres Highlight....zunächst mit heruntergezogenem Visir auf der Straße, später dann auf einem Radweg parallel zum Bergbach und durch den Wald über kleine Brücken bis hinab zu den nächsten Siedlungen. SAUGEIL ! ;-) Ich habe es - wie vieles andere auch- mit meiner Bord-Actioncam gefilmt: Erinnerungen....

Bei der Abfahrt lagen plötzlich Küche auf der  Straße und machten Rast, danach gings wieder zurück nach Deutschland. Einfach nett das alles!!

Nach dieser Abfahrt fahre ich im Dirf namens "Dorf" an den kreisrunden Dorfsee und schaue mir den verbleibenden Streckenverlauf an. Mittags wirds nun dich schon an die 29 °C, Schatten....


Im Tannheimer Tal
Im Tannheimer Tal

11.45 Uhr- Man möchte ständig anhalten und schauen: so erhaben sind die felsigen Berge, so schön ist das kräftige Grün der Wiesen, so klar das Wasser in den Bächen....und genau hindurch führt der Radweg: ich schlendere mehr als zu fahren, nehme mur Zeit und in Tannheim angekommen raste ich bei "Felixe Minas Haus"- traditionelles uraltes Bauernhaus. Hier auf dem östereichischem Trail der Allgäu-Radrunde wechseln die bekannten Wegzeichen mit improvisierten ab (bei Schattwald auf den Boden gemalt) . Da es aber ja nur eine Richtung gibt muss man nue lang überlegen. Bei Zöblen fahre ich an einem Fahrradschlauch-Automaten vorbei, der auf den ersten Blick wie ein Kondom-Automat wirkt. Daneben das Radrunde Emblem....

Ich orientiere mich an den markanten Gipeln: zuerst der Sorgschrofen, danach der Einstein und Richtung Haldensee dann der Aggenstein migcseinem Doppelbuckel. Ich unterquere nach Tannheim die Bergbahnen und beobachte wie im Sommer die Skipisten und Lifttrassen aussehen.

Alles rollt hier prächtig, fast bergab komne ich an den Haldensee, ein idyllidcher Bergsee sm Aggenstein. Schuhe aus und über das Kiesbett ins Wasser: ich genieße es als Radfahrer an den Automassem vorbei bis ans Wasser zu rollen. Bis die von den Parkplätzen zu Fuß hier angekommen sind bin ich fast schon wieder auf dem Sprung.

Hier lasse ich es mir aber noch etwas gut gehen....   


Alpen
Alpen

9.00 Uhr- Ich habe hervorragend geschlafen. Dank meines Gastgebers habe ich gestern noch eine Reservierung in der "Zinkenstube" bekommen, nach dem Tag auf dem Sattel ohne Mittagessen hab  ich mir ein Cordon Bleu und als Dessert Apfelküchle gegönnt, danach kleiner Spaziergang mit Alpenblick: herrlich. Unterjoch liegt auf 1035m und von hier aus starte ich nun ins Tannheimer Tal, wieder rüber nach Österreich.( Den Grenzverlauf bei Jungholz hab ich nicht ganz verstanden).

Ich hab mich schon fast daran gewöhnt, dass mir die Sonne lacht und ich bei 17°C starte. Geniales Radelwetter. Schnell eincremen (hab deutlich Radlerbräune: halbes Bein....)und dann Fährte aufnehmen....

Letzte Etappe
Letzte Etappe
0 Kommentare

Ich -Allein?

Wanderungen, Radtouren, Urlaubsfotos, Alltag....

Eventuell fragt sich so mancher warum ich auf meinen sozial feeds meist allein zu sehen bin.

Wer darüber hinaus weiß dass ich verheiratet und Familienvater bin wundert sich evtl. noch mehr.

Warum ist das so? Ich meine, sowohl als auch: warum poste ich einerseits keine Familienfotos und warum andererseits kommt sowas einigen hier merkwürdig vor?

Heaven
Heaven

Vorgeschichte


Ich bin ein sogenannter Digital Immigrant, meine primäre Sozialisation kam noch ganz ohne Smartphone, Internet, ja sogar ohne Netflix aus.

In den 90ern hatte ich noch keines der "Handys", dafür aber mit Studienbeginn eine Mailadresse und ein 14,4k -Modem. Die Digitalkamera zog erst gg.1998 nach, noch später das erste Handy (2000) und im Jahre 2010 besaß ich dann mein erstes Smartphone was diesen Namen verdient.

Im Internet war ich zuerst bei wkw dabei, später im frühen facebook. Eine eigene Homepage legte ich mir etwa 2001 an und durch zahlreiche administrative Aufgaben finden sich seitdem auch noch zahlreiche andere Orte und Spuren von mir im Netz.

Als Lehrer bekomme ich seitdem  relativ direkt die neuesten Trends über meine Schüler mit und so ergänzte ich zuerst whatsApp, dann schaute ich mir Instagram an. Auf Twitter und Snapchat habe ich bis heute verzichtet. 

Es ist also etwa so wie bei einem Einwanderer, ich betrat stets ein neues Fleckchen Land, das kurz zuvor erschaffen worden war.

Ich kenne auf dieser "Wanderung in neue Länder "unterschiedliche Haltungen und Erfahrungen von mir und meinen Zeitgenossen,insbesondere meinen Freunden und meiner Familie . Das hat mich immer zum Nachdenken angeregt und mir eine "historisch-kritische" Ebene bewahrt, die Digital Natives in der Form vielleicht nicht aufbauen. Ich würde dennoch behaupten, dass ich mich in "Digitalien" ebenso gut zurechtfinde wie so mancher "Ureinwohner."

Wir leben im selben "Land", haben aber doch unterschiedliche Deutungsmodelle.

Ich hole ziemlich aus , aber es geht letztendlich um Prägung und Kommunikation- das muss verständlich werden.

Wenn ich gleich konkret werde ist mir wichtig zu betonen, dass ich hier einen Standpunkt, sagen wir mein Deutungsmodell, vertrete und natürlich auch andere Sichtweisen kenne und nachvollziehen kann. Auseinandersetzung darüber ist immer willkommen.

Respekt
Respekt

Respekt


Meine Frau ist in Sachen digitales Leben das ziemliche Gegenteil von mir. Das gibt mir viel Reflexionsfläche und hilft mir einiges besser zu verstehen in meinem Verhalten. Das fängt beim grundsätzlichen traditionellen Medienkonsum an (z.B. Fernsehen) und geht über Internetnutzung bis hin zum Social Media. Die Neugierde, Praktische Nutzung, symbolische Interaktion, Ich-Konstruktion, Suchtverhalten, Prokrastination, Kontaktveränderung, Datenschutz....alles Themen die diskutiert werden.

Askese, Verweigerung gegenüber übergriffiger Technologie, Skepsis gegenüber neuen Zeitfressern, Achtsamkeit, Traditionelle Freundschaftspflege,...spannende Themen, denen wir uns aussetzen.

Das ist also über allem was ich sagen will wichtig: Respekt und Achtsamkeit.

Wenn ich noch nie etwas bei Facebook etc. über meine Frau gepostet habe entspricht das ihrem Wunsch und ist zunächst mal eine Selbstverständlichkeit.

Bereitschaft
Bereitschaft

Bereitschaft und Bedenken


Ich merke gerade, dass ich natürlich mit dem letzten Absatz etwas inkonsequent geworden bin und doch etwas über meine bessere Hälfte gepostet habe. Ist in diesem Fall notwendige Ausnahme.

Ich habe grundsätzlich eine Bereitschaft Gedanken, Informationen  Fotos auch in einem sagen wir teilweise  indefinitem/virtuellem Rahmen zu teilen solang Austausch oder Sinn dahinter auszumachen sind. Damit ziele ich nicht in erster Linie auf eine quantitative Ebene (wie viele likes).

Solange diese grundsätzliche Bereitschaft sich die Waage hält mit den üblichen Bedenken (Relevanz, Datenschutz, Sinn), lasse ich mich auf dieses Spiel ein und gehe dann auch eher spielerisch damit um. 

Die bescheidene Grundthese lautet: was ich verbreite ist hinreichend unspektakulär bis banal, dass das spezifisch persönliche daran wiederum nur für sehr wenige so interessant ist, dass sie es zur Kenntnis nehmen. Alles andere ist nur in der Theorie existent und fällt durch alle Speicher-Relevanzen ins Müriarden-Datennirvana. So what?

Und ja: ich mache mir damit natürlich was vor. So tun wir das alle um die digitale Entblößung zum Normalfall zu erklären. Die Sache ist nur: gilt das auch wenn man es weiß, sich selbst total durchschaut und es trotzdem tut? ( Wer kennt noch das Märchen von des Kaisers neuen Kleidern?)

Man muss eine grundsätzliche Balance zwischen Bedenken und Bereitschaft finden, die man auch leben möchte. Und diese steht dann nicht allein im Netz, sondern sie tangiert auch unsere Freunde und Familien. 

Verantwortung
Verantwortung

Verantwortung


So wie ich meine Balance in der Digitalen Welt für mich finden musste gestehe ich selbstverständlich auch meiner Frau zu, dass sie sich aus Gründen Ihrer Balance aus vielem Web -Leben grundsätzlich heraushält. 

Nochmal anders ist es wenn es um unsere Kinder geht. Hier geht es nicht nur um Respekt sondern zusätzlich um eine Verantwortung, die wie ich finde von vielen Eltern unterschätzt wird.

Viele Bekannte und Freunde posten in schöner Regelmäßigkeit Fotos von ihren Kindern - gleich nach der Geburt bis ins Grundschulalter ist alles jederzeit dokumentiert. Schöne Fotos darunter.

Die Kinder können entweder nicht dazu befragt werden oder man möchte nicht Bedenken in Kinderköpfen säen. 

Ich habe mir früh vorgenommen, meinen Kindern kein "Datenarchiv" bei Google oder Facebook anzulegen bevor sie das nicht selbständig wollen/verwalten können.

Und zweitens möchte ich nicht der Versuchung erliegen meine Kinder als Dokumentations-Statisten für meine Selbstdarstellung zu missbrauchen. Profile im Netz sind aber zu oft genau das.

Das gehört für mich zur digitalen Verantwortung dazu.

Ich freue mich derweil daheim an Tausenden schöner Familien- Fotos! Nur dass sie nicht voraussetzungslos hierher gehören. 



1 Kommentare

Die Gospeljazz- Edition

Umwege durchs Internet....

Wenn man mal etwas Zeit hat im Netz zu forschen, findet man ja mitunter auch ganz unerwartetes. So gings mir mal wieder, und davon soll hier kurz berichtet sein.

Als ich vor 5 Jahren mit Prisma vokal ins Studio ging um eine CD aufzunehmen, war der Musikmarkt ja über dieses Medium bereits lang hinaus , dennoch schien es uns noch angemessen physische Tonträger zu generieren zur Auslage bei Konzerten etc.,  außerdem stellten wir es zum Download ins Netz. Und überhaupt: "eine CD machen" war die nach wie vor geläufige Formulierung für  "sich musikalisch verewigen"(oder so)- Im Sommer freuten wir uns dann über den Silberling mit unseren Einspielungen von Werken meines geschätzten Kollegen Christoph Schöpsdau und meiner Wenigkeit; alles ambitionierte und frische Chorarrangements im Bereich Jazz/Pop/Funk/Gospel. 

Nach drei Jahren waren die CDs langsam vergriffen, eine weitere Auflage lohnte sich nicht.  Ich verlor das Produkt aus den Augen, etwa so wie man einen alten Freund aus den Augen verliert: ab und zu denkst du an ihn und googelst vielleicht auch mal ob er Spuren hinterlässt im www.....

Ich schaute also nach, ob man das Album überhaupt noch findet im Netz und tatsächlich: hier findet man die Infos und den Download (zebe). Auch bei amazon music kann man das Album noch streamen. 

Aber wie verwundert war ich dann, das ganze Album in allen Teilen offen bei youtube zu finden!   Unter Angabe aller Lizenzen ist es dort nun also legal und frei zu genießen und ich freue mich, wenn ihr euch (falsl ihr das Ding noch nie gehört habt) die Titel anhört, vielleicht auch ein like da lasst.

Nun kann man allerdings rätseln, wer sich bloß das noch kaufen sollte wo es doch von youtube- alias google- frei ins Netz gestellt wurde. Nicht dass ich davon professionell leben würde, aber ich stelle mir die Frage für Kolleg*innen, die das tun und sich jetzt doch ziemlich ärgern müssten.

Ich nehme diesen Fund zum Anlass ab und zu etwas zu meinen Arrangements zu schreiben. Den Anfang mache ich mit "He's risen"....

Die Gospeljazz- Edition Teil 1

He's risen (M.Gück)

 

Die Komposition  habe ich 2004 meiner Kirchengemeinde in Mainz gewidmet (Ev.Auferstehungsgemeinde)  und habe sie  dort im gleichen Jahr nach Ostern in einem Gottesdienst mit Prisma vokal uraufgeführt.   Im gleichen Jahr war sie dann im Konzertrepertoire des Chores für  viele Jahre (z.B. 2008 mit der Sarah Kaiser- Band zum 15jährigen Chorjubiläum) und fand schließlich den Weg ins CD-Programm 2014.

Ich habe den Part des Evangelisten immer gern selbst gesungen, was mir trotz Chorleitungsfunktion dank hervorragender Begleitung am Klavier von Kollegen wie Christoph Schöpsdau, Wolfgang Zerbin oder Samuel Jersak ermöglicht wurde. Also bin ich im Studio auch in dieser Nummer mal ans Mic getreten. Im Studio hat mein lieber Freund und langjähriger "Star-Tenor" Pit Kauffmann den Engel gesungen.  

Die Komposition  lässt sich als Gospeljazz-Motette beschreiben:  2 Solisten, 2 Chöre und eine Jazzcombo  stellen den Auferstehunsgbericht aus dem Markus- Evangelium (soviel Augenzwinkern  musste sein) dar:  während der Evangelist  und der Engel eine Art accompagnato-Form haben, die der dramatischen Erzählweise dient, tritt der kleine Chor 2 (quasi als Schola) einerseits als Gruppe der "Frauen am Grab" auf, andererseits als Responsorium (Hallelujah) und mit der Gemeinde ( =Chor 1) im Chorus (He's risen). Die erzählenden Teile grooven dezent im Halftime-Feeling, der Chorus zieht auf Doubletime an und unterstützt den freudigen Ausrufcharakter des Ostermorgens.

Die beiden Chöre ergänzen sich im Chorus zu einem doppelchörigen Wechselgesang, der am Ende  (indeed= Gewissheit) auf dem #9-Chord (über dem Kreuz) jubelnd zum Stehen kommt. 

Ein paar klangsprachliche Symbole konnte ich mir dabei nicht verkneifen wie man sieht.  So z.B. die leere Quinte in der rechten Klavierhand vor den Rufen der Solisten, die das leere Grab symbolisiert, oder der #9er-Chord  auf "cruzified"  im Engelpart.  Der natürlich-Moll- Schlenker (orientalisch) bei "into Galilee" ist hoffentlich nicht zu kitschig. Es bleibt jenseits dieser Hintergründigkeiten jedenfalls noch viel Raum für Gestaltung durch die Solisten, und der Chor 2 ist eine Herausforderung für eine kleine Gruppe von vielleicht 4-8 guten Chorsängern. 

Nach dem ersten Konzert kam unser Gitarrist Adrian auf mich zu und steckte mir, dass ich ja offenbar ein großer Sting Fan sei... Ich stimmte ihm natürlich zu, nur-sagte ich-  wisse ich nicht, was das mit diesem Chorwerk zu tun habe.  Und dann öffnete er mir die Ohren, indem er zwei Worte sagte: " Rock steady" (...)  Hört mal HIER  rein ab 1'17    . 

Ich behaupte mal dass da noch jede Menge Unterschied bleibt, aber es ist schon verzwickt, wenn  solche Rhythmen in Allgemein-Feeling übergegangen sind.   

"He's risen" ist Teil der "GOSPELJAZZ"- Edition und soll beim Zebe-Verlag für interessierter Chorleiter/Chöre verlegt werden. Ich freue mich sehr , dass der Zebe-Verlag eine Auge auch auf Produktionen neben dem Mainstream hat und bin gespannt.  Den nächsten Titel den ich hier vorstellen werde kann man dort bereits käuflich erwerben. "Die Nacht ist vorgedrungen".

0 Kommentare

Musik im Gottesdienst- Teil 1

„Die Musik ist eine Gabe und ein Geschenk Gottes; sie vertreibt den Teufel und macht die Menschen fröhlich“ (Martin Luther)

 

 

In diesem Punkt sind sich wohl viele mit Luther im Wesentlichen einig. Mindestens den ersten Satz kann ich noch heute so unterschreiben. Bereits in der Bibel strotzt es nur so von Liedern (man denke nur an die Psalmen), früh in der kirchlichen Entwicklung des Mittelalters tritt der Gregorianische Choral auf um die Anbetung zu unterstützen. Kunstvolle Entwicklung zunächst der Vokalmusik, später auch der Instrumentalmusik führten dies fort. Aber immer auch war dies begleitet vom Streit der Kirche/Gemeinde um die "richtige" oder dogmatisch gesprochen "rechtgläubige" Musik. Ob dies die vielstimmigen Motetten der 'Ars Nova' (14.Jh.) betraf, die "weltliches" mit einbrachten (und darauf gar vom Papst verboten wurden) oder der Streit der Calvinisten im 16.Jh. um das Verbot der Orgel im Gottesdienst (da nur die menschliche Stimme würdig zum Gotteslob sei) bis etwa hin zur harschen Kritik des Rats der Stadt Leipzig am "inkorrigiblen" Kantor Bach und seiner unpassenden, "opernhaften" Musik im Gottesdienst. Es ist gewiss ein eigenes Forschungsthema, wollte man das Ringen um die angemessene Musik im Gottesdienst während der 2 verflossenen Jahrtausende Kirchengeschichte untersuchen um letzten Endes doch nur heraus zu finden, dass es sich aufgrund allzu menschlicher Präferenzen, Geschmäcker oder Empfindlichkeiten, theologischer Behauptungen sowie schlicht qualitativer Erwartungen um ein wahres Minenfeld handeln musste bzw. muss. Gottes Gabe ist nämlich wie seine Geschöpfe: vielfältig und bunt.

 

Um das "Richtige" vom "Falschen", das "Angemessene" vom "Störenden" zu trennen, sind Kategorien entstanden und es ist gewiss mehr als grob, wenn ich diesen Prozess hier einmal stark vereinfache, aber für diesen Fokus muss das genügen: Die oberste "Kategorie", die hier entstand ist die der "Kirchenmusik". Was also nicht Kirchenmusik i.d.S. ist, gehöre auch nicht in den Gottesdienst, so die daraus resultierende Vorstellung. Es mag hier noch zahlreiche Unterkategorien geben, die ich aber heute übergehe. Für unsere Beobachtung, nämlich der "Musik im Gottesdienst" ist jetzt interessant, inwiefern diese grundsätzlich "Kirchenmusik" sein muss/soll. Und da versagen heute die alten Kategorien sichtlich. Drei Beispiele:

1.) Wir spielen mit dem Streicherensemble nach der Predigt die "Air" aus der Orchestersuite Nr.3 von J.S.Bach.

2.) Zum Familiengottesdienst spielt Saxophon und Klavier das "Hallelujah" von Leonard Cohen

3.) Als "Postludium" rockt die Jugendband ein "Your love never fails"

 

Welcher Beitrag davon ist "Kirchenmusik"? Bachs Air - bekannt und beliebt- stammt aus einer Tanzsuite, die er für den Fürstenhof in Köthen schrieb: Kirchenmusik? Nein!  Leonard Cohens Song, den wohl jeder mitsingen kann, verwendet immerhin jüdische/biblische Personen/Situationen, hat aber mit einem "liturgischen" Hallelujah etwa soviel gemein wie  Ray Charles "Hallelujah I love her so". Liturgie? Choral? Nein! Der Worship-Song schließlich kann als zeitgenössischer Psalm, als Gebet gesungen werden und wäre damit der alten Kategorie nach am ehesten "Kirchenmusik". Da er aber ein groovender Popsong ist und mit Band gespielt wird, scheint er wiederum manchen, die keine inhaltlichen Aspekte heranziehen sondern eher "stilistische" wiederum nicht als "Kirchenmusik" durchzugehen. Alle drei Beispiele stammen aus meiner gottesdienstlichen Realität und könnten beliebig erweitert werden.

Ich persönlich habe mich daher vom Begriff der "Kirchenmusik" wie er früher gültig war verabschiedet. Akzeptabel wäre er nur, wenn er schlicht alle Musik meint, die im Gottesdienst erklingt, und das könnte fast jede denkbare Musik sein. 

 

Über folgende Aspekte möchte ich daher nachdenken:

a) Entscheidend ist die innere Haltung/Ausrichtung des Musikers/der Gemeinde, während er/sie musiziert: der Rahmen und die Gemeinschaft unterscheidet sich einerseits von einem Konzert andererseits von einem Salon/Pub. 

b) Instrumentalmusik egal welcher Herkunft kann ebenso wie Vokalmusik "sprechen" und daher im Gottesdienst wirken

c)  Vielfalt und Kontrast als Realität positiv zu erleben sind große Gaben der Musik, die wir im Gottesdienst annehmen und verwirklichen sollten. 

d) "my utmost for his highest" ist weiterhin ein gutes Ziel für die Musik im Gottesdienst, sollte aber nicht auf die "klassische Kunstmusik" reduziert werden. Letztlich hatte Louis Armstrong recht: "Es gibt nur zwei Arten von Musik: gute und schlechte.Es kommt nicht darauf an was du spielst, sondern wie du spielst."

e) Im Gottesdienst sollte neben dem gemeinsamen Musizieren immer auch das Hinhören auf vorgetragene Musik eine Rolle spielen. Der "Verkündigungsaspekt" der Musik lässt hier manchmal mehr erwarten.

f) Schwierig ist nach wie vor noch die Mehrsprachigkeit. Englische Songs ebenso wie lateinische Messtexte können das Mitvollziehen im Gottesdienst hindern, wenn es keine Übersetzung für die gibt, die der Fremdsprache nicht mächtig sind. Bei uns löst dieses Problem weitgehend der gut vorbereite Einsatz des Beamers. 

g) Respekt und Geschwisterlichkeit fordern uns allen zu Zeiten einiges ab, aber nur durch sie wird Musik im Gottesdienst zu "geistlicher Musik". 

h) Eine mutige Frage zum Schluss: darf/sollte Musik im Gottesdienst neben der Auferbauung/dem Gefallen/der Anbetung auch den Aspekt der Klage/Anklage und der kritischen Frage entfalten? Damit zusammen hängt die Frage nach dem "Wohlklang" und einer provozierenden/herausfordernderen Klangsprache.

 

Es folgen weitere konkrete Ausführungen in einem späteren Blog. Ich freue mich über Resonanz, gerne auch hier. 

 

 

 

0 Kommentare

Warum "Gück on Air" ???

WARUM *Gück on AIR*?

Ich bin das schon oft gefragt worden und daher will ich hier mal ein paar Zeilen dazu hinterlegen. 

Wer gar nicht weiß, was "Gück on Air" überhaupt ist: nicht schlimm... es ist eine Radiosendung, die ich seit Sommer 2011 beim Lokalradio "Radio Rheinwelle" alle 4 Wochen terrestrisch (on air) und via livetream in die ahnungslose Welt entlasse.

Aber warum eigentlich? Und: wer hört überhaupt zu?

Die Kurzfassung der Antwort lautet: weil ich Bock hab und keine Ahnung, egal.

 

Für die denen das noch nicht genügt, die folgenden Zeilen.

Diese 2 Stunden alle 4 Wochen Montag abend sind mein ganz persönlicher und sinnbefreiter Spaß. Ich tue es nicht um berühmt zu werden, ich tue es nicht um damit Geld zu verdienen, ich tue es nicht einmal für einen "guten Zweck", ich tue es auch nicht aus Langeweile oder weil ich die Rhein-Main-Region musikalisch erziehen will. Ich will damit nicht meiner Familie imponieren, ich bekomme dafür auch keine Vergünstigungen für Konzerte, Tankgutscheine, o.ä. Ist das verrückt? In unserem Alltag dreht sich viel zu oft alles um Nützlichkeitserwägungen. Wir müssen unseren Zeiteinsatz rechtfertigen, das geht so weit, dass wir ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn wir mal den Müßiggang kosten. Andere üben sich im Zeit verschleudern, müssen es aber aller Welt andauernd und ständig via instagram&Co unter die Nase reiben, um damit ihren Lifestyle aufzuwerten und Bestätigung dafür zu bekommen. 

Gück on Air ist weder das eine noch das andere: es ist weder sinnlos, weil es nicht kommerziell oder anerkannt ist, noch ist es bedeutungslos, weil es keine likes erhält und viele follower hat. es ist mein ganz persönlicher, sinnbefreiter Spaß. Nennt es ruhig verrückt.

 

Da sitze ich also zwischen 21 und 23 Uhr als letzter im Studio, genieße das "Nachtfalken"-Feeling und lege meine Musik auf, manchmal freue mich mich über nette Studiogäste. "Wer hört dir denn so zu, Markus"? Tja, und dann muss ich zugeben: so genau weiß ich das garnicht. Über die facebook- Gruppe gibts ein paar Kontakte, die feedback geben. Das variiert zwischen 1 und 20 Zuhörern. Der livestream zeigt immerhin einige an, was über Radio gehört wird weiß man nicht. Ich fange an zu erklären: selbst wenn da keiner zuhört oder nur einer: die Sendung macht Spaß. Oft gibt es Feedback und lustigerweise von weit entfernten Freunden aus München, Stuttgart, Berlin, Australien, Schweiz, USA...wo sie eben grad stecken. Dann fühlt sich das fast familiär an. Einmal ruft ein LKW-Fahrer an, der grad in der Region vorbeituckert und wünscht sich was von Phil Collins. Ich erkläre belustigt, dass ich gar keine Wunschsendung bin, dann lege ich aber doch was von Genesis auf. Schöner skurriler Moment. Und dann sind da Sendungen wo es still ist draußen. Vielleicht hört jemand zu, aber ich werde es nie wissen. Ich male mir aus, wie uns die Musik quasi als "Leitung" verbindet. Ich sage etwas, gebe dadurch etwas von mir , lasse die Musik hinaus und kann dieses etwas Robinson Crusoe-hafte der Situation grinsend genießen. Wie unterhaltsam müsste das für jemanden sein, der dieses kleine Theaterstück von oben beobachten kann und die Wechselwirkungen wahrnimmt.

Radio zum Zuhören ist ja sowieso schon eine Randerscheinung, wer macht das? Eine Zumutung, sich auf eine einzige Reizquelle zu konzentrieren. Überforderung? Und dann noch so etwas Spezielles: jazzorientierte Musik.... Wer bei mir landet muss schon durch einige Filter durchschlüpfen.....

Aber dann heiße ich dich herzlich willkommen in meinem kleinen persönlichen und sinnbefreitem Spaß, alle 4 Wochen montag abends!!

0 Kommentare

Fr.08.Januar - Ich sitze abends nach der Unterrichtsvorbereitung für den Lockdownstart nach den Ferien auf dem Sofa und grübele wie das wohl werden mag: Home Office - schon wieder.  Beim letzen Mal mit sehr gemischten Erfahrungen . Werden wir jetzt reif dafür sein an der Schule? Nach Wochen des Wechselunterrichts und Quarantänephasen kündigte sich das ja an, aber noch immer keine Schülergeräte und erst recht nicht die angekündigten Dienstgeräte. HomeOffice heißt also weiterhin "BringYourOwnDevice"... Moodle ist zwar inzwischen etabliert aber  noch weit davon  entfernt zur Alltagsroutine zu gehören. Weder bei Schülern noch bei Lehrern. Und ob das einzige uns erlaubte Videokonferenz-Tool BigBlueButton wohl genug Serverlast tragen kann wenn ganz Hessen am Montag einsteigt? Und so kreisen die Gedanken....

Plötzlich verselbständigt sich der Begriff HomeOffice in meinen Kopf und es wird ein Rhythmus daraus:  als ich merke, dass hier eine Idee  entsteht setze ich mich ans Klavier und nach einer ersten Hookline setze ich mich zurück aufs Sofa und zücke den Block: nach einer Stunde steht der erste Chorus- Entwurf und ich gehe ins Bett mit einem kleinen Ohrwurm- Erlebnis, das mir hilft, die ganzen Gedanken wegzudrücken bis zum nächsten Morgen....

Sa.09.Januar - Schon beim Frühstück kommt die Hookline wieder, ich  habe eigentlich ganz anderes zu tun,  aber es zieht mich an den PC:  Chorus sauber notieren und mal hören, wie er in einem ersten Arrangement klingt. Hier schätze ich mittlerweile Band-in-a-Box (BiaB) über alles: ich habe auf die 2021-Version upgegraded und verfüge über begeisternde Klang und Kombinations-Optionen, die jetzt zünden. Als ich das nächste Mal aufschaue ist es fast mittag;  der Chorus ist quasi fertig arrangiert, ich habe mich für einen Oldtime-Stil entschieden mit Banjo und Tuba:  ich muss die ganze Zeit grinsen während ich die Background-Vocals dazu setze. Noch ist alles auf dem Papier und im PC , dann breche ich ab: Familienzeit! Meine Arbeit wird wohl wieder in die Nachtschicht wandern müssen.....

So.10.Januar - In der Nachtschicht hats mich nicht losgelassen, dass der Song noch keine Strophen hat. Und ich überlegte  lang ob ich jetzt auch die Strophen auf englisch versuchen sollte.  Eine kurze Textrückfrage bei Timo und Lydia hat mir geholfen das Englisch zu richten und abzusichern: das Sprachspiel passt: my home is off als  "Krebs" von Office geht also durch. Auch sonst bin ich ganz zufrieden mit dem Chorus. In Kombi mit der Musik kommt das gewünschte Augenzwinkern gut durch und macht Laune!

Aber jetzt? Ich entscheide mich dann doch für deutsche Strophen. Es wird eine hybrid-Lösung, irgendwie finde ich das passend.  Und dann purzeln die Strophen, die ich allerdings mehrfach umstelle und zur Sicherheit meinen Kindern vorlese um ihre Reaktion zu testen. Passiert, und dann ist die erste Home Office Woche da. Nichts aufgenommen, aber das Grundmaterial ist fast fertig,-

Mittwoch, 13.Januar- Nach drei Tage HomeOffice sind vor allem meine Befürchtungen  eingetreten, ich bin völlig platt und kämpfe um meinen Rhythmus neben online Klausurrückgabe, Notenbesprechungen, Videokonferenzen (die teilweise scheitern wegen der Server-Abbruchquote) , Arbeitsaufträgen, Mailanweisungen der Schulleitung, Präsenzstunden wg. Notbetreuung und natürlich der häuslichen Situation: wir sind zu viert im HomeOffice....

Und mein Song? Der scheint mir nun aktueller denn je : ich beginne die Backing vocals heute einzusingen und korrigiere noch am Text der Strophen: jetzt fließt Alltagsgefühl mit ein....

Freitag, 15.Januar- Heute muss der Song fertig werden: ich ziehe mich in mein Arbeitszimmer zurück und singe die Lead-Vocals ein. Das Band- Arrangement ist noch um eine BluesHarp und eine Posaune gewachsen, BiaB machts möglich: tolle Musiker RealTracks und ein sensationelles Feature des Programms! Am Abend steht das Mastering an, da höre ich im Fernsehen unseren Bundespräsidenten zum HomeOffice sprechen :-) Hahahaaaa: wie genial ist denn das? Das Wort der Stunde und meine Hookline greift das auch noch auf: ich zögere nicht und verbaue die zentrale Aussage Steinmeiers in meinem Track.  Jetzt noch 2, 3 Effekte und das "Baby" kann auf die Welt!! (...) Aktueller geht nicht.

Samstag, 16.Januar - Der Song ist fix und fertig , ein youtube-Video wird ihn heute  öffentlich machen, auch das war noch Nachtschicht. Ich schlafe aus und   staune, wie innerhalb einer Woche quasi nebenher so ein Song entstehen und fertig werden kann: ist mir selten so gelungen. Jetzt bin ich gespannt wie er aufgenommen wird.....

 

Fr.08.Januar - Ich sitze abends nach der Unterrichtsvorbereitung für den Lockdownstart nach den Ferien auf dem Sofa und grübele wie das wohl werden mag: Home Office - schon wieder.  Beim letzen Mal mit sehr gemischten Erfahrungen . Werden wir jetzt reif dafür sein an der Schule? Nach Wochen des Wechselunterrichts und Quarantänephasen kündigte sich das ja an, aber noch immer keine Schülergeräte und erst recht nicht die angekündigten Dienstgeräte. HomeOffice heißt also weiterhin "BringYourOwnDevice"... Moodle ist zwar inzwischen etabliert aber  noch weit davon  entfernt zur Alltagsroutine zu gehören. Weder bei Schülern noch bei Lehrern. Und ob das einzige uns erlaubte Videokonferenz-Tool BigBlueButton wohl genug Serverlast tragen kann wenn ganz Hessen am Montag einsteigt? Und so kreisen die Gedanken....

Plötzlich verselbständigt sich der Begriff HomeOffice in meinen Kopf und es wird ein Rhythmus daraus:  als ich merke, dass hier eine Idee  entsteht setze ich mich ans Klavier und nach einer ersten Hookline setze ich mich zurück aufs Sofa und zücke den Block: nach einer Stunde steht der erste Chorus- Entwurf und ich gehe ins Bett mit einem kleinen Ohrwurm- Erlebnis, das mir hilft, die ganzen Gedanken wegzudrücken bis zum nächsten Morgen....

Sa.09.Januar - Schon beim Frühstück kommt die Hookline wieder, ich  habe eigentlich ganz anderes zu tun,  aber es zieht mich an den PC:  Chorus sauber notieren und mal hören, wie er in einem ersten Arrangement klingt. Hier schätze ich mittlerweile Band-in-a-Box (BiaB) über alles: ich habe auf die 2021-Version upgegraded und verfüge über begeisternde Klang und Kombinations-Optionen, die jetzt zünden. Als ich das nächste Mal aufschaue ist es fast mittag;  der Chorus ist quasi fertig arrangiert, ich habe mich für einen Oldtime-Stil entschieden mit Banjo und Tuba:  ich muss die ganze Zeit grinsen während ich die Background-Vocals dazu setze. Noch ist alles auf dem Papier und im PC , dann breche ich ab: Familienzeit! Meine Arbeit wird wohl wieder in die Nachtschicht wandern müssen.....

So.10.Januar - In der Nachtschicht hats mich nicht losgelassen, dass der Song noch keine Strophen hat. Und ich überlegte  lang ob ich jetzt auch die Strophen auf englisch versuchen sollte.  Eine kurze Textrückfrage bei Timo und Lydia hat mir geholfen das Englisch zu richten und abzusichern: das Sprachspiel passt: my home is off als  "Krebs" von Office geht also durch. Auch sonst bin ich ganz zufrieden mit dem Chorus. In Kombi mit der Musik kommt das gewünschte Augenzwinkern gut durch und macht Laune!

Aber jetzt? Ich entscheide mich dann doch für deutsche Strophen. Es wird eine hybrid-Lösung, irgendwie finde ich das passend.  Und dann purzeln die Strophen, die ich allerdings mehrfach umstelle und zur Sicherheit meinen Kindern vorlese um ihre Reaktion zu testen. Passiert, und dann ist die erste Home Office Woche da. Nichts aufgenommen, aber das Grundmaterial ist fast fertig,-

Mittwoch, 13.Januar- Nach drei Tage HomeOffice sind vor allem meine Befürchtungen  eingetreten, ich bin völlig platt und kämpfe um meinen Rhythmus neben online Klausurrückgabe, Notenbesprechungen, Videokonferenzen (die teilweise scheitern wegen der Server-Abbruchquote) , Arbeitsaufträgen, Mailanweisungen der Schulleitung, Präsenzstunden wg. Notbetreuung und natürlich der häuslichen Situation: wir sind zu viert im HomeOffice....

Und mein Song? Der scheint mir nun aktueller denn je : ich beginne die Backing vocals heute einzusingen und korrigiere noch am Text der Strophen: jetzt fließt Alltagsgefühl mit ein....

Freitag, 15.Januar- Heute muss der Song fertig werden: ich ziehe mich in mein Arbeitszimmer zurück und singe die Lead-Vocals ein. Das Band- Arrangement ist noch um eine BluesHarp und eine Posaune gewachsen, BiaB machts möglich: tolle Musiker RealTracks und ein sensationelles Feature des Programms! Am Abend steht das Mastering an, da höre ich im Fernsehen unseren Bundespräsidenten zum HomeOffice sprechen :-) Hahahaaaa: wie genial ist denn das? Das Wort der Stunde und meine Hookline greift das auch noch auf: ich zögere nicht und verbaue die zentrale Aussage Steinmeiers in meinem Track.  Jetzt noch 2, 3 Effekte und das "Baby" kann auf die Welt!! (...) Aktueller geht nicht.

Samstag, 16.Januar - Der Song ist fix und fertig , ein youtube-Video wird ihn heute  öffentlich machen, auch das war noch Nachtschicht. Ich schlafe aus und   staune, wie innerhalb einer Woche quasi nebenher so ein Song entstehen und fertig werden kann: ist mir selten so gelungen. Jetzt bin ich gespannt wie er aufgenommen wird.....

 



Das Klavierstück , das ich hier im Livestream-Gottesdienst zum Jahresauftakt 2021 gespielt habe ist ein echtes Kleinod von Pianist Sjunnesson. Es ist so liebevoll schlicht und lässt die Gedanken schweifen. Ich habe mich an Weihnachten mit einem Arrangement  davon versucht: 2 Oboen, Harfe, Cembalo, Streicher und Celesta. So schlicht das musikalische Material scheint: es gibt genug Schichten , die man einfärben kann.  Ich lade das Resultat demnächst mal zu meinen Sounds ....

Wie habe ich das Stück gefunden? Erland Sjunnesson war der erste Pianist der schwedischen Vokalgruppe Majoy, die mich in den 90ern  und frühen 00ern stark beeinflusst hat.  Als er die Band verließ habe ich mal recherchiert und fest gestellt, dass er als Klavierdozent tätig geworden ist und u.a. die "Nordic Piano Ballads" verlegt hat.  Aus diesem  Album habe ich bereits 2016 "Remembrance" für Piano und Streicher arrangiert, hört doch hier mal rein! 


Lange nix gehört? Stimmt. 2020 hat auch hier Spuren hinterlassen. Mancher Post ist dann doch bei insta oder fb gelandet, vieles hab ich aber auch gar nicht veröffentlicht. Anderes wiederum  ging über youtube, wie z.B. die zahlreichen Livestream-Gottesdienste, der Rise-Auftritt von Crossover, meine Corona-Hymnen-Challenge und und und....  Ein reiner Urlaubs-Blog sollte es auch nicht werden, da hab ich dann nach der AllgäuRadrunde so hohe Erwartungen an mich aufgebaut, dass ich es bei der PfalzRadrunde im  September  und dem Eifelsteig im Oktober gelassen habe.

Ich suche also derzeit nach der Balance in  meinen Medienformaten: ein Vorsatz für 2021.....

Fürs erste lade ich euch herzlich zu meiner ersten Radiosendung im neuen Jahr am anstehenden Montag, 04.01. ab 21 UIhr ein.  Schaut mal hier   


Meine Fahrrad- Pilgertour zum Mont St.Odile

 

Am 20.April ist Karsamstag, vor einem Jahr starb an diesem Tag meine Mutter, mein Leben hat sich dadurch geändert. Dass ausgerechnet dieser Tag in diesem Jahr zwischen Karfreitag und Ostern liegt, hat mich dazu bewegt, mich auf besondere weise damit auseinander zu setzen: zwei verschiedene Wege zu gehen.

 

Der erste Weg wird mich nach Süden ins Elsass führen, aber wichtig dabei ist nicht in erster Linie die Geographie, sondern ein Weg nach "innen":

ich möchte eine Pilgerfahrt mit dem Fahrrad von Wissembourg zum Kloster Mont St.Odile, dem heiligen Berg des Elsass, machen, dabei die ausgetretenen Pfade des vergangenen Jahres verlassen und ganz auf mich gestellt diesen "Weg nach innen" zurücklegen.   Ich werde hier gern einige Impressionen mit euch teilen. Den Radweg habe ich mir in drei Etappen erstellt, er führt mich an Weltkriegsschauplätzen, alten Klöstern, pittoresken Dörfern, den Vogesen und der elsässischen Weinstraße vorbei. Am Montag, 15.April gehts los....


Am Sentier des Roches
Am Sentier des Roches
Rheinstrand
Rheinstrand