Warum "Gück on Air" ???

WARUM *Gück on AIR*?

Ich bin das schon oft gefragt worden und daher will ich hier mal ein paar Zeilen dazu hinterlegen. 

Wer gar nicht weiß, was "Gück on Air" überhaupt ist: nicht schlimm... es ist eine Radiosendung, die ich seit Sommer 2011 beim Lokalradio "Radio Rheinwelle" alle 4 Wochen terrestrisch (on air) und via livetream in die ahnungslose Welt entlasse.

Aber warum eigentlich? Und: wer hört überhaupt zu?

Die Kurzfassung der Antwort lautet: weil ich Bock hab und keine Ahnung, egal.

 

Für die denen das noch nicht genügt, die folgenden Zeilen.

Diese 2 Stunden alle 4 Wochen Montag abend sind mein ganz persönlicher und sinnbefreiter Spaß. Ich tue es nicht um berühmt zu werden, ich tue es nicht um damit Geld zu verdienen, ich tue es nicht einmal für einen "guten Zweck", ich tue es auch nicht aus Langeweile oder weil ich die Rhein-Main-Region musikalisch erziehen will. Ich will damit nicht meiner Familie imponieren, ich bekomme dafür auch keine Vergünstigungen für Konzerte, Tankgutscheine, o.ä. Ist das verrückt? In unserem Alltag dreht sich viel zu oft alles um Nützlichkeitserwägungen. Wir müssen unseren Zeiteinsatz rechtfertigen, das geht so weit, dass wir ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn wir mal den Müßiggang kosten. Andere üben sich im Zeit verschleudern, müssen es aber aller Welt andauernd und ständig via instagram&Co unter die Nase reiben, um damit ihren Lifestyle aufzuwerten und Bestätigung dafür zu bekommen. 

Gück on Air ist weder das eine noch das andere: es ist weder sinnlos, weil es nicht kommerziell oder anerkannt ist, noch ist es bedeutungslos, weil es keine likes erhält und viele follower hat. es ist mein ganz persönlicher, sinnbefreiter Spaß. Nennt es ruhig verrückt.

 

Da sitze ich also zwischen 21 und 23 Uhr als letzter im Studio, genieße das "Nachtfalken"-Feeling und lege meine Musik auf, manchmal freue mich mich über nette Studiogäste. "Wer hört dir denn so zu, Markus"? Tja, und dann muss ich zugeben: so genau weiß ich das garnicht. Über die facebook- Gruppe gibts ein paar Kontakte, die feedback geben. Das variiert zwischen 1 und 20 Zuhörern. Der livestream zeigt immerhin einige an, was über Radio gehört wird weiß man nicht. Ich fange an zu erklären: selbst wenn da keiner zuhört oder nur einer: die Sendung macht Spaß. Oft gibt es Feedback und lustigerweise von weit entfernten Freunden aus München, Stuttgart, Berlin, Australien, Schweiz, USA...wo sie eben grad stecken. Dann fühlt sich das fast familiär an. Einmal ruft ein LKW-Fahrer an, der grad in der Region vorbeituckert und wünscht sich was von Phil Collins. Ich erkläre belustigt, dass ich gar keine Wunschsendung bin, dann lege ich aber doch was von Genesis auf. Schöner skurriler Moment. Und dann sind da Sendungen wo es still ist draußen. Vielleicht hört jemand zu, aber ich werde es nie wissen. Ich male mir aus, wie uns die Musik quasi als "Leitung" verbindet. Ich sage etwas, gebe dadurch etwas von mir , lasse die Musik hinaus und kann dieses etwas Robinson Crusoe-hafte der Situation grinsend genießen. Wie unterhaltsam müsste das für jemanden sein, der dieses kleine Theaterstück von oben beobachten kann und die Wechselwirkungen wahrnimmt.

Radio zum Zuhören ist ja sowieso schon eine Randerscheinung, wer macht das? Eine Zumutung, sich auf eine einzige Reizquelle zu konzentrieren. Überforderung? Und dann noch so etwas Spezielles: jazzorientierte Musik.... Wer bei mir landet muss schon durch einige Filter durchschlüpfen.....

Aber dann heiße ich dich herzlich willkommen in meinem kleinen persönlichen und sinnbefreitem Spaß, alle 4 Wochen montag abends!!

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